Sportministerkonferenz in Eisenach : Fußball soll mehr Geld für Anti-Gewalt-Projekte geben
Die Sportminister der Länder haben den deutschen Fußball aufgefordert, deutlich mehr Geld für Anti-Gewalt-Projekte zur Verfügung zu stellen. Zum Abschluss einer zweitägigen Sportministerkonferenz in Eisenach sagte Thüringens Sportministerin Heike Taubert: "Wir erwarten von der Deutschen Fußball Liga und dem Deutschen Fußball-Bund eine Erhöhung der Mittel auf jährlich zehn Millionen Euro."
Taubert: Zehn Millionen sind keine unbillige Forderung
Die amtierende Vorsitzende der Sportministerkonferenz sagte, das sei angesichts von rund 216 Millionen Euro TV-Mehreinnahmen im kommenden Jahr keine unbillige Forderung. Derzeit derzeit stünden für Anti-Gewalt- und Fan-Projekte im Fußball jährlich rund 9,5 Millionen Euro zur Verfügung, die zu je rund einem Drittel von DFB und DFL sowie Ländern und Kommunen stammen. Taubert fügte hinzu, die Länder seien bereit, die Mittel in gleicher Höhe auch in Zukunft zur Verfügung zu stellen.
Neue Musterstadionordnung für effizientere Hausverbote?
Die Ressortchefs forderten alle demokratischen Kräfte auf, sich entschlossen denjenigen entgegenzustellen, die den Fußball als Bühne zur Verbreitung extremistischen Gedankenguts missbrauchen. Sie begrüßten dabei ausdrücklich die Aktivitäten von Sportorganisationen, die bereits eigene Maßnahmen und Konzepte entwickelt haben, um dem Problem des Rechtsextremismus zu begegnen. Jene Organisationen, die bislang untätig waren, forderten sie auf, tätig zu werden. Konkret baten die Minister DFB und DFL zu prüfen, ob und wie die Musterstadionordnung verändert werden kann, um jenen noch wirksamer ein Stadionverbot erteilen zu können, die den Fußball missbrauchen wollen, um ihre rassistischen, fremdenfeindlichen, Gewalt verherrlichenden, diskriminierenden, demokratie- und/oder verfassungsfeindlichen Botschaften zu verbreiten.
Sportwetten sollen für Leistungssport zahlen
Außerdem zog die Sportministerkonferenz eine positive Bilanz der Olympischen Spiele und Paralympics von London. Die Minister verwiesen aber mit Blick auf die Kritik von Spitzensportlern wie Diskus-Olympiasieger Harting darauf, dass die öffentliche Hand nicht mehr Mittel für den Leistungssport aufbringen könne. Sie schlugen vor, den Sport zu einem Drittel an den Erlösen aus den Sportwetten zu beteiligen. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Thomas Bach, begrüßte das. Es bestehe kein Zweifel, dass der Sport mehr Geld benötige, um auch in Zukunft in der Weltspitze mitmischen zu können. Auch sei die Forderung angemessen: "Ohne Sport würde es keine Sportwetten geben."

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