Volleyball | Bundesliga : Alexander Waibl: "Mein bestes Team, wenn alle fit sind"
Mit einem Etat von 1,3 Millionen Euro starten die Volleyballerinnen des Dresdner SC in die neue Saison. Der Dreifachbelastung mit Champions League, Meisterschaft und DVV-Pokal sieht Trainer Alexander Waibl mit Freude entgegen. Die verletzungsbedingten Ausfälle dämpfen allerdings den Optimismus etwas. Im Gespräch mit dem MDR äußerte sich der Coach über die Stärke der neuen Bundesliga, die eigenen Chancen und die Hoffnung auf ein Pokalheimspiel.
Wie lief die Vorbereitung auf die neue Saison bisher? Gibt es Neuzugänge?
Alexander Waibl: Wir haben das Team erst seit zwei Wochen zusammen. Daher stehen wir erst am Anfang der Entwicklung. Es fehlen aber immer noch die vier Verletzten. Kerstin Tzscherlich fällt wegen einer Knorpelverletzung im Knie noch mindestens sechs bis acht Wochen aus. Anne Matthes wird uns wegen ihrer Schulterverletzung wohl erst im Januar zur Verfügung stehen. Zwei weitere Spielerinnen sind uns mit Bänderriss und Meniskusverletzung ausgefallen. So haben wir derzeit nur elf Spielerinnen zusammen, darunter vier, die aus unserem Juniorinnen-Bereich kommen. Neu ist Laura Heyrman. Die Belgierin wurde für die Mittelposition verpflichtet. Dazu kommt Martina Utla, die von Konkurrent Suhl wechselte. Für den Außenangriff und die Libero-Position haben wir noch Myrthe Schoot geholt.
Wie stark ist die neue Bundesliga?
Wir erwarten knackige Spiele. Es gibt keinen Aufsteiger, aber zwei Teams mussten in die zweite Liga. Es fehlen also die sogenannten schwachen Mannschaften. Zudem haben sich alle Vertretungen enorm verstärkt. Die Teams arbeiten viel professioneller. Durch das Playoff-System fällt die Entscheidung erst im März kommenden Jahres. Wir wären nach der Hauptrunde natürlich gern weit vorn. Ziel ist es, unter die besten vier Teams zu kommen, um dann in den Playoffs das möglicherweise entscheidende Spiel zu Hause bestreiten zu können.
Wo steht der Dresdner SC heute?
Wir haben ein Super-Team, wenn alle gesund sind. Tzscherlich und Matthes sind aber nicht so einfach zu ersetzen. Wenn alle fit sind, habe ich das beste Team zusammen, seitdem ich hier in Dresden arbeite. Beim letzten Vorbereitungsturnier in Dippoldiswalde haben einige Dinge schon gut funktioniert, auch bei der Finalniederlage gegen den Schweriner SC. Andere Dinge haben noch nicht geklappt.
Wer sind die Favoriten für den Titel?
Wenn es um die Titelaspiranten geht, sind das für mich Schwerin, Vilsbiburg, Münster und natürlich auch wir. Aber auch Suhl hat eine gute Mannschaft zusammen. Teams wie Hamburg, Stuttgart oder Wiesbaden werden zumindest um die Playoff-Plätze mitspielen. Unsere Chancen erhöhen sich natürlich, wenn Tzscherlich und Matthes wieder fit sind.
Wie lautet die Zielstellung beim Dresdner SC? Soll in dieser Saison ein Titel her?
Wir würden gern in Halle/Westfalen das Pokalfinale spielen. Allerdings fehlte uns in den vergangenen Jahren immer das Losglück. Seitdem ich Trainer bin, hatten wir im DVV-Pokal noch nie ein Heimspiel. Es ist schon fast ein Losfluch. In der Champions League spielen wir gegen Mannschaften auf internationalem Topniveau. Da haben wir wenig Druck, weil die Erwartungshaltung nicht so hoch ist. Aber wir haben uns gut entwickelt und den Abstand zu den Topteams verkürzt. An einem Supertag können wir auch für eine Überraschung sorgen. Und für unsere Fans ist es doch toll, wieder Weltklasse-Spielerinnen zu sehen. In der Meisterschaft müssen wir realistisch sein. Wir haben acht, neun Spielerinnen, die jünger als 21 Jahre sind. In Schwerin gibt es keine, die so jung ist. Da fehlt in den entscheidenden Situationen natürlich auch die Erfahrung. Das müssen auch die Fans wissen. Wir müssen realistisch bleiben.

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