Volleyball | Bundesliga VfB Suhl zieht sich aus Bundesliga zurück

Kein Geld, kein Lizenzantrag - nach 14 Jahren Bundesliga endet beim VfB Suhl die Zeit im Volleyball-Oberhaus. Der Verein zieht sich zurück und geht vor allem mit der Stadt hart ins Gericht.

Nach 14 Jahren im Volleyball-Oberhaus zieht sich der VfB Suhl aus wirtschaftlichen Gründen aus der Bundesliga zurück. Das gab der Verein am Dienstag in einer Pressemitteilung bekannt.

94.000 Euro fehlen

Demnach fehlt dem DVV-Pokalsieger von 2008 eine Summe von 94.000 Euro. Der VfB habe sich daher entschlossen, den Lizenzantrag für die kommende Spielzeit der Frauen-Bundesliga zum 31. Mai zurückzuziehen. "Ziel für die neue Saison war es, die Qualität der 1. Bundesligamannschaft auf ein konkurrenzfähiges Niveau anzuheben. Der bisher erzielte Etat lässt dies aber nicht im erforderlichen Maß zu", heißt es in der Mitteilung.

"Fehlender Rückhalt der Stadt"

Der VfB Suhl macht für den Rückzug vor allem "die fehlende Motivation weiterer Wirtschaftspartner vor den Toren der Stadt" und die Stadt verantwortlich, wie es in der Presseaussendung heißt. "Fehlender Rückhalt und eine ungenügende Positionierung, insbesondere bei den Hauptverantwortlichen der Stadt Suhl, trugen zu der Entscheidung bei."

Der VfB Suhl spielt seit 2003 in der Volleyball-Bundesliga. Neben dem DVV-Pokalsieg kamen die Thüringerinnen 2007 und 2011 zweimal in der Bundesliga auf Rang drei.

Über dieses Thema berichtet "MDR aktuell" MDR FERNSEHEN | 23. Mai 2017 | 19.30 Uhr

dh

Zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2017, 14:50 Uhr

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6 Kommentare

24.05.2017 15:08 ukef 6

Es ist doch allgemein bekannt, dass die finanziellen Möglichkeiten der öffentlichen Hand überall begrenz sind. Ich selbst bin THC-Fan. Die Halle in LSZ entspricht auch nicht den Anforderungen. Zu internationalen Spielen muss man nach NDH ausweichen. Aber wenn der Verein den Einwohnern von Suhl wirklich am Herzen liegt und die Fehlsumme 94.000 Euro beträgt, dann sollte man eine Spendenaktion organisieren. Wenn von ca. 35.000 Einwohnern jeder siebente 20 Euro spendet, wäre das Problem schon lange gelöst :-)

24.05.2017 06:48 Jörg Lohmann 5

Typisch. Armes Thüringen. Ist ja nicht der erste Verein der im Stich gelassen wird. Erstklassiger Handball in Eisenach ging auch nicht u.s.w. Aber ein brüchiges Steigerwaldstadion. Hahaha.

23.05.2017 23:49 Wirtschaftsexperte 4

Der Verein unter neuer Führung und die neue Bundesliga-GmbH haben in der letzten Saison schwarze Zahlen erwirtschaftet und den Klassenerhalt geschafft (PS: der Verein war seit 25 Jahren des Bestehens nie insolvent!). Die Stadt Suhl hat durch die Bundesliga-Spiele in der vermieteten Wolfsgrube und durch die zusätzlichen Umsätze im Handel, Gastronomie, Tourismus erhebliche Mehreinnahmen gehabt, nicht zuletzt auch durch steuerzahlende Spielerinnen neue Einwohner und geschaffte Arbeitsplätze. Die Halle wäre ohne dringend notwendige Sanierung wohl bald für alle Zwecke geschlossen worden und das Risiko eines Dacheinsturzes (mit möglichen Unfallfolgen für Schul- oder Wettkampfsport) drohte. Da war man doch in der Stadt froh, dass es wegen der Spitzensportförderung für das VfB-Bundesligateam die notwendige finanzielle Förderung gab, die es sonst nicht gegeben hätte! Zudem gibt es eben auch Werbepartner, die ihr Engagement von der 1. Bundesliga abhängig machen - aus wirtschaftlichen Gründen!

23.05.2017 20:01 Martin Vieweg 3

Wieso hat eigentlich nach Aussage des Vorstandes die Stadt Suhl Schuld? Mal ehrlich, der Verein ist in 4 Jahren bereits 2x in die Insolvenz gerauscht. Sportlich war man auch schon abgestiegen und nur durch andere Vereine die keinen Lizenzantrag gestellt haben im Oberhaus verblieben. Spitzensport hängt nun mal mit wirtschaftlichen Dingen zusammen. Es kann daher auch nicht sein, dass ein Verein der 0,55% der Suhl Bevölkerung ausmacht, von einer eigentlich schon selber pleiten Stadt noch mit Geldern des Steuerzahlers am Leben erhalten wird. Suhl mutet mit seinen höchsten Steuersätzen seinen Bürgern ohnehin genug zu. Aber das Schlimmste, alle die Menschen die bei der Genehmigung der Anhebung des Hallendachs für 1. Liga-Erfordernisse und den damit verbundenen Kosten mahnend den Finger gehoben haben, mußten sich damals schon als Erbsenzähler und Schwarzmaler beschimpfen lassen. Warum soll nicht 2. Liga Volleyball auch ansehenswert sein? Aber in Suhl denkt man in anderen Dimensionen.

23.05.2017 16:35 Friseurmeister 2

Nehmen wir es sportlich. Für solche Dinge ist im Etat der Stadt Suhl halt nichts eingeplant. Wozu auch, gibt es doch heute viel wichtigere Aufgaben, vor allem im R2G Thüringen. Und mal ehrlich, um welch eine gigantische Summe es sich dabei handelt...

23.05.2017 16:30 U.G. 1

Liebe MDR-Redakteure, der Verein kam neben dem DVV-Pokalsieg 2008 immerhin noch 3x ins DVV-Pokalfinale (2010, 2011, 2014) und erreichte den 3. Platz im Europapokal-Wettbewerb CEV-Challange-Cup 2012. Dies sollte man sicherlich auch noch erwähnen, um deutlich zu machen, welche Erfolge der kleine Verein für die Stadt, die Region und Thüringen errungen hat!