NSU-Prozess Auch Wohlleben stellt Befangenheitsantrag

Der im NSU-Prozess mitangeklagte Ralf Wohlleben aus Jena hat Befangenheitsantrag gegen die Richter gestellt.

Der Angeklagte Ralf Wohlleben sitzt hinter der Angeklagten Beate Zschaepe am Dienstag (28.06.2016) im Landgericht in Muenchen beim 291. Verhandlungstag im NSU-Prozess.
Ralf Wohlleben auf der Anklagebank im NSU-Prozess Bildrechte: IMAGO

Das erklärte seine Anwältin, die aber nichts zu den Gründen sagte. Die Anklage hat für ihn zwölf Jahre Haft beantragt, da sie ihn unter anderem als Beschaffer der häufigsten Tatwaffe sieht, einer Pistole der Marke Ceska. Wohlleben sitzt seit seiner Festnahme Ende 2011 in Untersuchungshaft.

Bereits am Dienstag hatte ein weiterer Angeklagter einen Befangenheitsantrag gestellt. Er war am Dienstag noch im Gerichtssaal in Gewahrsam genommen worden, nachdem die Anklage ebenfalls zwölf Jahre Haft für ihn forderte. Am Mittwoch erging dann Haftbefehl gegen ihn. Als ein Grund für Untersuchungshaft gilt eine mögliche hohe Strafe, was Fluchtgefahr darstelle.

Der Mann aus Zwickau gilt als einer der wichtigsten Helfer der drei seit 1998 nach ihrem Verschwinden aus Jena in Sachsen untergetauchten NSU-Mitglieder. Er soll ihnen unter anderem bei der Tarnung geholfen und Autos gemietet haben, mit denen die mutmaßlichen Haupttäter Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt zu den Tatorten fuhren. Sie töteten sich im November 2011, als die Gruppe nach einem Banküberfall in Eisenach aufflog. Für die überlebende Beate Zschäpe hatte die Anklage lebenslange Haft und Sicherungsverwahrung beantragt. Dem Trio werden zehn Morde sowie Banküberfälle und Sprengstoffanschläge zugerechnet.

Nach der Entscheidung über die Befangenheitsanträge stehen die Plädoyers der Nebenklage-Vertreter an.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15.09.2017 | 14:00 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 15. September 2017, 14:18 Uhr

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