Berlstedt | Weimarer Land Radfahrer auf ICE-Strecke hatte viel Glück

Der Radfahrer auf der ICE-Strecke Leipzig/Halle-Erfurt hat die Begegnung mit einem Schnellzug am Sonnabend nur mit viel Glück heil überstanden. Wie die Bundespolizei am Montag mitteilte, fuhr der Mann nahe Berlstedt im Weimarer Land auf dem Gegengleis in Richtung Erfurt. Die Strecke verläuft an dieser Stelle auf einer sogenannten Festen Fahrbahn aus glatten Betonplatten ohne einzelne Schwellen. Von Gleismitte zu Gleismitte beträgt der Abstand 4,50 Meter. Laut Bundespolizei beginnt ab einem Abstand von 3,30 Meter zur Gleismitte ein lebensgefährlicher Sogbereich durch fahrende Schnellzüge.

Fahrrad eines 32 Jahre alten Mannes vor einem ICE auf der Strecke Leipzig/Halle-Erfurt bei Berlsstedt.
Das Fahrrad des Mannes vor dem haltenden ICE auf der Strecke Leipzig/Halle-Erfurt bei Berlstedt. Bildrechte: MDR FERNSEHEN

Der Lokführer eines ICE auf der Fahrt nach Kaiserslautern hatte den Radfahrer bei 230 km/h gesehen und eine Schnellbremsung eingeleitet. Der Zug passierte den Radfahrer mit einem unbekannten Tempo und kam weit hinter dieser Stelle zum Stehen. Die Strecke wurde sofort gesperrt. Der Radfahrer flüchtete zu Fuß, wurde aber später gestellt und festgenommen. Dass er - wie zunächst gemeldet - nach eigener Aussage nach München wollte, konnte die Polizei nicht bestätigen.

Ein ICE-Schnellzug steht auf dem Gleis.
Die "Feste Fahrbahn" der ICE-Strecke bei Erfurt besteht aus glatten Betonplatten ohne einzelne Schwellen. Bildrechte: Wichmann TV

Der Fahrradfahrer bekam eine Anzeige und wurde danach wieder entlassen. Die Bahnstrecke wurde nach einer reichlichen Stunde wieder freigegeben.

Nach Angaben der Deutschen Bahn ist die ICE-Strecke auf vielen Abschnitten eingezäunt, um Wild- oder Weidetiere fernzuhalten. Eine vollständige Abriegelung sei nicht möglich, weil Rettungskräfte sonst bei einem Unfall Zeit verlieren würden. An Zugangswegen und -treppen gebe es Leitplanken und Verbotsschilder, die Unbefugte bewusst übersteigen und ignorieren müssten. Der parallel zu den Gleisen verlaufende Rettungsweg darf nach Angaben der Bahn nur von eigenen Mitarbeitern, Rettungskräften und Landwirten benutzt werden.

Zuletzt aktualisiert: 27. Februar 2017, 12:44 Uhr