Erfurt | Halle | Leipzig Bahn und Politik feiern ICE-Trasse

Mit zwei Sonderzügen für geladene Passagiere und einem Fest im Leipziger Bahnhof hat die Deutsche Bahn AG am Mittwoch den bevorstehenden Start der neuen ICE-Trasse Erfurt-Leipzig gefeiert. Die Züge "Erfurt" und "Halle/Saale" fuhren dabei einige Zeit nebeneinander, ehe sie sich für die Ankunft im Leipziger Hauptbahnhof hintereinander einordneten. In Leipzig feierten Bahn und Politik den Abschluss der Arbeiten an der 2,8 Milliarden Euro teuren Strecke, auf der ab Fahrplanwechsel am Sonntag der normale Zugverkehr rollen soll. Mit an Bord der Sonderzüge waren auch MDR-Hörer und User aus Sachsen und Thüringen, die bei einer Verlosung Karten gewonnen hatten.

Ministerpräsident Bodo Ramelow sagte, die Freigabe sei für Thüringen ein historischer Tag: Die schnelle Anbindung werde Erfurt und Thüringen einen wirtschaftlichen Schub bescheren. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte zur Eröffnung in Leipzig, die Schnelltrasse sei ein Jubiläumsgeschenk zu 25 Jahren deutscher Einheit.

In 40 Minuten von Erfurt nach Leipzig

Berlin ist künftig von Erfurt in weniger als einer Stunde 50 Minuten erreichbar, Leipzig in rund 40 Minuten. An der 123 Kilometer langen Trasse wurde über zehn Jahre gebaut, sie kostete knapp drei Milliarden Euro. Sie führt zunächst durchs Thüringer Becken und unterquert dann auf über 15 Kilometern Länge in drei Tunneln den Finne-Höhenzug. Über die Saale-Elster-Aue wurde eine über acht Kilometer lange Brücke gebaut. Danach teilt sich die Trasse in Richtung Halle und in Richtung Leipzig.

Regionen östlich von Erfurt fühlen sich abgehängt

Die neue Trasse soll Ende 2017 um das Neubaustück von Erfurt durch den Thüringer Wald Richtung Bayern erweitert werden, was deutlich kürzere Fahrzeiten auf der Strecke München-Erfurt-Berlin bedeutet. Für einige Regionen bringt diese neue ICE-Linie aber eine schlechtere Anbindung an den Fernverkehr, was zu anhaltenden Protesten führt. Städte wie Weimar und Jena verlieren zunächst ihren ICE-Halt. Die Bahn hat angekündigt, dass dafür ab Dezember 2017 in den Hauptreisezeiten auf der Saalebahn täglich zwei Zugpaare zwischen Jena und Berlin fahren sollen. Ein Jahr später seien auf der Mitte-Deutschland-Verbindung drei IC-Zugpaare zwischen Gera, Jena, Erfurt und Nord-Rhein-Westfalen geplant. Ab 2023 ist auf der Saalebahn ein IC im Zwei-Stunden-Takt zwischen Leipzig und Karlsruhe über Jena und Saalfeld geplant. Bisher galt dafür der Termin 2030. Der vierte Punkt sieht eine Verlängerung des Fernverkehrs in Richtung Chemnitz nach der Elektrifizierung der Mitte-Deutschland Bahn vor. Dieser Zeitpunkt ist allerdings noch offen.

Zuletzt aktualisiert: 10. Dezember 2015, 09:29 Uhr