THÜRINGEN EXKLUSIV | MDR FERNSEHEN | 24.06.2009 | 21:15 Uhr

Thüringer in aller Welt

Moderation: Dr. Andreas Menzel

Eigentlich könnte sich Bernd Christian Hyckel in Gera aufs Altenteil zurückziehen, doch er hat eine Zweitwohnung in Kirgisistan.

In den letzten 14 Jahren war der gelernte Wirtschaftsberater die meiste Zeit in dem asiatischen Land. Er unterstütze Schulen, brachte Traktoren und half, ein altes Wasserkraftwerk wieder aufzubauen. Bereut hat er seinen Einsatz tausende Kilometer entfernt von zu Hause nie. Im Gegenteil, der Rentner ist begeistert von den Menschen dort und fasziniert von der landschaftlichen Schönheit Kirgisistans.

THÜRINGEN EXKLUSIV hat Thüringer im Fokus, die es in die weite Welt gezogen hat. Sie sind nach Afrika ausgewandert, arbeiten in Asien oder engagieren sich in Lateinamerika.

Die Filme:


Deutschlehrer in China

Etwa 400 Einwohner leben in Wallbach bei Meiningen. Einer von ihnen ist Sebastian Vötter. Seit Anfang der 1990er-Jahre ist der Sinologe aus dem kleinen Thüringer Dorf regelmäßig in den Millionen-Metropolen Chinas unterwegs. Dort wirbt er im Auftrag der Bundesregierung an den chinesischen Schulen für das Unterrichtsfach Deutsch. THÜRINGEN EXKLUSIV hat Sebastian Vötter in China begleitet.

Verabschiedung von Bundeswehr-Soldaten zum Afghanistan-Einsatz
Verabschiedung der Bundeswehr-Soldaten zum Afghanistan-Einsatz

Einsatz in Afghanistan

Am Dienstag kamen in Afghanistan drei Soldaten der Bundeswehr bei einem Hinterhalt der Taliban ums Leben. Zwei von ihnen stammen aus einer Thüringer Einheit. Schon seit mehreren Wochen sind die deutschen Soldaten immer häufiger den Angriffen der Taliban ausgesetzt. THÜRINGEN EXKLUSIV zeigt den Alltag eines Hauptfeldwebels der Bundeswehr und eines Thüringer Polizisten. Letzerer kümmert sich um die Ausbildung afghanischer Polizisten zu Kriminalisten. Seine Schüler sollen später einmal Tatorte untersuchen können. Schulungsmaterial wie zum Beispiel zerschossene Autowracks bekommt er beinahe täglich.

Vom Bahnangestellten zum Millionär

August Stauch, ein einfacher Thüringer Bahnangestellter hat Deutschland im Jahre 1907 verlassen. Er litt unter Asthma. Ein Arzt empfahl ihm einen Klimawechsel. So wurde Stauch in die damalige deutsche Kolonie Deutsch-Südwestafrika, das heutige Namibia geschickt. Eines Tages brachte ihm einer seiner Arbeiter einen merkwürdigen Stein, der für ihn und das Land im Süden Afrikas noch heute von hoher wirtschaftlicher Bedeutung ist.

Senior Experte

Eigentlich könnte der 69-jährige Kurt Marquardt aus Tambach-Dietharz seinen Ruhestand genießen. Doch da er als Rentner aktiv bleiben wollte, hat er beim Seniorexperten-Service angefragt, einer gemeinnützigen Organisation, die Kontakte zu Arbeitgebern in aller Welt vermittelt. Als ehemaliger Berufsschullehrer für Metallbau sind seine Berufserfahrungen im Ausland sehr gefragt. Ob Ghana, Bolivien oder Nigeria, jedes Jahr arbeitet der Thüringer nun für mindestens sechs Wochen in der Ferne.

Die Gäste:


Sandra Jesse

Mitglied des Raphaels-Werk Dienst am Menschen unterwegs e. V.

Das Raphaels-Werk berät schon seit über 100 Jahren Leute, die auswandern wollen. Zu ihr kommen aber auch Zurückgekehrte, die das Glück in der Ferne nicht gefunden haben und jetzt wieder in Deutschland Fuß fassen wollen. Sie sagt: "Wer auswandert, sollte immer noch einen Plan B in der Tasche haben."

Michael Krafft

Enkel von August Stauch aus Dordabis, Namibia

Eine Rückkehr nach Deutschland kommt für ihn nicht in Frage. Er sagt: "Nur wenn es politische Wirren gibt, wie in vielen Teilen der Welt schon geschehen ist. Aber das wäre dann auch nur der letzte Ausweg."

Zuletzt aktualisiert: 25. Juni 2009, 10:18 Uhr

 

 
 
 
 
 
 
 

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