THÜRINGEN JOURNAL

Ab 2013 : Matschie will Thüringer Lehrer wieder verbeamten

Thüringens Bildungsminister Christoph Matschie will Lehrer ab 2013 wieder verbeamten. Der SPD-Politiker will damit die die Abwanderung von jungen Lehrern verhindern. "Mit dem Wiedereinstieg in die Verbeamtung wollen wir Thüringen wettbewerbsfähiger im Kampf um die besten Köpfe machen." Der Beruf solle im Freistaat wieder attraktiver werden.

In ein Beamtenverhältnis wechseln könnten dann nicht nur neu eingestellte Lehrer, sondern auch bereits langjährig angestellte Pädagogen. "Alle Bundesländer außer Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen verbeamten ihren Nachwuchs. Schon jetzt merken wir, dass das insbesondere junge Lehrer aus Thüringen weglockt", sagte Matschie. Seit fünf Jahren gilt in Thüringen der Verbeamtungsstopp für Lehrer. Er soll nun nach dem Willen von Matschie angesichts des Lehrermangels aufgehoben werden.

Der "Thüringer Allgemeinen" sagte Matschie am Mittwoch, mit dem Auslaufen des Teilzeitmodells Mitte 2013 seien "die Voraussetzungen da, auch in Thüringen zu verbeamten". Das Ministerium habe für das Gewinnen von Nachwuchslehrern verschiedene Modelle der Verbeamtung überprüft. Matschie kündigte Gespräche mit Gewerkschaften und Berufsverbänden zum Thema an. Anschließen solle sich das Kabinett damit befassen.

Das Finanzministerium hat nach Angaben des Ministers bisher eine Rückkehr zur Verbeamtung abgelehnt. Von den rund 19.500 Lehrern sind 60 Prozent Beamte. Das Ministerium hatte jüngst angekündigt, 350 neue Lehrer einzustellen. Das Durchschnittsalter der Pädagogen liegt bei 51 Jahren. Laut Ministerium werden ab 2017 jährlich etwa 1000 Stellen frei.

GEW verlangt mehr Lehrerstellen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert die Einstellung von rund 8.800 neuen Lehrern bis 2020. GEW-Landeschef Torsten Wolf sagte, im Moment werde nicht einmal jede zweite frei werdende Lehrerstelle besetzt. Die Schulen hätten keinerlei Reserven, wenn Lehrer krank würden. Die Personalpolitik in der Thüringer Bildung müsse sich nach den Erfordernissen der Schulen und nicht nach der Haushaltlage des Finanzministers richten. Wolf warf der Landesregierung vor, ihren Haushalt auf Kosten der Gesundheit der Pädagogen zu sanieren.

Wie der GEW-Landeschef weiter sagte, reichen die von Bildungsminister Matschie angekündigten 400 neuen Lehrer im nächsten Jahr nicht annähernd aus. Notwendig seien mehr als doppelt so viele. Angesichts des hohen Altersdurchschnitts in der Lehrerkollegien der Schulen drohe in einigen Jahren ein Lehrermangel in naturwissenschaftlichen und sprachlichen Fächern.

Zuletzt aktualisiert: 04. Mai 2014, 08:09 Uhr

6. CanisLatrans:
Das gesamte Thüringer Bildungministerium ist doch ein reinster Affenstall. Es werden Posten hin und hergeschoben, es kommt dort nur drauf an was im Parteibuch steht. Mitarbeiter die Ahnung haben werden dort nicht gebraucht, und genau daran sieht man dann was für eine Bildungspolitik hier betrieben wird. In der heutigen Eurokrise sollen in anderen Ländern die Anzahl der Staatsdiener verringert werden und hier wird die Anzahl der Staatsdiener erhöht. Wo bleibt da der schlanke Staat? Einmal Beamter in Deutschland und man hat bis zur Pension ausgesorgt und braucht sich um nichts mehr Sorgen zu machen. Wenn das dann so ist warum soll man sich dann noch für den Job interessieren wenn man sein Monatsgehalt + Zulange auch bekommt wenn man nichts macht? Sollen doch die Staatsdiener nach Leistung bezahlt werden, erst dann lernen Sie das arbeiten.
13.07.2012
11:36 Uhr
5. Kleinbürger:
Egal was hier in Thüringen passiert, es ist höchstwahrscheinlich unüberlegt, von Personalplanung (-korridor) der Beamten (egal welcher Colleur) ganz zu schweigen und man verbeamtet - um einzig und allein die aktuellen LohnNEBENkosten zu deckeln und die drückenden Pensionskosten (welche in fernen Jahren kommt) blendet man aus! Denn Thüringen legt zur Zeit NICHTS für seine Beamten zurück - ist sich aber nicht zu fein die Beamtenschaft im Lande mehr als alle Vergleichbare in den "neuen" wie in den "gebrauchten" Bundesländern zu schröpfen! Man sollte hier genau hinschauen - denn hier in Thüringen Beamter zu sein ist nicht zwingend vergleichbar mit dem Bund oder anderen Bundesländern!
12.07.2012
22:11 Uhr
4. Paul Müller:
Und wieder ein tolles Ablenkungsmanöver aus dem Hause Matschie. Wenn es dem Minister wirklich um die besten Köpfe geht, fragt man sich, warum er sie auch in diesem Jahr wieder ziehen lässt. Die Absolventen, die in Thüringen eine erstklassige Ausbildung genießen, wollen hier bleiben - ob mit oder ohne Beamtenstatus. Aber dazu müsste man ihnen erst mal einen Stellenangebot machen!!! Stattdessen kämpfen die Schulen auch im kommenden Jahr mit kaum noch zu organisierenden Zuständen. Da gibt es Schulen an denen werden bis zu 10 (!!) abgeordnete Lehrer stundenweise eingesetzt, zum Teil 4 oder 5 um ein(!) Fach abzusichern ... und Referendar, der genau dafür an dieser Schule ausgebildet wurde bekommt .......... KEIN Stellenangebot. Wer so "kämpft" hat schon vor dem Kampf verloren - und unsere Kinder erst recht!
12.07.2012
17:05 Uhr
3. Observer:
Das Ergebnis hinsichtlich Motivation, Effizienz, Eigeninitiaitve und Innovationsbereitschaft von verbeamteten Ganztagsschläfern mit Volkaskoabsicherung können wir doch täglich in den verschiedenesten Bereichen der öffemtlcihen Verwaltung bewundern. Ein solcher Vorschlag kann nur von einem realitätsfremdem Volksvertreterlein kommen, das selbst von Steuertransferleistungen in Form von Diäten und Pensionen lebt. Darauf eine Thüringer Bratwurdt!!!
12.07.2012
14:54 Uhr
2. Seandris:
"Schon jetzt merken wir, dass das insbesondere junge Lehrer aus Thüringen weglockt." Soll das ein Scherz sein? Wenige frisch ausgebildeter Lehrer in Thüringen bekommt hier eine Anstellung. Ist es denn verwunderlich wenn junge Akademiker, die in Thüringen keine Zukunft für sich sehen, das Land verlassen. Da braucht keiner zu locken wenn die Alternative Arbeitslosigkeit heißt. Erst nach Onlinepetition und der Aktion "Stoppt den Lehrerkollaps" des TLV wurden überhaupt mehr Junglehrer eingestellt. Und auf einmal sollen die Stellen nicht besetzt werden können und Verbeamtungen Anreiz schaffen? Noch sind junge Lehrer im Land. Sie brauchen nur eingestellt zu werden. Fünf Jahre werden die aber nicht warten. Verbeamtung hin oder her. Und wenn sie einmal fort sind, kommen sie auch für eine Verbeamtung nicht wieder.
12.07.2012
14:49 Uhr
1. Hans:
Endlich ein kluger Mensch in der Regierung! So einen braucht auch Sachsen dringend.
12.07.2012
14:38 Uhr

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