Energiesparen : Machnig will Gebäudesanierung vorantreiben
Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig sieht im Freistaat noch einen erheblichen Bedarf an einer energetischen Gebäudesanierung. Bei der Vorstellung einer Studie zur Energiebilanz sagte Machnig, der Sanierungsstand in den rund 518.000 thüringischen Wohnhäusern liege zwar über dem Bundesdurchschnitt, es gebe aber noch erhebliches Potenzial.
Machnig: Wir brauchen das Vier-Liter-Haus
Der Energiebedarf der Häuser liege zum Teil noch deutlich über den technischen Möglichkeiten, erklärte der SPD-Minister. So würden im Thüringer Durchschnitt umgerechnet 12 bis 13 Liter Öl pro Jahr und Quadratmeter verbraucht. "Wir brauchen das Vier-Liter-Haus", gab Machnig das ehrgeizige Ziel aus. Wie die Studie weiter erbrachte, hat nur ein Drittel der Einfamilienhäuser im Freistaat wärmegedämmte Außenflächen. Der Anteil an Wärme, die aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, liegt erst bei gut elf Prozent. Die Studie schlägt vor, den bevorstehenden Austausch von Heizungen als Chance für mehr erneuerbare Energie zu nutzen. Christian Maaß vom Hamburg-Institut verwies darauf, dass 75 Prozent aller Heizkessel in Thüringen vor dem Jahr 2000 eingebaut worden seien und in den nächsten Jahren gewechselt werden müssen.
Bund soll mehr Geld für Sanierung geben
Pro Jahr wird der Studie zufolge in Thüringen nur ein Prozent der Wohnhäuser saniert. Machnig forderte daher den Bund auf, beim Gebäudesanierungsprogramm nachzubessern. Dieses Programm soll nach dem Willen der Bundesregierung von 2,5 auf 1,5 Milliarden reduziert werden. Bei MDR INFO sprach sich Machnig erneut gegen das Vorhaben des Bundes aus, die energetische Sanierung über Steuererleichterungen für Immobilienbesitzer zu fördern. Das würde für die Länder Einnahmeverluste bedeuten. Zudem würden nur Besserverdiener profitieren, meinte Machnig.
Die Streit war am Mittwochabend Thema im Vermittlungsausschuss von Bund und Ländern. Eine Einigung scheiterte jedoch erneut an der Kostenfrage. Union und FDP forderten die rot-grün regierten Länder zum Einlenken beim Steuerbonus für Hauseigentümer auf. Nach dem mit schwarz-gelber Mehrheit zustande gekommenen Bundestagsbeschluss sollen Hausbesitzer ihre gesamten Kosten für die energetische Sanierung - gestreckt auf zehn Jahre - steuerlich absetzen können. Der Bundesrat hatte das im Juli abgelehnt. Die SPD verlangte am Mittwoch von Bundesbauminister Peter Ramsauer erneut, die 600 Millionen Euro große Finanzlücke beim Programm zur energetischen Haussanierung zu schließen.
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