Thüringer Brücken

Werrabrücke in Vacha

Schon im 12. Jahrhundert soll in Vacha, wo die alte Reichstraße über die Werra geführt hat, eine Brücke gestanden haben. Nach einer Jahrhundertflut begann 1342 der Bau einer "ansehnlichen steinernen Brücken", wie die Chronik berichtet.

Heute ist aber nicht mehr zweifelsfrei festzustellen, ob die Steinbrücke schon vorher bestand und danach nur wieder umfangreich instandgesetzt wurde oder möglicherweise eine zerstörte Holzbrücke ablöste.Über ihre 14 Bogen zogen die Händler nach Leipzig und Frankfurt. Viele Legenden verknüpfen sich mit der Brücke. So soll einst ein Kind als Brückenopfer eingemauert worden sein - an der Stelle, wo eine "Kopfstein" über dem Eisabweiser zu sehen ist. Bei Rekonstruktionsarbeiten wurde aber nichts dergleichen entdeckt.

Die jüngste Geschichte der Werrabrücke ist die der Teilung, denn die Grenze zwischen Ost und West verlief direkt an der Werrabrücke. Einer der ersten innerdeutschen Grenzübergänge kam in der Nacht vom 11. Zum 12. November zwischen Vacha und Phillipsthal zustande.

Teufelstalbrücke

Sie hat eine Spannweite von 138 m, eine Höhe von 53 m. Die Teufelstalbrücke entstand 1938 für die damalige Reichsautobahn. Zwei parallele Stahlbetonbögen überspannen das Teufelstal und tragen 253 m Fahrbahn. 1997 kam erst der dritte Bogen hinzu, der sechsspurige Ausbau der A4 machte ihn nötig. Bis vor zwei Jahren noch galt die Brücke als sanierungsfähig. Dann errechneten die Statiker, daß die alte Brücke die breitere Fahrbahn nicht mehr tragen kann. Der neue Bogen wurde wie die beiden "alten" Bügen auch, auf einem hölzernen Lehrgerüst gefertigt. Entscheidend für die Auswahl unter den Entwürfen der Architekten waren Statik und Wirtschaftlichkeit - auch der schönheitliche Aspekt kam glücklicherweise nicht zu kurz, denn der Bogen gilt als der kühnste aller Brückenformen. Die Technologie der Fertigung in den 90er Jahren ist fast noch genauso wie die von vor 60 Jahren. Nicht zuletzt deshalb ist es gelungen, ein identisches Abbild zu schaffen. Hilfreich war auch die Möglichkeit, den Vermessungspunkt aus den 30er Jahren, der im dichten Unterholz verschwunden war, zu nutzen.

Buchfarter Holzbrücke

Sie ist die siebte Brücke, die bei Unterwegs in Thüringen vorgestellt wurde. Sie darf getrost als romantischstes Ensemble seiner Art im Land betrachtet werden, denn an ihrer Westseite steht noch die alte Wassermühle, deren Mühlrad auch noch rege ist.

Seit 1818 führt sie über die Ilm und ruht noch immer auf den alten Stützpfeilern. Später erhielt sie einen neuen Unterbau und kann auf der asphaltierten Fahrbahn neun Tonnen tragen.

"Kanonenbahnviadukt" in Lengenfeld unterm Stein

Die Preußen wollten nach dem Deutsch-Französischen Krieg eine strategische Heerstraße für Militärtransporte zwischen ihrer damals russischen und französischen Grenze schaffen - es wurde die so genannte Kanonenbahn zwischen Berlin und Bebra geplant. Daraus wurde aber nichts - die Steigungen im Eichsfeld waren zu groß.

Geblieben war eine gut frequentierte Nahverkehrsstrecke und ein bemerkenswertes Bauwerk: Die Brücke auf dem Streckenabschnitt von Leinefelde nach Geismar ist - architektonisch gesehen - eine "Fischbauchträgerbrücke", besser bekannt unter der Bezeichnung "Kanonenbahnviadukt".

Was das Viadukt für Eisenbahn- und Brückenfreunde so einzigartig macht, ist der 253 Meter lange Bogen, den es schlägt. Die Bahnstrecke scheint 23 Meter hoch über dem Ort regelrecht zu schweben.

Errichtet wurde sie vor mehr als 100 Jahren aus Schweißeisen. Mittlerweile hat der Zahn der Zeit heftig an ihr genagt. Das zweite Gleis wurde 1918 abgebaut, die letzte Sanierung gab es in den 50er Jahren. Seit 1992 fährt kein Zug mehr auf der Strecke. Die Lengefelder würden die Strecke gern wiederbeleben, aber die Sanierungskosten von ca. 18 Millionen Mark sind schwer zu decken.

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Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2005, 13:45 Uhr

 

 
 
 
 
 
 

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