Hochschulen

Studenten halten Hörsäle in Jena und Erfurt besetzt

An den Universitäten in Jena und Erfurt sind am Mittwoch die Studentenproteste weitergegangen. Nach Angaben des Studierendenrates der Friedrich-Schiller-Universität Jena hielten etwa 300 bis 400 Studenten Hörsäle besetzt. In Erfurt besetzten nach Angaben des dortigen Studierendenvertreter etwa 150 Kommilitonen den größten Hörsal der Universität.

Die Protestierenden fordern Änderungen bei den Studiengängen sowie mehr studentische Selbstverwaltung. Christin Penz vom Vorstand des Studierendenrates der Uni Jena sagte, das Studium sei zu verschult und der Leistungsdruck zu stark. Zudem müssten Studiengebühren in jeglicher Form abgeschafft werden. In Jena richtet sich der Protest zudem gegen die aktuelle Situation auf dem Wohnungsmarkt. Hier müssten Studierende in Ermangelung einer Wohnung zeitweise in Zelten oder Hostels wohnen, sagte Penz. Hier sei auch das Land gefragt. "Wenn das Land dem Studentenwerk kein Geld gibt, kann das auch keine Wohnheime bauen."

besetzter Hörsaal an der Universität
Besetzter Hörsaal an der Universität Jena

Kultusminister verspricht Hilfe

Thüringens Kultusminister Christoph Matschie (SPD) äußerte bei einem Besuch bei den Protestierenden in Erfurt Verständnis für deren Forderungen. Die Bachelor- und Masterstudiengänge seien zu vollgepackt, sagte er. Zur Verbesserung der Lage der Studierenden wolle er eng mit Studentvertretern zusammenarbeiten. "Es wird nicht jeder Wunsch erfüllt werden können, aber besser machen können wir die Situation allemal." Er versprach auch, den Verwaltungskostenbeitrag an Thüringer Hochschulen in Höhe von 50 Euro pro Semester zum kommenden Semester, also im nächsten Frühjahr, abzuschaffen.

Auch die Leitung der Universität in Jena äußerte Verständnis für Anliegen der Studierenden. Die Zahl der Studenten steige, im Gegenzug gebe es aber im Landeshaushalt keine zusätzlichen finanziellen Mittel, sagte der Prorektor für Lehre und Struktur, Kurt-Dieter Koschmieder. Auch das Arbeiten in kleinen Gruppen sei nicht mehr möglich. Der Prorektor sagte auch, man sei mit den Protestierenden im Gespräch und hoffe, dass sie die Besetzung freiwillig beenden.

Zuletzt aktualisiert: 18. November 2009, 19:04 Uhr

 

 
 
 
 
 

 

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