Wegen Zugausfällen Abellio sollen Zuschüsse gestrichen werden

Beim privaten Verkehrsunternehmen Abellio hat es zuletzt zahlreiche Zugausfälle gegeben. Nach Angaben des Unternehmens waren allein zwischen dem 23. und dem 27. Juni 75 Züge im gesamten Streckennetz ausgefallen. Auch in den Wochen davor habe es Probleme gegeben, alle Fahrten abzusichern. Als Ursache wurden Fehlplanungen und Personalmangel genannt. Die Ostthüringer Zeitung hatte als erstes darüber berichtet.

Schaffnerin und Reisende an einem Zug vom Typ Talent 2.
Bildrechte: MDR/Kai Voigtsberger

Die Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen kündigte jetzt Konsequenzen an. Geschäftsführer Thomas Grewing sagte MDR THÜRINGEN, in diesen Fällen könne kein Zuschuss gezahlt werden. Er wolle diese Vorfälle sehr akribisch auswerten. Für jeden gefahrenen Kilometer erhält das private Verkehrsunternehmen Abellio normalerweise einen Zuschuss vom Land Thüringen. Die Nahverkehrsservicegesellschaft organisiert im Freistaat den Bahnverkehr und ist eine hundertprozentige Tochter des Landes. Thüringen zahlt jährlich 220 Millionen Euro an Unternehmen, um den Nahverkehr abzusichern.

Abellio teilte schriftlich mit, dass die Personaldecke in der Urlaubszeit und durch einen erhöhten Krankenstand angespannt sei. Grewing will dieses Argument nicht gelten lassen. Jedes Unternehmen müsse sich auch während der Urlaubszeit organisieren, sagte er. Es gebe eine vertragliche Verpflichtung, wonach Abellio, die DB-Regio oder die Erfurter Bahn ihre Leistungen erbringen müssen.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft in Thüringen forderte Abellio dazu auf, sofort die Mängel im Personalbereich abzustellen. Laut Landeschef Mario Noack sind es die Angestellten, die Managementfehler ausbaden müssen, beispielsweise durch Überstunden.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit | 28.06.2017 | 18:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Juni 2017, 21:02 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

18 Kommentare

29.06.2017 00:50 Enrico Pelocke 18

@12: Die DR wurde nicht 1918, sondern am 01.04.1920 gegründet. Damit wude erreicht: deutschlandweit einheitliches Streckennetz + Signalsystem + Fahrzeugbeschaffung - Ersatzteile, damit auch günstigere Beschaffungspreise.

29.06.2017 19:45 Günther 17

Kündigung des Verkehrsvertrages? Regio will unter diesen Bedingungen auch nicht fahren. Das Land stellt zwar die Regionalisierungsmittel zur Verfügung, die Verträge sind aber so gestrickt, das das Land ordentlich zurück fordert. Reich wird hier kein EVU! Die Bedingungen sind an der Grenze des machbaren. Wird Abellio noch mit Geldstrafe belegt, werden sie das Netz wohl freiwillig zurück geben.

Mehr aus der Region