Thüringen

Streit um Ärztehonorare : Praxisschließungen auch in Thüringen

In Thüringen werden am 28. September voraussichtlich viele Arztpraxen geschlossen bleiben. Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung des Landes rief zu einem "Tag der Kassenbürokratie" auf. An diesem Tag sollen die Ärzte ihre Praxen geschlossen lassen und sich mit Verwaltungsarbeiten beschäftigen. Wie ein Verbandssprecher sagte, wolle man die Aktion nicht als Streik verstanden wissen. Eine Notversorgung für die Patienten solle gewährleistet werden.

Protest gegen Honorarangebot und Bürokratie

Detailaufnahme eines Heil- und Kostenplanes
Abrechnung statt Sprechstunde - der 28.09. soll Verwaltungsarbeiten gehören.

Mit ihrer Aktion wollen die Mediziner nach eigenen Angaben zum einen eine stärkere Anhebung ihrer Honorare fordern. Zum anderen wollen sie gegen den zunehmenden Verwaltungsaufwand protestieren, der in den Praxen bei der Abrechnung der Leistungen mit den Krankenkassen anfällt. In einer Erklärung der Vertreterversammlung heißt es, die Thüringer Ärzte unterstützten damit die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Ärzteverbände in ihrem Protest gegen das "herabwürdigende Verhalten der Krankenkassen im Honorarkonflikt auf Bundesebene."

Den rund 150.000 Kassenärzten in Deutschland ist die angebotene Erhöhung ihrer Honorare zu niedrig. Die Krankenkassen hatten ihnen für das kommende Jahr insgesamt 270 Millionen Euro mehr Geld angeboten. Das entspricht einer Honoraranhebung um rund 0,9 Prozent. Möglich sind weiterer Honoraranhebungen auf regionaler Ebene. Die Kassenärzte und Psychotherapeuten fordern jedoch insgesamt 3,5 Milliarden Euro mehr Honorar.

Urabstimmung offenbarte Kluft zwischen Fach- und Hausärzten

Bei einer bundesweiten Urabstimmung hatte sich eine Mehrheit der Kassenärzte für Proteste mit Praxisschließungen ausgesprochen. Die Abstimmung hatte jedoch auch eine Kluft zwischen einzelnen Mediziniergruppen offenbart. Während sich vor allem Fachärzte streikbereit zeigten, tendierten die Hausärzte mehrheitlich dazu, auf Praxisschließungen zu verzichten. In Thüringen hatten sich die Ärzte bis zur Vertreterversammlung am Sonnabend generell zurückhaltend zu Praxisschließlungen gezeigt.

Zuletzt aktualisiert: 15. September 2012, 15:05 Uhr

1. Wilfried Graf:
Haben den die Ärzte nicht Ihren Berühmten Hippokratischen Eid abgegeben. Verpflichten sich da nicht die Ärzte gewissenhaft und für alle Ihre Pflicht zu erfüllen oder entsprechen die Ärzte nicht mehr der Pflicht Ihres Berufes. Dabei haben die Ärzte wohl den besten Wohlstand, wenn man sieht, wie diese Leben. Dabei meine ich auch Ihren Lebensstandard außerhalb Ihres Berufes. Da aber CDU, FDP, SPD und B90/Grüne den geteilten Wohlstand wollen ist eben kein Ende der geteilten Praxen zu erkennen. Dabei wurde mal vor ein paar Jahren eine Gleichheit bei den Patienten gefordert. Weg und vergessen. Hoffentlich besinnen sich mal die Wählerinnen und Wähler, wer für Ihr Wohl da ist. Dann sollte man auch diese Partei wählen, nämlich "DIE LINKE".
15.09.2012
14:59 Uhr

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