Statistik für September Arbeitslosigkeit in Thüringen weiter gesunken

Die Zahl der arbeitslosen Menschen in Thüringen ist im September weiter zurückgegangen. Wie die Landesagentur für Arbeit am Freitag mitteilte, waren Ende des Monats im Freistaat 64.074 Frauen und Männer als arbeitslos gemeldet - 2.171 weniger als im August. Im Vergleich zum September 2016 waren es 7.154 Arbeitslose weniger. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung sank um 1.818 auf 91.215. In diese Gruppe werden neben Arbeitslosen auch Personen erfasst, die dem Arbeitsmarkt zum Beispiel wegen der Teilnahme an Maßnahmen der Agentur oder wegen Erkrankung nicht zur Verfügung stehen.

Die Arbeitslosenquote sank im September um 0,2 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent. Damit hat Thüringen die niedrigste Quote in Ostdeutschland und steht im bundesweiten Vergleich auch besser da als Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Schleswig-Holstein. Agenturchef Kay Senius sprach von einer spürbaren Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt. Dieser werde sich weiter stabil entwickeln und die Arbeitslosigkeit werde im Oktober weiter sinken.

Laut Arbeitsagentur ging im September die Zahl der arbeitslosen Menschen unter 25 Jahren um 413 auf 5.500 zurück. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (länger als ein Jahr ohne Job) sank um 465 auf 22.700, die der arbeitslosen Ausländer sank auf 6.800. Die niedrigsten Arbeitslosenquoten im Landesvergleich haben die Südthüringer Landkreise Hildburghausen und Sonneberg mit je 3,5 Prozent. Die höchsten Quoten haben die kreisfreie Stadt Gera mit 9,4 und der Landkreis Altenburger Land mit 8,0 Prozent. Die meisten Arbeitslosen haben Erfurt (7.641), Gera (4.422) und der Unstrut-Hainich-Kreis (4.170), die wenigsten die kreisfreie Stadt Suhl (883), der Landkreis Sonneberg (1.050) und der Kreis Hildburghausen (1.266).

Kammern und Gewerkschaften sind angesichts der niedrigen Arbeitslosenquote optimistisch. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt, Gerald Grusser, spricht von einer "makellosen Bilanz". Auch in den kommenden Monaten sei mit einem Wirtschaftswachstum zu rechnen. Die Aussichten für Jobsuchende, eine Anstellung zu finden, sind seiner Ansicht nach so günstig wie lange nicht mehr.

Optimistisch stimmen die Zahlen auch den DGB Hessen-Thüringen - vor allem mit Blick auf die bevorstehenden Herbst- und Wintermonate. Sandro Witt, stellvertretender Vorsitzender, sagte aber auch, in vielen Branchen gehe die große Arbeitskräftenachfrage mit Befristungen einher. Sachgrundlose Befristungen müssten ersatzlos gestrichen und der Missbrauch von Kettenbefristungen verhindert werden. Von einer Kettenbefristung wird gesprochen, wenn Arbeitnehmer bei ein- und demselben Arbeitgeber hintereinander immer wieder befristete Arbeitsverträge erhalten.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 29. September 2017, 13:12 Uhr

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14 Kommentare

01.10.2017 09:48 Realist2014 14

Deutschland steht wirtschaftlich so gut da wie seit Jahrzehnten nicht mehr, auch im Osten haben wir endlich niedrige Arbeitslosigkeit-bei gleichzeitig steigenden Reallöhnen. Sicher gibt es auch noch Probleme und Menschen, bei denen der Aufschwung nicht ankommt. Aber die schlechte Stimmung in Teilen der Bevölkerung (darunter auch bei Ärzten, erfolgreichen Handwerkern und gut situierten Beamten wie ich aus meinem Umfeld berichten kann), oftmals vorsätzlich von Linken und Rechten geschürt, hat mit der Realität in unserem schönen Heimatland nichts zu tun.

30.09.2017 11:38 Meckersack 13

Es ist sicher nicht alles Gold was glänzt und mit Statistik kann ich alles und nichts beweisen. Es wird nie so sein, dass jeder einen Job hat der ihn ausfüllt und mit dem Einkommen zufrieden ist. Aber Fakt ist, dass es heute eine Nachfrage nach Arbeitskräften gibt, wie seit Ewigkeiten nicht mehr. Wer heute jung ist und keinen Job findet von dem es sich leben lässt, der muss schon die Schuld auch bei sich suchen und nicht ständig mit dem plumpen Politkerbashing um die Ecke kommen!!!

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