Thüringen

Arbeitsmarkt-Statistik : Akademiker verabschieden sich aus Thüringen

Die Zahl der beschäftigten Akademiker in Thüringen ist entgegen des Bundestrends rückläufig. Wie die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag bekanntgab, standen im vergangenen Jahr mit rund 79.000 gut fünf Prozent weniger Hochschulabsolventen im Berufsleben als noch zehn Jahre zuvor. Bundesweit habe die Zahl hingegen um gut 27 Prozent zugenommen. Die meisten Akademiker Thüringens arbeiten als Lehrer, Dozenten, Ingenieure und Bürofachkräfte.

Arbeitsagentur: Thüringen braucht bessere Anreize

Eine Mitarbeiterin der Agentur für Arbeit nimmt eine Akte aus dem Archiv
Laut Arbeitsagentur brauchen Akademiker hierzulande bessere Chancen.

Da die Zahl der Hochschulabsolventen im Freistaat insgesamt abgenommen hat, sank laut Agentur gleichzeitig auch deren Arbeitslosenquote. Allein 2011 habe es knapp 3.800 freie Stellen für Akademiker gegeben. Besonders gefragt seien Ingenieure gewesen, für die rund jede dritte Stelle ausgeschrieben gewesen sei. Die Bundesagentur forderte, die Chancen für Akademiker im Freistaat zu verbessern. Der Geschäftsführer der Regionaldirektion, Lutz Mania, betonte, gerade Hochschulabsolventen seien äußerst mobil und wanderten für einen guten Job auch in andere Bundesländer ab. "Wenn unsere Region konkurrenzfähig bleiben will, sind wir auf jeden Akademiker angewiesen", sagte Mania. Wenn der Freistaat schon kein besseres Lohnniveau bieten könne, dann sollte er andere Anreize schaffen, etwa durch attraktive Arbeitszeitmodelle und familienfreundliche Arbeitsbedingungen.

Zuletzt aktualisiert: 03. Juli 2012, 17:24 Uhr

7. HansMeiser:
@ HeinzK....Genau solche Dumpingjobs auf Kosten der Steuerzahler und langfristig auf Kosten der Rentenkassen finden die Experten von CDU, FDP, Grünen und SPD sooo innovativ...Das ist der immer wieder besungene Fortschritt der DENKFABRIK THÜRINGEN. Kein Wunder, die priviligierten Politiker in Thüringen beziehen Traumgehälter...nein....Diäten.. das klingt bescheidener.
05.07.2012
16:27 Uhr
6. peacock:
Ich glaube nicht, dass das gelöschte Wort von einem Gericht als Beleidigung gesehen worden wäre. Die Redaktion hat aber offensichtlich mein Ziel, einen ehemaligen thüringer Ministerpräsidenten erkannt, den ich für prägend für die heutige thüringer Politik halte, leider nicht im guten Sinne. Eine Denkfabrik ist nun wirklich nicht entstanden, aber ein Bratwurstmuseum und ein Kloßmuseum. Wo ist die innovative Industrie geblieben? Wo bleibt so etwas wie die Multispektralkammera? Thüringen kann nur noch Zulieferungen für die Lebensmittelindustrie, Autoindustrie oder Flugzeugindustrie. Wir brauchen mehr, etwas Eigenes. Das geht aber mit den hier etablierten politischen Eliten von links bis rechts nicht. Es werden also noch mehr Fachkräfte gehen.
04.07.2012
23:17 Uhr
5. Michl:
vor ca. 10jahren bin ich zurück nach thüringen => eine fehlentscheidung! die meisten firmen laufen nach der stasi-methode, und werden noch vom land ausgezeichnet. die menschen die nur vernünftig arbeiten wollen erleiden neben lohndumping massiven psychodruck. hier fehlt neben einer vernünftigen arbeitskultur eine effizientere verteilung von landesgeldern! in thüringen werden grosse sprüche geklopt, was für ein tolles industriewachstum das land erfährt, was so tolles gefördert wird! der grossteil dieser versprechen sind nur finten und polemik! was führ ein tolles industrie-bundesland wir sind, wahnsinn! es fehlt einfach an gesunder politik für den bürger, und nicht für politiker & lobbyisten!
04.07.2012
21:54 Uhr
4. HeinzK:
Fachkräfte gefragt - Wo denn ? In Thüringen ? Wenn das so wäre, dann würden Fachkräfte auch ordentlich bezahlt. Beispiel: Ein Callcenterbetreiber will in Erfurt den Support für einen großen Pay-TV-Anbieter aufbauen und sucht für die erste Ausbaustufe ca. 40 - 50 Mitarbeiter im 3-Schichtsystem. Lohnangebot: 1250,- € brutto. So von mir erlebt bei einer Veranstaltung bei einem Bildungsträger für IT-Berufe in Erfurt. Solchen "Angeboten" sollte man die Rote Karte zeigen. Denn was würde denn folgen, wenn man so eine Stelle annimmt? - Aufstocken beim Amt und somit wird der Steuerzahler zur Kasse gebeten. Wann macht die Politik endlich Schluss mit dieser subventionierten Wettbewerbsverzerrung ? PS: Warum werden Fachkräfte eigentlich immer "händeringend" gesucht? Eine furchtbare Formulierung.
04.07.2012
20:04 Uhr
3. Verabschiedeter Akademiker:
Ja, tolle Aktion. Thüringen braucht junge Leute und neue Impulse! Dazu passt auch, dass Peter Hengstermann nach gefühlten 20 Jahren als Landrat des Kyffhäuserkreises nun zur versorgungstechnischen Abrundung seines Beamtenlebens Präsident des Thüringer Landesverwaltungsamtes werden möchte. Peter, yes you can! [Löschung eines externen Links - MDR.DE_Redaktion]
03.07.2012
22:31 Uhr
2. peacock:
Die Masse der Thüringer hat das politische System, beherrscht von Pfarrern und anderen christlichen [...], gewollt. Die Elite denkt, wie ich, offensichtlich anders. Sie stimmt mit den Füßen ab. Dieser Spruch wurde von der Springer-Presse früher gegen die "Pankow-Regierung" im Osten benutzt. Die Marschrichtung ist geblieben, aus meiner Sicht auch das Effektivitätsgefälle. Dagegen halfen und helfen weder Stasi noch dumme Sprüche. Arbeitsproduktivität und Entlohnung sind ausschlaggebend. Für Klöße und Bratwurst opfern Eliten nicht ihre (wirtschaftliche) Zukunft. Meine Tochter hat in Westen als Fachschulkraft ein Anfangsgehalt erhalten wie ich es als Hochschulabsolvent in Thüringen am Ende meiner Laufbahn erreicht hatte........... [Löschung einer Beleidigung - MDR.DE_Redaktion]
03.07.2012
22:02 Uhr
1. HansMeiser:
Und am Erfurter Bahnhof stehen die verbeamteten Fachkräftesucher der Landesregierung herum, und wollen die Fachkräfte von den Vorteilen niedriger Löhne und schlechter Arbeitsbedingungen in Thüringen überzeugen. Würden die Fachkräfte in Thüringen nur ansatzsweise so gut entlohnt werrden, wie die Thüringer Abgeordneten, würde die Leute nicht permanent abwandern.
03.07.2012
17:35 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK