Eisenbahnbrücke wird in Jena an ihren künftigen Standort geschoben.
Eine Eisenbahnbrücke der Mitte-Deutschland-Verbindung wird in Jena an ihren künftigen Standort geschoben. Bildrechte: MDR/Anke Preller

Bahnstrecke durch Ostthüringen Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung macht Fortschritte

Nach jahrelangen Verhandlungen nimmt der Ausbau der Mitte-Deutschland-Schienenverbindung Weimar-Jena-Gera-Gößnitz Gestalt an. Die Planungsphase für den kompletten zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke haben begonnen.

Eisenbahnbrücke wird in Jena an ihren künftigen Standort geschoben.
Eine Eisenbahnbrücke der Mitte-Deutschland-Verbindung wird in Jena an ihren künftigen Standort geschoben. Bildrechte: MDR/Anke Preller

Der Ausbau der Mitte-Deutschland-Schienenverbindung Weimar-Gera-Gößnitz nimmt allmählich Gestalt an. Wie der Schienennetzbetreiber Deutsche Bahn Netz (DB Netz) MDR THÜRINGEN mitteilte, hat die Planungsphase für den kompletten zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke begonnen. Derzeit würden die Projektinhalte abgestimmt. Die Summe der Planungskosten belaufen sich laut DB Netz auf rund 11,5 Millionen Euro. Mit Freigabe der Bundesmittel - voraussichtlich Ende dieses Jahres - wird die DB Netz dann mit der Vorplanung beginnen, die bis Ende 2021 abgeschlossen sein soll.

Erster Schritt: Ausbaukosten ermitteln

Wie das Thüringer Verkehrsministerium MDR THÜRINGEN mitteilte, wird es zwischen Projektleitung und Ministerium in den nächsten Wochen ein erstes Treffen geben, um den weiteren Planungsverlauf zu besprechen. Anfang 2018 soll dann die Planungsgruppe aus Bund, Land und Bahn offiziell ihre Arbeit aufnehmen und zunächst die Kosten einschätzen. Ziel ist zunächst das notwendige Planfeststellungsverfahren, um dann möglichst schnell mit dem Bau beginnen zu können.

Der Ausbau kommt auf jeden Fall - das hat Ramelow schriftlich

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hatte Ministerpräsident Bodo Ramelow am 13.09.2017 bei einem Treffen in Berlin schriftlich zugesichert, dass der Bund die kompletten Kosten für den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke übernehmen wird. Zu den Gesamtkosten gibt es bisher nur grobe Schätzungen - sie reichen von 100 Millionen bis 250 Millionen Euro. Bereits am 02.06.2017 hatte das Bundesverkehrsministerium in einem Brief an Ramelow die Investitionen als vordringlichen Bedarf eingestuft, damit das Projekt zeitnah umgesetzt werden kann.

Diesel-Loks haben bald ausgedient

Bodo Ramelow und Alexander Dobrindt halten den Finanzierungsplan für die Mitte-Deutschland-Verbindung in Händen
Bodo Ramelow und Alexander Dobrindt halten den Finanzierungsplan für die Mitte-Deutschland-Verbindung in Händen Bildrechte: Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur

Die durchgehende Elektrifizierung Weimar - Jena - Gera - Gößnitz/Lehndorf hat nach Einschätzung des Verkehrsministeriums für Thüringen eine herausragende Bedeutung. Zum einen im Hinblick auf die Inbetriebnahme des ICE Knotens Erfurt ab Dezember dieses Jahres, zum anderen für die Einrichtung von leistungsfähigen Nahverkehren zwischen Erfurt - Gera - Altenburg/Zwickau ab 2022. Die Elektrifizierung ist laut Ministerium für das Fernverkehrskonzept der Bahn eine wichtige Voraussetzung für die Linienverlängerung Ruhrgebiet - Erfurt - Ostthüringen - Westsachsen (Chemnitz). Im Güterverkehr ist eine verbesserte Anbindung des westsächsischen Wirtschaftsraums an Mittelthüringen, Rhein/Main und Ruhrgebiet beabsichtigt. Durch die Elektrifizierung wird laut Ministerium zudem die Attraktivität dieser Strecke erhöht. Es werde ein zusätzlicher Anreiz für den heutigen Nutzer des Individualverkehrs geschaffen, vom Auto auf die Bahn umzusteigen. Ziel sei weniger Fahrzeugverkehr auf der Straße. Wegen der bestehenden Elektrifizierungslücke könnten derzeit nur Dieselzüge verkehren. Außerdem verbesserten E-Loks die CO2-Bilanz.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 22. September 2017 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. September 2017, 05:00 Uhr

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6 Kommentare

22.09.2017 18:45 Patrickirrtsich 6

Warum sollte die Elektrifizierung den Bahnknoten Erfurt stärken? Der bleibt im Deutschland–Maßstab genau so wenig wichtig, wie er ab Dezember sein wird. Ein Punkt, wo sich zufällig zwei Fernstrecken kreuzen, wie z.B. Fulda. Die Aufgeilerei der Erfurter Politiker ist kaum mehr zu ertragen. Die sollen mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehren.

22.09.2017 14:04 Markus 5

Leider geht das kaum, "vom Auto auf die Bahn umzusteigen". Bahn ist zu unsicher, zu unbequem, zu unflexibel, zu teuer.

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