Brandanschläge in Sachsen Bahn-Attentäter behindern Zugverkehr in Thüringen

Wegen mehrerer Brandanschläge auf Bahnanlagen im Raum Leipzig ist der Zugverkehr in Thüringen beeinträchtigt. Züge über Leipzig fallen entweder aus, werden umgeleitet oder fahren verspätet. Nach Angaben der Bundespolizei waren seit 2:40 Uhr am Montagmorgen Brandanschläge auf Kabelschächte und elektronische Anlagen der Bahn im Norden, Osten und Westen von Leipzig verübt worden. "In einigen Fällen konnten Brandvorrichtungen unschädlich gemacht werden, bevor sie Schaden anrichteten", sagte ein Polizeisprecher. Durch die Brände seien Signalanlagen nicht mehr funktionsfähig; Strecken könnten nicht mehr befahren werden. Wegen ähnlicher Anschläge in Berlin, Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen schließt die Polizei nicht aus, dass die Täter militante Gegner des G20-Gipfels der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer Anfang Juli in Hamburg sind. Die Ermittlungen in Sachsen seien vom Operativen Abwehrzentrum der sächsischen Landespolizei übernommen worden, das für Extremismus zuständig ist.

Verspätete und ausfallende Zugverbindungen in der App Bahnhof live für Erfurt Hbf.
Verspätete und ausfallende Zugverbindungen in der App Bahnhof live für Erfurt Hbf. Bildrechte: MDR/Sebastian Großert

Von den Bränden betroffen sind der Regional- und der Fernverkehr in Thüringen. ICE-Fernzüge auf der Verbindung Wiesbaden/Frankfurt - Erfurt - Dresden fahren mit Verspätungen. Die Linie 5/5X der S-Bahn Mitteldeutschland von Halle über Leipzig nach Altenburg und Zwickau wird über Delitzsch umgeleitet. Die Züge halten nicht an der Leipziger Messe und nicht am Flughafen. Die Bahn geht davon aus, dass Züge bis mindestens 14 Uhr nicht pünktlich fahren oder ausfallen.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 19.06.2017 | seit 8 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juni 2017, 15:23 Uhr

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10 Kommentare

19.06.2017 23:26 part 10

Das zeigt auf wie abhängig und anfällig unsere moderne Gesellschaft von bestimmten Energiequellen ist, die ebenso zur Nachrichtenübertragung genutzt werden, berereits ein kleines kosmisches Ereignis oder der Einsatz von EMP- Waffen hätte noch verherende Folgen haben können. Obwohl die DB demontiert sich ja seit Jahren selbst, da kommen Anschlaäge als Rechtfertigung gerade recht.

19.06.2017 19:31 Agnostiker 9

@ 6: Das sind auch alles "Aktivisten"! ;)
Fragen Sie mal bei der "unabhaengigen" Presse nach.

19.06.2017 17:51 S.Schmidt 8

Was soll man da noch sagen.Die Brandstifter haben sich selbst geoutet und ihren geistigen Dreck abgelassen.Mit sowas muss eine offene Gesellschaft leben.

19.06.2017 13:11 Keine Baumaßnahme ersetzt den Dialog 7

@19.06.2017 11:11 Markus Göpfert (4 Signale und Weichenmotoren werden durch Kabel gesteuert. Diese laufen normalerweise entlang der Strecke zwischen Stellwerk und entsprechendem Signal oder Weiche. Im Regelfall laufen diese unter der Erde, manchmal ist jedoch aus baulichen Gründen einfach nur ein Kabelschacht mit Betondeckel drauf vorhanden. Das lässt sich natürlich sehr leicht von außen beschädigen. Eventuell sollte man in Zukunft die Kabel tiefer in die Erde legen oder mit einer feuerfesten Ummantelung versehen.)

Wenn einer Gesellschaft der prinzipielle Konsens abhanden gekommen oder schlicht als wehrlose Verfügungsmasse verkauft worden ist und diese Gesellschaft darüber keinen politischen Dialog zustande bringt, werden keine denk- und bezahlbaren Baumaßnahmen solche Taten verhindern. Das ist ein Symptom für den Zustand des Landes nach fast 20 Jahren neoliberaler (Partei)-Politik und fast vollkommener Durchdringung der politischen Apparate mit Lobbyisten und Interessennehmern.

19.06.2017 12:49 vtw 6

Der "Schwarze Block" auf seinem Weg nach Hamburg zum G20-Treffen.
Keiner hält diese linken (Anti)-faschisten auf - ist ja so gewollt.

19.06.2017 11:52 Möwe 5

Es braucht nicht viel, um Deutschland lahm zu legen.

19.06.2017 11:11 Markus Göpfert 4

Signale und Weichenmotoren werden durch Kabel gesteuert. Diese laufen normalerweise entlang der Strecke zwischen Stellwerk und entsprechendem Signal oder Weiche. Im Regelfall laufen diese unter der Erde, manchmal ist jedoch aus baulichen Gründen einfach nur ein Kabelschacht mit Betondeckel drauf vorhanden.

Das lässt sich natürlich sehr leicht von außen beschädigen. Eventuell sollte man in Zukunft die Kabel tiefer in die Erde legen oder mit einer feuerfesten Ummantelung versehen.

Gruß eines vandalismusgeschädigten Fahrgastes

19.06.2017 11:09 Was ist bei der Bahn sooo anders? 3

@ D.Kiessling:

Stellen Sie sich mal vor, dass sogar Ampelanlagen und Blitzer an der Straße "frei zugänglich" sind, und Straßenlaternen ebenso. Auch das sind sicherheitsrelevante Anlagen.
Warum muss bei der Bahn immer alles anders sein, als im übrigen Leben?

19.06.2017 10:34 Weltokal A. 2

@ 1, Dieter Kiessling: Die Deutsche Bahn AG hat ein Schienennetz, das rund 33.000 Kilometer lang ist. Da kann man nicht jeden Meter durch einen Polizisten überwachen lassen.

Neben jeder Bahnstrecke befindet sich in der Regel eine Kabeltrasse mit wichtigen Steuerungsleitungen für Strom, Signale, Weichen und Telekommunikation. Wenn jemand irgendwo auf freiem Feld so eine Leitung anzündet oder durchtrennt, dann kann da kein Zug mehr fahren. Der Täter muss keine Angst haben entdeckt zu werden. Außer ein paar Hasen und Füchsen wird ihn niemand gesehen haben. Besonders dann, wenn es auch noch nachts passiert.

19.06.2017 09:43 Dieter Kiessling 1

Ich frage mich,wie kann es möglich sein wenn so empfindliche Stellen des operativen Zugdienstes vorhanden sind,diese nicht schützen zu können.Oder wie diese frei zugänglich sind?

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