MDR THÜRINGEN JOURNAL Redaktionsleiter Benedikt Otto verabschiedet sich

Vor 25 Jahren trat Benedikt Otto die Reise aus Saarbrücken nach Thüringen an - dass er bis heute im Freistaat bleiben würde, war ihm zu diesem Zeitpunkt sicher nicht klar. Er kam an in Gera - dort war kurz nach der Gründung des MDR das Thüringer Fernsehen beheimatet. Das alte Gersche Kulturhaus war grau, die Hemden und Sakkos der Männer eher bunt, das Logo des Journals noch ziemlich grün.

1994, mit dem Umzug in die alte Villa in der Erfurter Alfred-Hess-Straße, übernahm er die Leitung des Journals. Eine seiner Leidenschaften war und ist das Design - schnell ließ er als neuer Chef ein Bauhaus-Design mit roten, gelben und blauen Dreiecken, Kreisen und Quadraten entwickeln. In den Folgejahren war Otto immer darauf bedacht, "sein" Journal Stück für Stück moderner aussehen zu lassen.

Mann mit schwarzem Hemd und weißem Bart steht mit verschränkten Armen
Benedikt Otto, Redaktionsleiter des MDR THÜRINGEN JOURNALs Bildrechte: MDR/Karina Heßland

Viele Kolleginnen und Kollegen aus der MDR THÜRINGEN JOURNAL-Redaktion sind wie Benedikt Otto von Anfang an dabei - Ost und West rauften sich zusammen, was nicht immer leicht war. Was ist ein Thema? Wie setzen wir es für das Journal um? Zu viel Sport? In den Planungsrunden des Journals wird herzhaft diskutiert, so manches Mal hat die Redaktion den Chef überzeugt und oft auch umgekehrt.

"Otto? Find ich gut" - ein Schild mit dieser Aufschrift hängt an der Bürotür. Das MDR THÜRINGEN JOURNAL war die wichtigste Sendung unter seiner Leitung. Aber wer steht schon auf einem Bein? Otto erfand den MDR Garten und hatte die Idee zum Weimarer Salon, heute Fröhlich Lesen. Seine dritte Leidenschaft: Filme. Er gab nicht auf, bis er ein Fernsehmagazin mit jungen, quer denkenden Filmemachern in die Tat umsetzen konnte. Unicato - wer erwartet beim MDR ein solches Format? Jeder, der Benedikt Otto kennt.

Apropos kennen: Benedikt Otto war sehr schnell gut vernetzt in Thüringen, verbrachte viele Abende in Hintergrundgesprächen und auf politischen Veranstaltungen. Und da ist er ganz Saarländer geblieben: Zu Abendgesprächen passen am besten ein sehr gutes Glas Rotwein und italienische Spezialitäten. Der Saarländische Wahlspruch "Hauptsache gut gess", hat manchen handfesten Konflikt gelöst. Walter Botschatzki, der Chef der Thüringer Landesgruppe des MDR-Rundfunkrats, sagt zum Abschied: "Herr Otto, Sie haben die Sendung ganz maßgeblich zum erfolgreichsten Fernsehformat in Thüringen entwickelt und über Jahre geprägt. Für Ihren unermüdlichen Einsatz, für Ihr Gespür für Themen und für die journalistische Qualität in der Umsetzung gebührt Ihnen allerhöchste Anerkennung."

Wir Kolleginnen und Kollegen sagen: Irgendwie verlässt uns eine Legende. Alles Gute, lieber Benedikt!

Nachrichten

MDR THÜRINGEN JOURNAL Redaktionsleiter Benedikt Otto verabschiedet

Nach 25 Jahren geht MDR THÜRINGEN JOURNAL-Redaktionsleiter Benedikt Otto in den Ruhestand. Mit Kollegen aus dem ganzen Sender feierte der gebürtige Saarländer Abschied.

Otto mit Direktor Lochthofen
Viel Lob und Anerkennung vom Chef: mehr als ein warmer Händedruck von MDR THÜRINGEN-Funkhausdirektor Boris Lochthofen. Bildrechte: MDR/Karina Heßland
Otto mit Direktor Lochthofen
Viel Lob und Anerkennung vom Chef: mehr als ein warmer Händedruck von MDR THÜRINGEN-Funkhausdirektor Boris Lochthofen. Bildrechte: MDR/Karina Heßland
Monika Otto
Auch Gattin Monika Otto (Mitte) feierte mit Bildrechte: MDR/Karina Heßland
LFH Sachsen Direktor Viroli
Nicht nur Ottos Freund und MDR Sachsen-Funkhausdirektor Sandro Viroli hatte während der Feier auch Grund zum Lachen Bildrechte: MDR/Karina Heßland
Otto mit Ex Funkhaus Direktor Morneweg
Schulterschluss mit dem ehemaligen MDR THÜRINGEN-Funkhausdirektor Kurt Morneweg. Beide führten die Fernsehsendung "MDR Garten" und den "Weimarer Salon" ein, später "Fröhlich Lesen" genannt Bildrechte: MDR/Karina Heßland
Jens Christof, MDR THÜRINGEN - das Radio, und Benedikt Otto
Jens Christof, MDR THÜRINGEN - Das Radio, und Benedikt Otto Bildrechte: MDR/Karina Heßland
Otto mit Ex Politik Chef Pollok
Herzlicher Abschiedsgruss vom ehemaligen MDR THÜRINGEN-Politikchef Martin Pollok Bildrechte: MDR/Karina Heßland
Beste Wünsche auch von Regina Lang, Leiterin der MDR THÜRINGEN-Onlineredaktion
Beste Wünsche auch von Regina Lang, Leiterin der MDR THÜRINGEN-Online-Redaktion Bildrechte: MDR/Karina Heßland
Otto mit Quasebarth
Launiger Vortrag von Kerstin Prickler, Chefin von Dienst, und MDR THÜRINGEN JOURNAL-Moderator Steffen Quasebarth: das Horoskop für den geborenen Widder für sein persönliches "Jahr danach" Bildrechte: MDR/Karina Heßland
Einer geht von Bord, einer geht ans Steuer: Karsten Böttger wird das MDR THÜRINGEN JOURNAL bis auf Weiteres leiten
Einer geht von Bord, einer geht ans Steuer: Karsten Böttger wird das MDR THÜRINGEN JOURNAL bis auf Weiteres leiten Bildrechte: MDR/Karina Heßland
Sie waren ihm stets Freund und Helfer: Diana Stadelmann und Helga Platzeck (v.r.) führten Benedikt Ottos Büro
Sie waren ihm stets Freund und Helfer: Diana Stadelmann und Helga Platzeck (v.r.) führten Benedikt Ottos Büro Bildrechte: MDR/Karina Heßland
Otto mit Assistentin Felsberg
Bewegter Abschied von Redaktionsassistentin Katrin Felsberg-Wegner Bildrechte: MDR/Karina Heßland
Abschiedsgrüße auch aus Leipzig: Florian Meesmann (Mitte) kam von "MDR aktuell"
Abschiedsgrüße aus allen Bereichen: Die langjährige Rundfunkratsvorsitzende Prof. Dr. Gabriele Schade, aus Leipzig kam Florian Meesmann (Mitte) von "MDR aktuell" und Hörfunkchef Matthias Gehler durfte auch nicht fehlen. Bildrechte: MDR/Karina Heßland
Otto Totale, Feier
Viele Gäste im Foyer des Landesfunkhauses Erfurt. Hier wird oft auch Benedikt Ottos Erfindung, die Sendung "MDR Garten", aufgezeichnet Bildrechte: MDR/Karina Heßland
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 20. Oktober 2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 20. Oktober 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2017, 07:00 Uhr

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2 Kommentare

22.10.2017 16:05 Klara Morgenrot 2

Gab es 1992 keine Leute aus Thüringen für die Position?
Waren doch nicht alle in der SED oder bei der Stasi von den Journalisten. Ein Armutszeugnis!
Da muss erst einer aus dem Saarland kommen..

21.10.2017 17:44 Neue Besen... 1

Für das Thüringen Journal unter Umständen eine gute Möglichkeit, Struktur und Inhalt moderat zu modernisieren. Insbesondere der Blick auf die RBB-Abendschau für Berlin (täglich 19 Uhr) zeigt, dass auch „die Dritten“ qualitativ, umfassend, modern sowie - das im besonderen Gegensatz zum Thüringen Journal - kritisch über Politik berichten und mit Politikern/Politikerinnen kontrovers diskutieren können. Meines Erachtens wird einfach hingenommen und wenig kritisiert, was nicht passt im „Staate Thüringen“. Sehr ähnlich ist es ja bei den Thüringer Zeitungen der Funke-Gruppe. Also: Bitte mehr Mut!

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