Schäden durch Biber Naturschützer: Biberfreie Gebiete "rechtswidrig"

Naturschützer halten die Furcht von Thüringer Landwirten vor Schäden durch Biber für übertrieben. Der Naturschutzbund (Nabu) Thüringen lehnt deshalb einen Schadenausgleichfonds als "voreilige Lösung" ab. Der Verein hält den Vorschlag, biberfreie Gebiete zu schaffen, außerdem für rechtswidrig.

Der Biber-Beauftragte des Nabu Thüringen, Marcus Orlamünder, sagte, oft würden nur ein paar Quadratmeter Fläche überspült oder vernässt. Größere Schäden ließen sich beispielswiese mit Biberdamm-Drainagen verhindern, die den Wasserstand auf einem bestimmten Niveau halten. Wenn Bäume durch die Nagetiere bedroht seien, könnten ein Schutzanstrich oder Maschendrahtzaun um die Stämme helfen.

Der Biber sorgt dafür, dass sich der Wasserstand in Bächen erhöht und das Wasser wieder länger in der Landschaft zurückgehalten wird und leistet damit einen unschätzbaren Beitrag zum dezentralen Hochwasserschutz.

Marcus Orlamünder, Biber-Beauftragter des Nabu Thüringen

Außerdem profitierten laut Nabu die Landwirte, wenn bei Trockenheit von Bibern angestautes Wasser verfügbar ist. Aus Sicht der Naturschützer ist es für ein Miteinander von Bauern und Bibern vor allem wichtig, dass die Uferränder auf etwa zehn Metern Breite künftig nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden.

Die Rückkehr der Biber
Biber stehen in Deutschland unter Naturschutz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Biberwissen auf einen Blick Der Biber ist ein Säugetier und gehört zu den Nagern (Ordnung Rodentia).

Mit einem Gewicht von mehr als 35 Kilogramm kann ein Biber schwerer werden als ein Reh. Er ist laut Naturschutzbund (Nabu) das größte Nagetier in Europa.

Biber besitzen große, orangefarbene Nagezähne. Sie wachsen ständig nach.

Ist dem Biber das Wasser zu flach, also nur 30 bis 50 Zentimeter tief, so baut er Staudämme, um sich besser fortbewegen zu können. Er schichtet dazu Äste, Schlamm oder anderes Pflanzenmaterial quer zur Fließrichtung auf.

Der Biber gräbt seine Baue in das Gewässerufer. Auch die Jungen werden darin aufgezogen. Der Eingang liegt unter Wasser. Gibt die Decke nach, so schichtet der Biber Gehölze auf, so dass die typische Biberburg entsteht. Nur selten bauen die Tiere laut Nabu einzeln stehende Burgen inmitten des Gewässers. Im Herbst dichtet der Biber seine Wohnung mit Schlamm ab.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 19.05.2017 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Mai 2017, 11:13 Uhr

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1 Kommentar

19.05.2017 11:55 Graf von Henneberg 1

Biber - das ist doch der Fisch - den haben die Mönche in der Fastenzeit gerne gegessen.
Wie schmeckt eigentlich Biberfleisch?

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