Bildungspaket Mehr Erzieher und Lehrer: Rot-Rot-Grün will Extra-Millionen in Bildung investieren

Rot-Rot-Grün will in den kommenden beiden Jahren 70,5 Millionen Euro zusätzlich in die Bildung in Thüringen investieren. Wie die SPD-Fraktion MDR THÜRINGEN mitteilte, soll das Geld dafür aus den Einzelhaushalten der Ressorts Finanzen, Verkehr, Umwelt und Migration kommen. So werde zum Beispiel das Finanzministerium rund 29 Millionen Euro für die bessere Betreuung von Kindergartenkindern im Alter von drei bis vier Jahren beisteuern. Eine Erzieherin soll statt bisher 16 Kinder ab Juli kommenden Jahres nur noch 14 Kinder betreuen. Ein Jahr später wären es nur noch 12 Kinder.

Eine junge Frau liest Kindern in einer Kita aus einem Buch vor
Eine Erzieherin soll statt bisher 16 Kinder ab Juli kommenden Jahres nur noch 14 Kinder betreuen. Ein Jahr später wären es nur noch 12 Kinder. Bildrechte: dpa

Für den Schulbereich will Rot-Rot-Grün rund 42 Millionen Euro ausgeben zusätzlich zu den im Doppeletat für die Jahre 2018 und 2019 bereits geplanten Mehrausgaben im Bildungsministerium von rund 187 Millionen Euro. Das Geld dafür soll den Regierungsfraktionen zufolge aus Zuweisungen kommen, die für freiwillige Gemeindezusammenschlüsse eingeplant waren und für den Wohnungsbau. Hier seien Mittel nicht abgerufen worden.

Laut Bildungsministerium sollen in den kommenden beiden Jahren jeweils 300 Lehrer befristet eingestellt werden, damit weniger Unterricht ausfällt. Bisher seien bereits insgesamt 1.500 Lehrerstellen für 2018 und 2019 geplant gewesen. Auch das Schulbudget von 30 Euro pro Jahr und Schüler soll helfen, Unterricht abzusichern. Damit könnten Schulen Honorarkräfte bezahlen, die z.B. Musik oder Naturwissenschaften unterrichten, sagte der bildungspolitische Sprecher Torsten Wolf (Die Linke).

Lehrerverband: Geld wird kaum reichen

Zugunsten des Bildungspakets würden zudem Investitionen in Fernwasser und Gewässerschutz zunächst verschoben und Geld verwendet, das für die Unterbringung von Flüchtlingen vorgesehen war. Das "Bildungspaket" ist Bestandteil des Doppelhaushalts für 2018/2019, der im Januar vom Landtag verabschiedet werden soll.

Der Thüringer Lehrerverband (tlv) begrüßte das angekündigte Bildungspaket für Thüringen als positives Zeichen. Allerdings werde der Betrag den Schulen nicht annährend gerecht, sagte der Landesvorsitzende Rolf Busch. Laut tlv sind von den 70 Millionen insgesamt 42 Millionen Euro für die Schulen vorgesehen. Laut Busch bekommt jede Schule in Thüringen damit etwas mehr als 50.000 Euro für zwei Jahre. Das reiche nicht um einen einzelnen zusätzlichen Lehrer für zwei Jahre einzustellen. Zur kurzfristigen Entlastung sei das angekündigte Bildungspaket daher kaum geeignet.

Das Bidungspaket auf einem Blick:

Eine Grafik zeigt die Finanzposten für das Bildungswerk Thüringen
Bildrechte: MDR THÜRINGEN/SPD-Fraktion im Thüringer Landtag

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. November 2017 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. November 2017, 20:01 Uhr

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6 Kommentare

12.11.2017 11:28 Lehrer 6

Ramelow und co. sollte dazu auch mehr in die Gedenkstätten investieren! Egal ob in Buchenwald oder andernorts sollte der Besuch kostenlos sein. In der Gedenkstätte Buchenwald sind die Schülerführungen permanent ausgebucht und man muss sich daher an einen Förderverein für eine Geländeführung wenden, der dafür ``Spenden´´ verlangt. Ohne ``Spenden´´gibt es keine Führungen über das Gedenkstättengelände. Das ist eine Schande, dass man bis heute von Schülern Eintrittsgeld in einem ehemaligen KZ verlangt, nur weil der Freistaat Thüringen, mit einem Ministerpräsidenten der LINKEN, nicht genügend Personal für die Schülerbetreuung in der Gedenstätte Buchenwald finanziert. Der MDR sollte dazu mal die Gedenkstättenleitung und den Kultusminister Thüringens interviewen, warum man sich schon 1 Jahr im Voraus mit Schülern in der Gedenkstätte Buchenwald anmelden muss und ob man sich der Problematik bewusst ist, dass man sich alternativ an diesen ``Förderverein´´ wenden und dafür zahlen muss!

10.11.2017 23:10 M.W. 5

@4: Ob ein Lehrer eine Tafel mit Kreide, ein Tablet, einen Computer oder ein Widebaord benutzt im Unterricht, ist doch völlig Wurst. Ob die Stunde stattfindet, ein fachfremder Lehrer unterrichtet, der Lehrer jeden Schüler fördern kann, sind wesentlich wichtiger. Der Lernerfolg hat nicht's mit einem Stück Kreide zu tun.

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