Katholische Kirche : Bistum Erfurt legt Pfarreien zusammen
Die katholische Kirche im Bistum Erfurt wird bis zum Jahr 2020 die Zahl ihrer Pfarreien um mehr als die Hälfte reduzieren. Wie das Bistum am Dienstag mitteilte, soll es künftig nur noch 33 statt derzeit 72 Pfarreien geben. Diese Reduzierung ist Teil einer Strukturreform, die am 1. Juli in Kraft tritt und in den kommenden Jahren stufenweise umgesetzt wird. Als Grund nannte das Bistum den Rückgang der Mitgliederzahlen der katholischen Kirche, der auch in den nächsten Jahren weitergehen werde.
Pfarrer künftig für größere Gemeinden zuständig
Zum Bistum Erfurt gehörten im Jahr 2010 insgesamt 154.000 Gläubige. Zehn Jahre zuvor waren es noch 180.000 gewesen. Nach Prognosen werde die Zahl der Katholiken bis zum Jahr 2020 auf 139.000 zurückgehen, sagte Generalvikar Raimund Beck am Dienstag bei der Vorstellung der Reformpläne. Die Zahl der Priester soll in diesem Zeitraum von derzeit 103 auf 44 sinken, die der Diakone sowie Gemeindereferentinnen und -referenten von 57 auf 42.
Das Bistum betonte, dass trotz der Zusammenlegung von Pfarreien keine Kirchengebäude aufgegeben werden sollen. Jedoch würden etliche Kirchen nicht mehr Pfarrkirchen, also Sitz eines Pfarrers sein. Gemeinden, die ihren eigenen Pfarrer verlieren, sollen anderen Pfarreien als "Filialgemeinden" angeschlossen werden. Davon sind im ersten Schritt die Pfarreien Witterda bei Erfurt, Rohrberg, Bernterode, Berlinerode und Hundeshagen im Eichsfeld, Friedrichroda bei Gotha sowie Bleicherode bei Nordhausen betroffen. Um das kirchliche Leben vor Ort soll sich neben dem Seelsorger ein neu zu bildender Filialgemeinderat kümmern. Die ersten Zusammenschlüsse treten am 1. Juli in Kraft.
Die Leiterin des Erfurter Seelsorgeamtes, Anne Rademacher, sagte, die Gemeinden müssten ihr kirchliches Leben künftig weitaus selbstständiger gestalten als bisher. Seelsorger müssten künftig größere Räume in den Blick nehmen, würden dafür aber von Verwaltungsaufgaben entlastet.
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