Thüringen

Katholische Kirche : Bistum Erfurt legt Pfarreien zusammen

Die katholische Kirche im Bistum Erfurt wird bis zum Jahr 2020 die Zahl ihrer Pfarreien um mehr als die Hälfte reduzieren. Wie das Bistum am Dienstag mitteilte, soll es künftig nur noch 33 statt derzeit 72 Pfarreien geben. Diese Reduzierung ist Teil einer Strukturreform, die am 1. Juli in Kraft tritt und in den kommenden Jahren stufenweise umgesetzt wird. Als Grund nannte das Bistum den Rückgang der Mitgliederzahlen der katholischen Kirche, der auch in den nächsten Jahren weitergehen werde.

Pfarrer künftig für größere Gemeinden zuständig

Papst Benedikt XVI. und  Erfurts Bischof Joachim Wanke
Papst Benedikt XVI. und der Erfurter Bischof Joachim Wanke im September 2011 in Erfurt

Zum Bistum Erfurt gehörten im Jahr 2010 insgesamt 154.000 Gläubige. Zehn Jahre zuvor waren es noch 180.000 gewesen. Nach Prognosen werde die Zahl der Katholiken bis zum Jahr 2020 auf 139.000 zurückgehen, sagte Generalvikar Raimund Beck am Dienstag bei der Vorstellung der Reformpläne. Die Zahl der Priester soll in diesem Zeitraum von derzeit 103 auf 44 sinken, die der Diakone sowie Gemeindereferentinnen und -referenten von 57 auf 42.

Das Bistum betonte, dass trotz der Zusammenlegung von Pfarreien keine Kirchengebäude aufgegeben werden sollen. Jedoch würden etliche Kirchen nicht mehr Pfarrkirchen, also Sitz eines Pfarrers sein. Gemeinden, die ihren eigenen Pfarrer verlieren, sollen anderen Pfarreien als "Filialgemeinden" angeschlossen werden. Davon sind im ersten Schritt die Pfarreien Witterda bei Erfurt, Rohrberg, Bernterode, Berlinerode und Hundeshagen im Eichsfeld, Friedrichroda bei Gotha sowie Bleicherode bei Nordhausen betroffen. Um das kirchliche Leben vor Ort soll sich neben dem Seelsorger ein neu zu bildender Filialgemeinderat kümmern. Die ersten Zusammenschlüsse treten am 1. Juli in Kraft.

Die Leiterin des Erfurter Seelsorgeamtes, Anne Rademacher, sagte, die Gemeinden müssten ihr kirchliches Leben künftig weitaus selbstständiger gestalten als bisher. Seelsorger müssten künftig größere Räume in den Blick nehmen, würden dafür aber von Verwaltungsaufgaben entlastet.

Karte Bistum Erfurt

Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2012, 21:37 Uhr

3. Lutz Blobner:
Wie soll das gehen, nicht zukurz kommen? Schon jetzt hatte unser Pfarrer in Artern mehrere Gemeinden zu betreuen! nun ist die Stelle auch noch weg und ein anderer macht die Arbeit für Ihn mit! Das geht doch garnicht ohne zu kurz kommen! Gottesdienste, Christenlehre, Beerdigungen, Taufen, Seelsorge etc. Wann soll das sein? Dienstagabend oder Mittwoch in der Früh? Man soll sich nicht wundern wenn die Austritte aus der Kirche zunehmen und niemand mehr Interresse dafür zeigt! Man kann doch kein Vertrauen zum Pfarrer aufbauen wenn man Ihn nicht kennt und er hetzt von einem Ort zum anderen! Soll ich dann 50 km fahren? Aber wann, denn in der Woche geht es nicht bei mir und am Wochenende ist er dann irgendwo!?
27.06.2012
16:14 Uhr
2. Bürger:
Die Politik fängt alle arbeitslosen Pfarrer auf. Ich glaube nicht, dass diese sich auf dem Arbeitsamt melden müssen und nach Billiglohnarbeit (Zeitfirmen), HarzIV,Grundsicherung, Sozialhilfe,Kinder-und Rentnerarmut usw., zur Fürbitte nach Almosen betteln brauchen. Darauf wie immer eine Diätenerhöhung und eine gute Altersvorsorge, aber nicht wie die derzeitige Rentenerhöhung von 11,30 Euro auf 500,- Euro Renteneinkommen Brutto.
27.06.2012
07:01 Uhr
1. Ninonano :
Schon komisch, wenn die Zahl der Gläubigen bis 2020 nur um ca. 15 % sinkt, den Grund bei den sinkenden Mitgliedern zu suchen. Ist es nicht so, dass es keinen Nachwuchs an Proestern gibt. Hier wird eine falsche Begründung geführt. Schade das diejenigen als Grund herhalten müssen die nichts für können und auch in der Sache nix ändern können. Das kann die Kirche nur selbst!!!
26.06.2012
20:46 Uhr

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