Stichwahlen in Thüringen 36 Orte suchten erneut ihren Bürgermeister

In 36 Thüringer Kommunen waren Menschen am Sonntag erneut aufgerufen, ihren Bürgermeister zu wählen. Von 8 bis 18 Uhr durften insgesamt 21.800 Wahlberechtigte abstimmen.

Um den hauptamtlichen Bürgermeisterposten geht es nur noch im Amt Wachsenburg (Ilm-Kreis). Dort hatte der CDU-Kandidat Uwe Möller die nötige Mehrheit mit 49,7 Prozent um zehn Stimmen verfehlt und trat nun gegen Mario Drehkopf an, der 20,4 Prozent erreicht hatte. 

Los entscheidet bei Stimmengleichheit

Eine Hand wirft einen Stimmzettel in eine Wahlurne.
Knapp 22.000 Menschen sind erneut zur Wahl aufgerufen. Bildrechte: MDR/ Hannah Beck

In den anderen 35 Orten werden die Posten ehrenamtlich besetzt. In Döbritschen im Weimarer Land traten am Sonntag Susann Hörl und Marina Kaufmann gegeneinander an. Auch in Schwerstedt bei Straußfurt im Kreis Sömmerda sollten die Wahlberechtigen erneut abstimmen. Dort stellten sich Veronique Högler (FDP) und Thomas Wagner der Stichwahl.

Wie das Landesamt für Statistik mitteilte, wurden die Kandidaten in Meusebach, Möckern (beide Saale-Holzland-Kreis) und Quaschwitz (Saale-Orla-Kreis) per Los festgelegt. Das gibt es immer dann, wenn mindestens zwei Kandidaten ein identisches Wahlergebnis erreichen. In Möckern erzielten gleich vier Kandidaten 9,9 Prozent der Stimmen.

Keiner will in Gompertshausen und Dobitschen

In Südthüringen gab es am Sonntag fünf Bürgermeister-Stichwahlen, drei davon im Kreis Schmalkalden-Meiningen, zwei im Landkreis Hildburghausen. Kurios gestaltete sich die Wahl in Gompertshausen im Heldburger Unterland. Dort hatten die beiden Kandidaten im Vorfeld erklärt, sie wollten im Falle eines Sieges die Wahl nicht annehmen. Sie wurden bei der ersten Runde von Wählern auf die Wahlzettel geschrieben, weil es keine Bewerber gegeben hatte. Die zwei am häufigsten vorgeschlagenen Kandidaten gingen automatisch in die Stichwahl.

Noch kurioser ging es in Dobitschen im Altenburger Land zu. Auch dort schrieben die Wähler eigene Vorschläge auf die Stimmzettel. Einer der beiden Kandidaten rief dazu auf, seinen Mitbewerber zu wählen. Die Sprecherin des Landratsamtes, Jana Fuchs, sagte, das sei zwar ungewöhnlich, kommunalrechtlich sei die Werbung eines anderen Kandidaten aber kein Problem.

Erstmals Jugendliche an der Wahlurne

Am 5. Juni gab es in 543 Orten Bürgermeisterwahlen. 314.000 Bürger waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Die meisten Bewerber wurden im ersten Durchgang gewählt. In den betreffenden 36 Orten verpassten Bewerber allerdings die absolute Mehrheit, so dass es zur Stichwahl kam. Erstmals waren bei den Bürgermeisterwahlen Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Die Senkung des Wahlalters bei Kommunalwahlen hatte der Landtag im vergangenen Jahr beschlossen.

Zuletzt aktualisiert: 19. Juni 2016, 18:19 Uhr

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