Nordhausen | Sömmerda Firmen mit neuer Masche um Millionen geprellt

Mit einer relativ neuen Betrugsmasche sind Thüringer Firmen um Millionen Euro geprellt worden. Nach Angaben der Erfurter Polizei meldete sich eine unbekannte Frau telefonisch bei Mitarbeitern einer Firma im Landkreis Sömmerda und gab sich als "Bevollmächtigte" für eine Firmenübernahme aus. Nach weiteren Gesprächen und E-Mail-Verkehr habe ein Mitarbeiter der Firma knapp eine Million Euro auf ein fremdes Konto überwiesen. Mit demselben Trick sollten in den vergangenen Monaten bereits zwei Erfurter Firmen um mehr als 900.000 Euro geprellt werden, was jedoch scheiterte.

Betroffenes Unternehmen auch in Nordhausen

Zu den betrogenen Firmen gehört nach eigenen Angaben auch die Energieversorgung Nordhausen. Sie habe 926.500 Euro auf ein ausländisches Bankkonto überwiesen. Die Ermittlungen habe das Bundeskriminalamt übernommen. Noch in dieser Woche solle sich die Gesellschafterversammlung mit der Fall befassen.

"Gut vorbereitet, geschickt und mit viel Druck"

Euroscheine
Millionenbeute mit professioneller Betrugsmasche Bildrechte: IMAGO

Die Polizei warnt Firmen vor der Betrugsmasche, bei der die Täter sehr geschickt und "mit viel Druck" vorgingen. Sie seien gut organisiert und vorbereitet und würden sich über gefälschte Mailadressen melden. Dem Buchhalter eines Unternehmens werde durch mehrfache E-Mails und Anrufe vorgespielt, eine dringende und geheime Geldüberweisung müsse schnell und unauffällig durchgeführt werden. Selbst erfahrene Buchhalter ließen sich zur Überweisung von Millionenbeträgen bewegen. Die Polizei nennt die Methode "CEO-Betrug" (CEO="Chief Executive Officer", was für Geschäftsführer oder Vorstandschef steht).

Warnhinweise des Bundeskriminalamtes zum CEO-Betrug (pdf-Dokument)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - das Radio | Polizeibericht | 10.01.2017 | 15:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2017, 13:34 Uhr

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4 Kommentare

12.01.2017 13:41 Harry 4

Was bitte ist denn an "CEO Fraud" neu?

12.01.2017 10:24 Geschäftsführer 3

Da kann man sich nur an den Kopf fassen. An solchen Positionen sollten eigentlich studierte Kräfte sitzen, die bei solchen Sachen sich mit der Geschäftsführung austauschen.
Welcher normale Mensch überweist 1 Mio. ins Ausland, nur weil da jemand Druck macht und ohne Weisung der Geschäftsleitung. Unfassbar!