Thüringen

Mehrausgaben und Schuldenabbau : Thüringer Landesregierung beschließt Doppelhaushalt

Die Thüringer Landesregierung hat den geplanten Doppelhaushalt für 2013 und 2014 beschlossen. Er sieht in den nächsten beiden Jahren Ausgaben von knapp neun Milliarden Euro vor. Wie Finanzminister Wolfgang Voß sagte, will das Land dabei keine neuen Schulden machen und stattdessen jedes Jahr 65 Millionen Euro an Schulden zurückzahlen.

Kompromiss verursacht Mehrausgaben

Die SPD hatte nach monatelangem Streit einem Doppelhaushalt vor einer Woche grundsätzlich zugestimmt. Im Gegenzug hatte sie Mehrausgaben für Kommunen, für Schulen und Kindergärten und für Kultureinrichtungen durchgesetzt. So soll für die Städte und Gemeinden ein Ausgleichsfonds geschaffen werden, in den das Land bis 2014 insgesamt 70 Millionen Euro einzahlen soll, allein 30 Millionen im nächsten Jahr. 2013 und 2014 sollen jeweils 400 neue Lehrer eingestellt werden. Das sind mehr als bisher geplant. Außerdem sollen die Schulen Geld für rund 200 Schulsozialarbeiter bekommen. Für Städte mit finanziell angeschlagenen Kultureinrichtungen, wie den Theatern Eisenach und Altenburg-Gera, sollen weitere neun Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

Finanzminister Voß erklärte, die Mehrausgaben könnten ohne zusätzliche Schulden bestritten werden. Auch bei dem Ziel, jährlich 65 Millionen Euro alte Schulden abzubauen bleibe es. Die zusätzlichen Ausgaben würden aus verschiedenen internen Quellen bestritten. Ein Teil des zusätzlichen Geldes für die Kommunen komme aus dem sogenannten Ausgleichsstock des Landes, einem bereits bestehenden Nothilfefonds. Außerdem spare das Land Geld durch niedrige Kreditzinsen und habe auch bei Bürgschaften geringere Ausgaben.

Voß mahnt zum Sparen

Langfristig mahnte der Finanzminister zum Sparen. Wegen der schwindenden Solidarpakt-Zahlungen und Kürzungen bei den EU-Mitteln müssten die Ausgaben bis 2020 um mehr als eine Milliarde Euro reduziert werden, sagte er. Durch eine Verwaltungsreform müssten bis dahin rund 11.000 Stellen im öffentlichen Dienst des Landes abgebaut werden. Die Städte, Gemeinden und Landkreise hingegen hätten ihren Beitrag zum Sparen bereits erbracht.

Zuletzt aktualisiert: 02. Oktober 2012, 18:54 Uhr

2. Herbstblume:
Wenn ich die Familien und Rentner sehe, die am Existenzminium leben und das sind nicht wenige, da frage ich mich, wo sollen die Bürger noch sparen? Das Sozialamt zur Grundsicherung Ost 650,- Euro verlangt einen Offenbarungseid vom Bürger ab und ist der Meinung, ehe wir Zahlen zum Lebensunterhalt, lebt ihr Bürger erst einmal von der Luft, dann geht es euch bald besser. Sozialabbau und Raubbau am Bürger steht doch seit Jahren zur Disposition. Zum Schluss muss das Gesundheitsamt die Bestattung im Ausland billig und anonym als Sterbebegleiter ableisten. Von menschlicher Ethik zum Bürger ist da keine Spur vorhanden. Darauf eine Diäten -und Altersvorsorgeerhöhung für unsere Politiker.
03.10.2012
12:21 Uhr
1. jochen:
Voß mahnt zum Sparen Langfristig mahnte der Finanzminister zum Sparen. Den Satz kenn ich noch aus DDR-Zeiten: Wir müssen sparen, sparen, sparen, koste es was es wolle.
03.10.2012
00:04 Uhr

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