Demografie-Bericht Es bleibt dabei: Einwohnerzahl fällt unter zwei Millionen

Thüringens Landesstatistiker rechnen weiterhin mit nur noch 1,88 Millionen Thüringer Einwohnern im Jahr 2035. Laut dem am Dienstag veröffentlichten Bericht zur Bevölkerungsentwicklung könnte auch die für diesen Zeitraum auf 38.000 Menschen geschätzte Zuwanderung diese Entwicklung nicht aufhalten.

Der Bericht entspricht dabei in der Grundaussage der Bevölkerungsvorausberechnung 2015. Das bedeute einen Rückgang um 13 Prozent im Vergleich zu den bisher 2,16 Millionen Einwohnern. Hauptgrund ist, dass jährlich mehr Menschen sterben als Babys auf die Welt kommen. Auch die zuletzt leicht positive Bilanz aus Wegzügen einerseits und Umzügen nach Thüringen andererseits ändert nichts an dieser Entwicklung. In zehn Jahren wird es weniger als zwei Millionen Thüringer geben. Gleichzeitig werde der Anteil der über 65-Jährigen stark steigen und der Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter weiter sinken.

Grafik zu Bevölkerungsanteil im erwerbsfähigen Alter mit 60% für 2017 und 50% für 2035
Wie groß ist das Arbeitskräftepotential in Thüringen? Bildrechte: MDR

Echtes Wachstum soll es demnach nur in Erfurt und Jena geben, während vor allem der ländliche Raum Bevölkerungseinbußen hinzunehmen hat. Jeweils 20.000 Einwohner verlieren demnach der Wartburgkreis (bisher 126.000 Einwohner) sowie die Kreise Schmalkalden-Meiningen (bisher 125.000), Saalfeld-Rudolstadt (bisher109.000), Saale-Holzland (bisher 86.000), Greiz (bisher 101.000) und Altenburger Land (bisher 92.000) in den nächsten beiden Jahrzehnten. Diese regionalen Prognosen sind in früheren Jahren aber nicht immer in der Realität auch eingetreten: So verzeichnete Erfurt bereits in den vergangenen Jahren ein Wachstum, während ein Rückgang prognostiziert worden war.

Wie sich diese Entwicklung auf eine Thüringer Stadt auswirkt, hat MDR AKTUELL-Korrespondent Ludwig Bundscherer untersucht. Er recherchierte, was der sperrige Begriff "Demografie" für Suhl bedeutet:

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit | 14.03.2017 | ab 18:00 Uhr
MDR THÜRINGEN JOURNAL | 14.03.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2017, 15:54 Uhr

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2 Kommentare

14.03.2017 19:38 Seinfeld 2

Hallo, also mich stört, dass man immer in Landkreisen rechnet. Die Entwicklung in den größeren Städten (etwa ab 20.000) verlaufen meist ganz anders wie im dazugehörigen Landkreis. In meiner Heimatstadt etwa, die weder Erfurt noch Jena noch kreisfrei ist, wird vom TLS ein wenn auch leichtes Bevölkerungswachstum bis 2035 prognostiziert. So wird es möglicherweise auch woanders sein, eine Reihe von Städte wachsen, dafür großer Bevölkerungsrückgang hauptsächlich auf dem Land. Nur, in den veröffentlichten Statistiken ist dies nicht erkennbar.

14.03.2017 17:33 der_grenzgänger 1

Servus. Also keiner hat eine Glaskugel zum prognostizieren. Danach sollte Leipzig auch heute nur noch 400.000 Menschen haben- Nun sind es viel, viel mehr. Der Geburtenknick in den 90ern wird so langsam aufgeholt. Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis so umschaue, sehe ich, dass meine Freunde/Freundinnen/Family gerade jetzt dauerschwanger sind. Ich spreche von einem Alter von ca. 26-36 Jahren, das schwankt natürlich. Es werden einfach später Kinder geboren. Man ist zwar noch nicht bei 2 Kindern pro Mutter, aber auch nicht mehr so weit weg wie vor ein paar Jahren. Und schaut man sich die (nicht vorhandenen) Immobilien an (neben den A4-Städten auch West-/Südthüringen), so frage ich mich wirklich, ob solche Statistiken überhaupt taugen. Vorschlag: 1) Adoptionsrecht für alle 2) Kindergeld rauf, dafür aber nur bis 21 ausgezahlt 3) Künstliche Befruchtung noch besser fördern 4) Recht auf Wiedereisntellung nach Babypause 4) Elterngeld anheben

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