Verkauf von E.ON Thüringer Energie AG : Anti-Korruptionsbeauftragter sieht sich bei Überprüfung behindert
Der Anti-Korruptionsbeauftragte des Thüringer Innenministeriums sieht sich durch das eigene Haus in seiner Arbeit behindert. Peter Wickler hat sich deshalb bei Landtagspräsidentin Birgit Diezel über das Vorgehen des Ministeriums zum E.ON-Verkauf beschwert. Ein Sprecher der Landtagspräsidentin bestätigte den Eingang des Schreibens.
Nach Informationen von MDR THÜRINGEN wirft Wickler dem Innenministerium vor, ihm Akten zum E.ON-Verkauf vorzuenthalten. Vor Weihnachten hatte er das Geschäft auf mögliche Unregelmäßigkeiten überprüft. Dafür hatte er aus der zuständigen Abteilung des Innenministeriums Akten eingeholt. Nach Informationen des MDR hat Innenstaatssekretär Bernhard Rieder angewiesen, die Akten zurückzuholen.
Das Thüringer Innenministerium teilte inzwischen mit, Wickler habe ohne Rechtsgrundlage gehandelt. Er habe keinen Anlass gehabt habe, den Kauf zu prüfen. Daraufhin habe das Ministerium ihm die Unterlagen wieder entzogen.
Hintergrund für Wicklers Ermittlung soll die Aussage eines Mitarbeiters des Innenministeriums gewesen sein. Dieser hatte erklärt, er könne den E.ON-Kauf nicht prüfen, da er mit einem der Beteiligten befreundet sei. Nach MDR-Informationen soll es sich um einen hochrangigen Manager des Energieunternehmens handeln. Daraufhin wollte der Anti-Korruptionsbeauftragte offenbar alle Beamten überprüfen, die an dem E.ON-Geschäft beteiligt sind.
Anfang Januar hatte der Düsseldorfer Mutterkonzern E.ON 43 Prozent seiner Anteile an dem Thüringer Tochterunternehmen an den kommunalen Zweckverband KET verkauft. Dem Verband gehören rund 400 Städte und Gemeinden an.
