Beschädigte Häuser nach einem Erdfall in Nordhausen
Bildrechte: Landratsamt Nordhausen

Unterirdischer Hohlraum Erdfall in Nordhausen reißt Gebäudeteile in die Tiefe

Auf einem Betriebshof des Landkreises Nordhausen hat sich die Erde aufgetan. Das Loch reicht dutzende von Metern in die Tiefe und hat Gebäudeteile verschlungen. Ein unterirdischer Hohlraum soll die Ursache sein.

Beschädigte Häuser nach einem Erdfall in Nordhausen
Bildrechte: Landratsamt Nordhausen

In Nordhausen ist es am Freitagabend zu einem massiven Erdfall gekommen. Nach Angaben des Landratsamts entstand auf dem Betriebshof der kreiseigenen Servicegesellschaft ein Loch zwischen zwei Wirtschaftsgebäuden, das sich immer weiter vergrößert hat. Augenzeugen berichteten, sie hätten vor dem Erdrutsch ein Grummeln gehört. Dann hätten sich zwei Löcher gebildet, die schließlich zu einem großen Krater zusammengewachsen seien. Teile eines Verwaltungsgebäudes und eines weiteren Wirtschaftsgebäudes brachen ab und stürzten in die Tiefe. Beide Gebäude sind einsturzgefährdet.

Menschen kamen nicht zu Schaden, weil in den Gebäuden niemand mehr arbeitete. Das entstandene Loch ist schätzungsweise 40 bis 50 Meter tief, 30 Meter breit und hat sich mit Wasser gefüllt. Der Krater wurde weiträumig abgesperrt. Anwohner waren und sind nach Ansicht der Behörden nicht in Gefahr.

Ursache: Unterirdischer Hohlraum in großer Tiefe

Experten der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie haben empfohlen, das Loch mit Kies zu verfüllen. Eine Sprecherin des Landratsamtes sagte, damit solle am Montag begonnen werden. Die Fachleute gingen davon aus, dass ein Hohlraum in 100 bis 150 Metern Tiefe den Erdfall ausgelöst hat. Der Untergrund in dieser Tiefe dürfte aus Gips und Anhydrit bestehen, die wasserlöslich sind und über einen längeren Zeitraum ausgepült wurden. Das darüber liegende Erdreich sei schließlich nachgerutscht. Die Experten vermuten, dass rund 70.000 Tonnen Erdreich in den Hohlraum gerutscht sind.

Zunächst hatte der Leiter der Berufsfeuerwehr Nordhausen, Gerd Jung, vermutet, es handele sich um eine Unterspülung durch den nahegelegenen Gebirgsfluss Salza. Die Geologen erklärten jedoch, sie hielten dies für unwahrscheinlich. Nach Darstellung des Landratsamtes hatte auf dem Gelände am Freitagabend die freiwillige Feuerwehr von Bleicherode geübt. Die Feuerwehrleute hätten Alarm gegeben, als sich die Erde auftat. Feuerwehrchef Jung berichtete, der Krater habe sich mit Wasser gefüllt, das sich vermutlich in dem unterirdischen Hohlraum befunden habe. Das nachrutschende Erdreich habe das Wasser nach oben gedrückt. Da das Wasser deutlich wärmer gewesen sei als die Luft, habe sich Dunst gebildet, der die Sicht erschwert habe. Die Geräuschentwicklung sei "gigantisch" gewesen, so Jung.

Schon einmal ein Vorfall vor sechs Jahren

Bereits vor sechs Jahren - im März 2010 - war auf es auf dem Gelände an derselben Stelle zu einem Erdfall gekommen, in dem ein Schneeschieber-Kleinlaster komplett versank. Der Fahrer hatte sich damals unverletzt retten können. Das Gelände hatte damals als Brand- und Katastrophenschutzzentrum gedient. Inzwischen wird es von der Servicegesellschaft des Kreises genutzt, die für die Straßeninstandhaltung zuständig ist. Auf dem Gelände sind unter anderem Streu- und Räumfahrzeuge untergestellt, die noch am Abend alle aus der Gefahrenzone gebracht werden konnten.

Die betroffenen Gebäude auf dem Gelände wurden nach Darstellung des Landkreises für 600.000 Euro renoviert und umgebaut, bevor die kreiseigene Gesellschaft einzog. Zuvor sei das Gelände wegen des vorangegangenen Erdfalls aufwändig untersucht worden. Bohrungen in bis zu 45 Meter Tiefe hätten jedoch keine Hinweise auf unterirdische Störungen ergeben.

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2016, 08:10 Uhr

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38 Kommentare

22.02.2016 22:28 Charly Banani 38

Teil 2: Bitte selber die Websites aufsuchen, weil hier links nicht erlaubt sind: -Wikipedia Erdfall - google-maps: 51.5084223,10.768144,230m/data=!3m1!1e3 -Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie Rubriken: Georisiko, Geologie->Merkblätter Erdfallrisiko, Kartendienste->Geologie Karte 1:10000 (jsessionid=B471B9175721A7F7B39940A98406EEDD); Es bleibt Angesichts vieler haarsträubender Kommentare nur festzustellen, dass es manchmal wünschenswert wäre, wenn es einen partiellen Verlust des Erdmagnetismus gäbe, damit sich die Menschheit von ihren dummen Zeitgenossen befreien könnte, die so häufig die Ursache für viele menschengemachte Übel in allen Bereichen des Lebens rund um den Erdball sind.

22.02.2016 17:05 GF 37

Warum bauten sie es neu auf? Es wurde schon der schneeschieber verschluckt. Ok es wurde zwar geforscht aber anscheint nicht genug einfachste lösung einen taucher oder eine kamera runterschicken die das untersucht. Und das gelände für immer sperren aber so das keiner mehr drauf kommt.

22.02.2016 15:30 Faltungshall 36

33. Charly Banani: "Es ist schon erschreckend, was ein natürliches geologisches Ereignis im Thüringer Gipskarst-Gebiet für Kommentare und Reaktionen hervorruft."

Die Bewertung einzelner Reaktionen und Kommentare ist oftmals erschreckend. Sie offenbart oftmals Vertuschung oder gar Unvermögen.

22.02.2016 14:02 Karl L. 35

@ Jezabeliberté: Bitte, warum ist das Humbug ? Vielleicht können Sie das mal erläutern.

22.02.2016 14:01 Charly Banani 34

Teil 3: Bitte selber die Websites aufsuchen, weil hier links nicht erlaubt sind: -Wikipedia Erdfall - google-maps: 51.5084223,10.768144,230m/data=!3m1!1e3 -Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie Rubriken: Georisiko, Geologie->Merkblätter Erdfallrisiko, Kartendienste->Geologie Karte 1:10000 (jsessionid=B471B9175721A7F7B39940A98406EEDD); Es bleibt Angesichts vieler haarsträubender Kommentare nur festzustellen, dass es manchmal wünschenswert wäre, wenn es einen partiellen Verlust des Erdmagnetismus gäbe, damit sich die Menschheit von ihren dummen Zeitgenossen befreien könnte, die so häufig die Ursache für viele menschengemachte Übel in allen Bereichen des Lebens rund um den Erdball sind.

22.02.2016 13:29 Charly Banani 33

Teil 1: Es ist schon erschreckend, was ein natürliches geologisches Ereignis im Thüringer Gipskarst-Gebiet für Kommentare und Reaktionen hervorruft. Bevor man sich zu irgendwelchen Reaktionen oder Kommentaren hergibt, sollte man sich vorab informieren und/ oder seine Geografie- und Geologie-Kenntnisse auffrischen

22.02.2016 11:09 Faltungshall 32

Es scheint etwas verwerflich, wenn sich missgünstige Vertreter westdeutscher Ballungszentren an Privatdaten und Kommentaren der hier ansässigen Bevölkerung bedienen. Jenes gilt auch für den DFB und dessen Zuträger.

22.02.2016 10:09 Witwer Bolte 31

@(Jezabeliberté) in @28.: Ich zitiere Sie: "Ich wüsste übrigens, wen ich in das Loch stecken würde ..." Jetzt raten SIE mal, wen ICH da hinstecken würde...

22.02.2016 08:53 Norweger 30

Hat das was mit der Absenkung des Grundwasserspiegels zu tun (damit es keine privaten Brunnen mehr gibt)?

21.02.2016 17:03 Faltungshall 29

Man stelle sich einen Datenball, ähnlich einem Wollknoll vor.
Zieht man an einer Kette mit großen Widerständen (IP), so kann die Kette an diesen Widerständen reissen.
Löst sich hingegen der Widerstand auf, so entstehen diese Phänome.
Die Art und Weise der Phänomene ist Themen - und IPabhängig.