Thüringen

Arbeitsmarkt leergefegt : Pflegeheime müssen Senioren mangels Pflegekräften abweisen

In Thüringen hat die Heimaufsicht bereits mehrfach Aufnahmestopps für Pflegeheime verhängt, denen die erforderlichen Fachkräfte fehlten. Aufsichtsleiter Uwe Koch sagte MDR THÜRINGEN, für elf Heime sei in den vergangenen beiden Jahren ein Aufnahmestopp verfügt worden. "Das ist das äußerste Mittel", so Koch. Grundlage sei die Heimpersonalverordnung, nach der mindestens jeder zweite Betreuer eine Fachkraft sein müsse. Die Senioren- und Pflegeheime bräuchten jedoch bis zu ein Jahr, um entsprechende Mitarbeiter zu finden.

Britta Richter vom Paritätischen Wohlfahrtsverband sagte, mittlerweile lockten Heime neue Mitarbeiter mit familienfreundlichen Angeboten wie Kinderbetreuung durch Tagesmütter und flexibleren Dienstplänen. Nach Recherchen von MDR THÜRINGEN bieten einzelne Heime Fachkräften sogar Antrittsprämien von bis zu 2.000 Euro und private Dienstwagennutzung plus Benzingeld.

Bei der Arbeitsagentur sind aktuell in Thüringen 272 offene Stellen für Altenpflege-Fachkräfte gemeldet. Agentursprecher Christian Weinert erklärte, dem stünden jedoch lediglich acht Bewerber gegenüber. Die durchschnittliche Zeit, bis eine solche Stelle besetzt sei, nehme stetig zu.

Heimaufsichtsleiter Uwe Koch erklärt den Personalmangel auch damit, dass es immer mehr Pflegeeinrichtungen im Freistaat gibt. Dieser Trend werde anhalten, weil der Anteil älterer Menschen weiter zunehme. 

Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2013, 06:00 Uhr

7. Tamico:
Nicht die Fachkräfte sind der Mangel, sondern gut bezahlte und damit auskömmliche Jobs. Für 800 Euro, netto tut dies halt niemand mehr im 4 Schicht System!
17.02.2013
20:57 Uhr
6. Verdana:
Nach Ansicht der Heimpersonalheimverordnung sind Altenpflegehelferinnen und Altenpflegehelfer, Krankenpflegehelferinnen und Krankenpflegehelfer sowie vergleichbare Hilfskräfte keine Fachkräfte im Sinne der Verordnung. Warum bildet man diese Arbeitskräfte nicht als Fachkräfte aus mittels Weiterbildung und einen staatlichen Abschluss anstatt sie außen vor zu lassen? So schlägt man 2 Fliegen mit einer Klappe. Man hätte somit Fachkräfte und auch gleich Arbeitskräfte. Jeder hat eine Chance warum bietet man diesen Arbeitskräften nicht die gleichen Konditionen an wie den Fachkräften? Wenn ich Geschäftsführer einer Pflegeeinrichtung wäre würde ich die Pflegehelfer animieren dazu an einer erweiterten Aus und Weiterbildung teilzunehmen und ihnen auch einen Dienstwagen mit 1x monatlichen Benzingeld von 50,00 Euro zur Verfügung stellen. Auch sollte man nicht vergessen.
17.02.2013
14:37 Uhr
5. Dorfbürger:
Die meisten pflegebedürftigen Rentner haben so wenig Rente (500,- Euro und weniger),- da sie für den Staat sehr gut körperlich gearbeitet haben, sie haben Kinder groß gezogen und regelmäßig ihre Steuern sowie ihre neben Abgaben bezahlt. Diese Bürger müssen leider Gottes die Pflegeheime im Bezug zu den hohen Kosten und nicht mehr bezahlbar zu Hause hinvegitieren. Das ganze Pflegesystem müsste eigentlich auf dem Prüfstand und auf eine menschliche Art und Weise gestellt werden im angeblichen Rechtsstaat. Die Kinder sind abgewandert in andere Bundesländer um Leben zu können und die Alten sind hier geblieben und stehen vor ihrer Lebenssituation als Pflegenotstand zu werden, wobei die Sterbekosten auch nicht mehr zu bezahlen sind.
17.02.2013
08:25 Uhr
4. Andreas Obenauf:
Ich wundere mich über diesen Zustand in den Pflegeeinrichtungen nicht mehr. Denn es war absehbar, dass es irgendwann mal so kommen wird. Da die Aus(Bildung) Ländersache ist, kann jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kochen. Ich selbst habe eine sozialpädagoisch - pflegerische Fachschulausbildung zum Familienpfleger absolviert. Bin eine gelernte Fachkraft, bekomme nur Absagen. Pflegehelfer mit Zertifikat werden eingestellt und anerkannt, mein Berufsbild wird nicht anerkannt. Die ganze Pflege müsste NEU strukturiert werden. Sei es in der Ausbildung, aber auch die Entlohnung und die Bedingungen. Es sollte meiner Meinung nach auch verstärkt ein Augenmerk auf die Familienpflege gesetzt werden. Die Politik hat auf diesem Gebiet noch sehr viel Nachholbedarf, sonst sind sie die Nächsten, die gepflegt werden müssen.
16.02.2013
20:09 Uhr
3. Müller:
Anstatt solche Versprechungen um die neuen Pflegfachkräfte an zulocken sollte man bei den Pflegepersonal den Arbeitschutz einhalten, das Arbeitszeitgesetz, höhere Löhne zahlenmit Stundenlohn Westniveau 12 Euro Erschwerniszuschläge zahlen, Arbeitsbedingungen andern keine Akkordarbeit dies schadet der Pflegekraft und auch den Patienten. Für den Patienten müssen Pflegekräft mehr Zeit haben mindestens 30 Minuten pro Patient keine 12,5min. Einfühlungsvermögen, und Verantwortungsbewußtsein muß vorhanden sein und eine gesunde Pflege. Aber auch Pflegehelfer sollte man für Tätigkeiten einstellen, die die EX. Pflegekräfte nicht arbeiten möchten zum Beispiel die Beschäftigung mit den Patienten und Betreuung. Ich war selbst Altenpfleger und kenne die Sachverhalte auch zu DDR und Westzeiten.
16.02.2013
19:43 Uhr
2. speer kontsanze:
ich kann mir vorstellen das es bald bundesweit so sein wird meine erfahrung sagt mir immer weniger wollen diesen beruf lernen o ausüben warum ganz einfach in erster linie die bezahlung die körperliche u psychische belastung was eigendlich durch zu wenig personal entsteht wobei ich das als schlimmer empfinde es bleibt einfach zu wenig zeit für die bew die erfahrung zeigt auch man sollte mit herz dabei sein u nicht nur das man einen berufabschluß hat was immer wieder vorkommt .troztdem gebe ich weiterhin mein bestes u würde mich freuen wenn die politiker endlich mal wach werden denn sie sind die nächsten zu pflegenden
16.02.2013
18:24 Uhr
1. Annett:
Bei diesen Löhnen und bei dem Stress und Hektik kein Wunder! Ich habe freiwillig nach einem 3/4 Jahr aufgehört! DAS ist keine Arbeit, die eigentlich Spaß machen könnte!
16.02.2013
16:00 Uhr

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Stichwort: Heimpersonalverordnung

Die Heimpersonalverordnung schreibt vor, dass betreuende Tätigkeiten nur durch Fachkräfte oder unter angemessener Beteiligung von Fachkräften wahrgenommen werden. Hierbei muss mindestens einer, bei mehr als 20 nicht pflegebedürftigen Bewohnern oder mehr als vier pflegebedürftigen Bewohnern mindestens jeder zweite weitere Beschäftigte eine Fachkraft sein. In Heimen mit pflegebedürftigen Bewohnern muß auch bei Nachtwachen mindestens eine Fachkraft ständig anwesend sein. Fachkräfte im Sinne dieser Verordnung müssen eine entsprechende Berufsausbildung abgeschlossen haben.
Altenpflegehelferinnen und Altenpflegehelfer, Krankenpflegehelferinnen und Krankenpflegehelfer sowie vergleichbare Hilfskräfte sind keine Fachkräfte im Sinne der Verordnung.

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