Das einstige FDGB-Ferienheim August Bebel in Friedrichroda
Der FDGB-Chef Harry Tisch weihte den Prestigebau 1980 ein. Das FDGB-Heim "August Bebel"war ein Vorzeigeobjekt und bot für DDR-Verhältnisse einen ungewöhnlichen Luxus. Bildrechte: Berghotel Betriebs GmbH und Co.

Thüringer Ferienorte früher und heute: FDGB-Heim "August Bebel" Berghotel Friedrichroda: Ein "Maya-Tempel" mitten im Wald

von Heinz Diller

Das einstige FDGB-Ferienheim August Bebel in Friedrichroda
Der FDGB-Chef Harry Tisch weihte den Prestigebau 1980 ein. Das FDGB-Heim "August Bebel"war ein Vorzeigeobjekt und bot für DDR-Verhältnisse einen ungewöhnlichen Luxus. Bildrechte: Berghotel Betriebs GmbH und Co.

Das FDGB-Heim "August Bebel" in Friedrichroda war mit rund 1.500 Betten das größte in Thüringen. Gebaut wurde es in den siebziger Jahren auf dem 480 Meter hohen Reinhardsberg bei Friedrichroda. Aufgrund seiner Bauweise und der exponierten Lage erhielt es schnell Spitznamen wie "Maya-Tempel" oder "Bienenkorb".

Das einstige FDGB-Ferienheim August Bebel in Friedrichroda
Das FDGB Heim "August Bebel" in Friedrichroda war mit rund 1.500 Betten das größte in Thüringen. Es eröffnete 1980. Bildrechte: MDR/Heinz Diller

Der FDGB-Chef Harry Tisch weihte den Prestigebau 1980 persönlich ein. Das Haus war ein Vorzeigeobjekt und bot für DDR-Verhältnisse einen ungewöhnlichen Luxus. Dazu gehörte beispielsweise ein große Schwimmhalle und eine Sauna. Daneben gab es viele Restaurants, Bars und Service-Einrichtungen für die Gäste, wie ein Kosmetiksalon oder ein Friseur. Ein anspruchsvolles Freizeitprogramm und Betreuungsmöglichkeiten für Kinder machten den Aufenthalt zum Erlebnis für DDR-Bürger.

Ende 1990 nach der "Wende“ kam aber auch für das Heim "August Bebel" das Aus - wie für alle FDGB-Heime in der DDR. Doch die Stadt Friedrichroda reagierte schnell, erinnert sich der jetzige Kurdirektor Hagen Schierz: "Die Stadt gründete eine Betreiber GmbH und pachtete das Objekt bei der Treuhand“.

Hotel nach der "Wende“ nur drei Monate geschlossen

Schon Ostern 1991, also nach nur rund drei Monaten Schließzeit, konnte es als "Berghotel Friedrichroda" wieder öffnen. "Die gute Ausstattung des relativ neuen Heimes trug dazu bei, dass der Start in die Marktwirtschaft gelang“, sagt Hagen Schierz. Dazu kam ein glücklicher Zufall. "Der damalige Hoteldirektor kam aus Hamburg, hatte dort ein Reisebüro, seine Frau kam aus der gleichen Branche und hatte unter anderem Kontakte nach Norwegen. "So kamen die ersten Touristen aus dem Westen mit Bussen an.“

Ferienorte früher und heute in Bildern

Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Es war eines der ersten FDGB-Ferienheime, das in der DDR neu gebaut wurde: das "Theo Neubauer" in Tabarz. Hier: Der denkmalgeschützte Altbau heute. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Es war eines der ersten FDGB-Ferienheime, das in der DDR neu gebaut wurde: das "Theo Neubauer" in Tabarz. Hier: Der denkmalgeschützte Altbau heute. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Etwas abseits vom Ort entstand am Waldrand ein langgezogener Bau. So sehen die Zimmer des heutigen Tagungshotels aus. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Rezeption damals und heute: Zu DDR-Zeiten erholten sich in Tabarz auch viele ausländische Gäste. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Das Ferienheim in Tabarz nach der Erweiterung von 1974: Der Eingang im neuen Zwischentrakt zwischen Alt- und Neubau. Bildrechte: Archiv
Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Diese Archiv-Aufnahme des Speisesaales im Tabarzer FDGB-Heim "Theo Neubauer" stammt aus den 1950er-Jahren. Bildrechte: Archiv
Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Etwa um die gleiche Zeit wurde die Bar im Tabarzer FDGB-Heim "Theo Neubauer" fotografiert. Bildrechte: Archiv
Das einstige FDGB-Ferienheim August Bebel in Friedrichroda
Das FDGB Heim "August Bebel" in Friedrichroda war mit rund 1.500 Betten das größte in Thüringen. Es eröffnete 1980. Bildrechte: Berghotel Betriebs GmbH und Co.
Das einstige FDGB-Ferienheim August Bebel in Friedrichroda
Schon Ostern 1991, also nach nur rund drei Monaten Schließzeit, konnte das FDGB Heim "August Bebel" als "Berghotel Friedrichroda" wieder öffnen. Bildrechte: MDR/Heinz Diller
Das einstige FDGB-Ferienheim August Bebel in Friedrichroda
Aufgrund seiner Bauweise und der exponierten Lage erhielt das FDGB-Heim "August Bebel" in Friedichroda schnell Spitznamen wie "Maya-Tempel" oder "Bienenkorb". Bildrechte: MDR/Heinz Diller
Blick auf ein Plattenbau-Hotel 1996. Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach, heute Aparthotel am Rennsteig
1960 trainierte hier Täve Schur mit der Nationalmannschaft der Friedensfahrt, heute ... Bildrechte: Aparthotel am Rennsteig
Eine Hotel-Rezeption im Stil des Jahres 1996. Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach, heute Aparthotel am Rennsteig
... ist aus dem FDGB-Ferienheime "Frankenwald" in Wurzbach das Familienhotel "Aparthotel am Rennsteig" geworden. Bildrechte: Aparthotel am Rennsteig
Blick auf eine Hotelanlage mit Treppe,Spielplatz, Gebäude. Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach im jahr 1996, heute Aparthotel am Rennsteig
Das einstige Wurzbacher FDGB-Heim "Frankenwald“ bis heute ein Urlaubshotel geblieben. Diese Aufnahme stammt von 1996. Bildrechte: Aparthotel am Rennsteig
Blick in eine Hotelzimmer im jahr 1996. Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach, heute Aparthotel am Rennsteig
Das "Frankenwald" in Wurzbach war das letzte FDGB-Heim, das in der DDR gebaut und 1985 eröffnet wurde. Hier: Ein Blick in ein Hotelzimmer im Jahr 1996. Bildrechte: Aparthotel am Rennsteig
Weiß bezogene Betten auf rotem Teppich in einem Hotelzimmer. Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach, heute Aparthotel am Rennsteig.
So sehen die Zimmer im heutigen "Aparthotel am Rennsteig" in Wurzbach aus. Bildrechte: Stefanie Reinhardt/ MDR
Blick in den Speisesaal eines Hotels 1996.  Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach, heute Aparthotel am Rennsteig
Der Speisesaal des früheren FDGB-Heims in Wurzbach 1996. Bildrechte: Aparthotel am Rennsteig
Der moderne Speisesaal eines Hotels mit Roten Stühlen und weißen Tischdecken. Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach, heute Aparthotel am Rennsteig
Nach und nach modernisierte die Familie Neubeck aus Bayern das Hotel in Wurzbach. So sieht der Speisesaal des "Aparthotel am Rennsteig" heute aus. Bildrechte: Stefanie Reinhardt/ MDR
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Die Erfolgsstory des Hotels dauert an. Das Hotel wurde modernisiert, es erhielt ein weiteres großes Schwimmbecken im Freien und der gesamte Außenbereich wurde neu gestaltet. "Das Haus gehört nun zu einer Hotelkette und ist bestens ausgelastet“, freut sich Verkaufsleiterin Susanne Hensel: "Wir haben hier 457 Zimmer und sind damit das größte Hotel in Thüringen. Wir sprechen in diesem Jahr von einer Auslastung von gut 65 Prozent."

Rund 110 festangestellte Mitarbeiter kümmern sich zusammen mit vielen Saisonkräften um die Gäste. Auch Azubis aus dem In- und Ausland bildet die Hotelcrew aus.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | Der Vormittag | 05.07.2017 | 09.00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Juli 2017, 12:41 Uhr

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3 Kommentare

06.07.2017 19:40 Friedichrodaer 3

Wohne unterhalb vom Tempel und finde das Schwimmbad sehr gelungen. Eine gesamt sehr saubere Anlage. Negativ ist die Beschilderung im Ort... wir werden oft gefragt und sagen nur noch bitte folgen und wo wir parke noch einmal links halten.

Allen Gästen einen schönen Urlaub und viel Spaß mit den Friedrichrodaer Sehenswürdigkeiten und Kuriositäten... natürlich auch mit dem gesamten Umland.

06.07.2017 08:05 Kritiker 2

Also "mein" Ferienhotel wird dieses häßliche Bauwerk sicherlich nicht werden!

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