Ein unsanierter Bungalow, auf dem das Bild eines Marienkäfers zu sehen ist.
Das Marienkäferhaus ist einer der letzten unsanierten Bungalows des einstigen Ferienheim "Paul Wojtkowski" in Uder. Heute kommen viele Gäste in die Bildungs- und Ferienstätte im Eichfeld. Bildrechte: Karin Bühner/MDR

Ferienorte früher und heute "Paul Wojtkowski" in Uder: Nur der Name ist verschwunden

Der Name "Paul Wojtkowski" ist längst verschwunden, doch ins Ferienheim nach Uder kommen bis heute zahlreiche Gäste. Die Geschichte, wie das Feriendomizil mit den 13 Bungalows nach der Wende vor dem Verfall gerettet wurde, ist eine erfolgreiche.

von Karin Bühner

Ein unsanierter Bungalow, auf dem das Bild eines Marienkäfers zu sehen ist.
Das Marienkäferhaus ist einer der letzten unsanierten Bungalows des einstigen Ferienheim "Paul Wojtkowski" in Uder. Heute kommen viele Gäste in die Bildungs- und Ferienstätte im Eichfeld. Bildrechte: Karin Bühner/MDR

Paul Wojtkowski -  die Uderaner wissen mit dem Namen noch etwas anzufangen. Er war der erste Vorsitzende des FDGB-Landesvorstandes in Thüringen. Nach ihm wurde das Heim benannt. Und es existiert noch. Das zwei Hektar große Gelände mit Blick auf die Eichsfelder Wälder sei ein kleines Ferienparadies mit Erfolgsgeschichte, sagt Leiter Uwe Schröter. "Wir haben 5.000 Gäste pro Jahr, so dass wir auf 15.000 Übernachtungen kommen. "Nach der Wende verfiel das große Feriendomizil mit den 13 Bungalows zusehends. Risikofreudige Eichsfelder gründeten mit Hilfe der katholischen Kirche einen Verein und kauften von der Treuhand Gebäude und Grundstück.

Ferienorte früher und heute in Bildern

Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Es war eines der ersten FDGB-Ferienheime, das in der DDR neu gebaut wurde: das "Theo Neubauer" in Tabarz. Hier: Der denkmalgeschützte Altbau heute. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Es war eines der ersten FDGB-Ferienheime, das in der DDR neu gebaut wurde: das "Theo Neubauer" in Tabarz. Hier: Der denkmalgeschützte Altbau heute. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Etwas abseits vom Ort entstand am Waldrand ein langgezogener Bau. So sehen die Zimmer des heutigen Tagungshotels aus. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Rezeption damals und heute: Zu DDR-Zeiten erholten sich in Tabarz auch viele ausländische Gäste. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Das Ferienheim in Tabarz nach der Erweiterung von 1974: Der Eingang im neuen Zwischentrakt zwischen Alt- und Neubau. Bildrechte: Archiv
Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Diese Archiv-Aufnahme des Speisesaales im Tabarzer FDGB-Heim "Theo Neubauer" stammt aus den 1950er-Jahren. Bildrechte: Archiv
Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Etwa um die gleiche Zeit wurde die Bar im Tabarzer FDGB-Heim "Theo Neubauer" fotografiert. Bildrechte: Archiv
Das einstige FDGB-Ferienheim August Bebel in Friedrichroda
Das FDGB Heim "August Bebel" in Friedrichroda war mit rund 1.500 Betten das größte in Thüringen. Es eröffnete 1980. Bildrechte: Berghotel Betriebs GmbH und Co.
Das einstige FDGB-Ferienheim August Bebel in Friedrichroda
Schon Ostern 1991, also nach nur rund drei Monaten Schließzeit, konnte das FDGB Heim "August Bebel" als "Berghotel Friedrichroda" wieder öffnen. Bildrechte: MDR/Heinz Diller
Das einstige FDGB-Ferienheim August Bebel in Friedrichroda
Aufgrund seiner Bauweise und der exponierten Lage erhielt das FDGB-Heim "August Bebel" in Friedichroda schnell Spitznamen wie "Maya-Tempel" oder "Bienenkorb". Bildrechte: MDR/Heinz Diller
Blick auf ein Plattenbau-Hotel 1996. Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach, heute Aparthotel am Rennsteig
1960 trainierte hier Täve Schur mit der Nationalmannschaft der Friedensfahrt, heute ... Bildrechte: Aparthotel am Rennsteig
Eine Hotel-Rezeption im Stil des Jahres 1996. Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach, heute Aparthotel am Rennsteig
... ist aus dem FDGB-Ferienheime "Frankenwald" in Wurzbach das Familienhotel "Aparthotel am Rennsteig" geworden. Bildrechte: Aparthotel am Rennsteig
Blick auf eine Hotelanlage mit Treppe,Spielplatz, Gebäude. Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach im jahr 1996, heute Aparthotel am Rennsteig
Das einstige Wurzbacher FDGB-Heim "Frankenwald“ bis heute ein Urlaubshotel geblieben. Diese Aufnahme stammt von 1996. Bildrechte: Aparthotel am Rennsteig
Blick in eine Hotelzimmer im jahr 1996. Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach, heute Aparthotel am Rennsteig
Das "Frankenwald" in Wurzbach war das letzte FDGB-Heim, das in der DDR gebaut und 1985 eröffnet wurde. Hier: Ein Blick in ein Hotelzimmer im Jahr 1996. Bildrechte: Aparthotel am Rennsteig
Weiß bezogene Betten auf rotem Teppich in einem Hotelzimmer. Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach, heute Aparthotel am Rennsteig.
So sehen die Zimmer im heutigen "Aparthotel am Rennsteig" in Wurzbach aus. Bildrechte: Stefanie Reinhardt/ MDR
Blick in den Speisesaal eines Hotels 1996.  Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach, heute Aparthotel am Rennsteig
Der Speisesaal des früheren FDGB-Heims in Wurzbach 1996. Bildrechte: Aparthotel am Rennsteig
Der moderne Speisesaal eines Hotels mit Roten Stühlen und weißen Tischdecken. Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach, heute Aparthotel am Rennsteig
Nach und nach modernisierte die Familie Neubeck aus Bayern das Hotel in Wurzbach. So sieht der Speisesaal des "Aparthotel am Rennsteig" heute aus. Bildrechte: Stefanie Reinhardt/ MDR
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Es wurde ein Bildungshaus für Menschen vom Land und eine Ferienstätte, sagt Uwe Schröter. "Zu uns kommen Gruppen und Familien, auch Einzelreisende. Wir stellen individuelle Programme zusammen. Auch Workshops und Tagungen finden statt." Knapp zehn Millionen Euro seien  in neue Bungalows, Sport- und Aufenthaltsräume und die Gestaltung des Außengeländes investiert worden. Das alte FDGB-Haus wurde komplett saniert. Bernhard Hagemann kennt jeden Stein und jede Schraube. Seit  33 Jahren ist er hier Hausmeister.

Für 300 Urlauber wurde damals im Monat gekocht. Sie kamen aus der ganzen DDR. Sie wohnten teilweise in den 13 Bungalows auf dem Gelände, waren aber auch privat bei Familien in Uder untergebracht. "Alle, die an der Ostsee nichts bekommen haben, kamen ins Eichsfeld", sagt Hagemann. Aber auch in Uder konnten sich die Urlauber wohlfühlen. Damals sorgten 30 Mitarbeiter für das Wohl der Gäste, heute sind es 25. Natürlich werden damals wie heute Eichsfelder Spezialitäten gekocht. Und es gibt maßgeschneiderte Ausflugsprogramme, zum Beispiel in den Bärenpark Worbis, zu den Eichsfelder Burgen oder den Naturpark in Fürstenhagen.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN | Das Radio | Johannes und der Morgenhahn | 27.06.2017 | 5.00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Juli 2017, 19:43 Uhr

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