Insektizid-Skandal Fipronil auch in Hühnerfleisch

Auch in Hühnerfleisch ist das Insektizid Fipronil nachgewiesen worden. Wie das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) MDR THÜRINGEN mitteilte, geht das aus Analyseergebnissen des niedersächsischen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamts hervor. Demnach wurden in Jung- und Legehennen Fipronil-Werte bis zu 0,175 mg pro kg Hühnerfleisch erreicht. Das entspricht rund einem Viertel des zulässigen Grenzwertes in Höhe von 0,77 mg pro kg Hühnerfleisch. Nach Einschätzung des BfR ist eine akute gesundheitliche Gefährdung unwahrscheinlich. Bisher war Fipronil nur in Eiern und eierhaltigen Lebensmitteln nachgewiesen worden.

Nach Angaben des BfR handelt es sich ausschließlich um Fleisch von Legehennen, die nach ihrer Zeit als Eierproduzenten oftmals als Suppenhühner in den Handel gelangen. Die Erzeugung von Broilern oder Masthähnchen geschieht in gesonderten Betrieben. Dem BfR liegen keine Hinweise für den Einsatz von Fipronil in solchen Betrieben vor. Auch gebe es keinerlei Hinweise, dass andere Geflügelarten wie Puten, Enten oder Gänse betroffen sein könnten.

Ein gebratenes Hähnchen
Der Genuss des Fleisches ist unbedenklich. Bildrechte: Colourbox.de

Wie das Referat Lebensmittelüberwachung des Gesundheitsministeriums MDR THÜRINGEN mitteilte, wird Geflügelfleisch derzeit nicht auf Fipronil getestet, weil es dafür keine konkreten Verdachtsmomente gebe. Das mit Fipronil verunreinigte Stall-Desinfektionsmittel DEGA-16 kam laut Lebensmittelüberwachung bisher nur in Niedersachsen zum Einsatz, es gebe keine Hinweise auf einen Eintragsweg nach Thüringen. Auch in Sachen fipronilbelasteter Eier könne Entwarnung gegeben werden. Laut Gesundheitsministerium sind keine kontaminierten Eier mehr im Thüringer Handel.

In Thüringen gibt es jährlich etwa 20.000 Betriebskontrollen. In der Lebensmitteluntersuchung werden pro Jahr rund 10.000 Proben von Lebensmitteln untersucht. Diese Proben werden von den  Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämtern an das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz gesandt - dort werden sie dann labortechnisch analysiert.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - das Radio | Nachrichten | 13.08.2017 | 06:00 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 13. August 2017, 10:23 Uhr

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9 Kommentare

14.08.2017 19:29 Elisa Bundt 9

Es entzieht sich meiner Logik wie es sein kann, dass ein Stoff für Nahrungsmittel VERBOTEN ist, aber gleichzeitig ein ZULÄSSIGER Grenzwert besteht. Also entweder ist was verboten oder grenzwertig zulässig!

13.08.2017 17:00 Fragender Rentner 8

Zitat von Oben: Bisher war Fipronil nur in Eiern und eierhaltigen Lebensmitteln nachgewiesen worden.

Nun noch die anderen belasteten Lebensmittel dazu und haben wir da nicht schnell die sogenannten Grenzwerte überschritten?

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