Streit unter Landespolitikern AfD-Abgeordneter zeigt Ex-Kollegen an

Nach dem Bedrohungsvorwurf des Ex-AfD-Abgeordneten Siegfried Gentele hat ihn der Abgeordnete Thomas Rudy angezeigt. Rudy wirft Genetele nach Angaben der Fraktion Verleumdung vor, nachdem Gentele von einer Bedrohung gegen sich gesprochen hatte. Nach Genteles Angaben sagte ihm ein AfD-Politiker im Landtag, Er solle aufpassen, dass ihm nichts passiere. Diese Behauptung entbehre jeder Grundlage, sagte AfD-Fraktionsgeschäftsführer Stefan Möller. Sie stelle einen Versuch dar, die AfD und ihre Abgeordneten zu diffamieren. Offenbar habe Gentele seinen Ausschluss aus der Fraktion noch nicht verwunden. Landtagspräsident Christian Carius hatte die AfD-Fraktion zu einer Klärung aufgefordert. 

Gentele war bis April 2014 Mitglied der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag. Er wurde ausgeschlossen, weil er den nationalkonservativen Kurs seines Landesverbandes kritisiert hatte und ist nun fraktionslos. Gentele stimmte seitdem unter anderem beim Haushalt für Anträge von Rot-Rot-Grün.

Zuletzt aktualisiert: 18. März 2016, 16:11 Uhr

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2 Kommentare

19.03.2016 23:11 O-Perler 2

@1.: Maestro! Die Person gilt als gewählt, egal ob auf einer Liste oder als Direktkandidat. Zur Gesetzesänderung fragen Sie bitte Ihren Abgeordneten (und nicht Arzt oder Apotheker). Ich hatte mich über dieses Prinzip "'Gewählt ist gewählt" auch schon aufgeregt; im Rahmen der Besetzung meines Betriebsrats. Da trat eine Person (so intelligent wie eine unsere Bundestagsvizepräsident_innen) aus der Gewerkschaft aus, besetzte aber mit ihrem dicken Hinterteil weiter den Betriebsratssitz auf eben jener Gewerkschaftsliste (Grund: wegen faktischer Unkündbarkeit im Betrieb). Was sollte ich tun als Nachrücker? Mehr als vor lauter Ärger platzen konnte ich schließlich nicht!

19.03.2016 10:39 Thüringer 1

Wieso haben EX-Abgeordnete noch ihren Sitz im Bundes- oder Landtag? Meines Erachtens hat der Herr Gentele nichts mehr als Parteiloser im Landtag zu suchen. Dies gilt auch für die anderen ehemaligen Kollegen, die Ausgetreten sind. Es ist doch eine Unverschämtheit, ich trete aus der Partei aus, behalte aber meinen hochbezahlten Sitz. Hier muss eine Gesetzesänderung her.