Hainich
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wasser statt Wald Hainich verzeichnet Rückgang bei Besucherzahlen

Weniger Naturfreunde besuchten im vergangenen Jahr den Nationalpark Hainich. Der Leiter des Schutzgebietes vermutet, dass das Wetter eine Ursache für den Rückgang sein könne. Offenbar war Wasser statt Wald die Devise für 2015.

Hainich
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Den Nationalpark Hainich haben im vergangenen Jahr deutlich weniger Gäste besucht als noch 2014. Wie die Verwaltung des Nationalparks mitteilte, sank die Zahl der Besucher um 50.000. Somit erkundeten 2015 nur noch rund 320.000 Besucher den Hainich.

Eine Wildkatze steht auf einem Stein
Eine Wildkatze im Hainich. Bildrechte: dpa

Von dem Rückgang sind auch der Baumkronenpfad und das Wildkatzendorf Hütscheroda betroffen. Den Pfad besuchten 17 Prozent, das Dorf elf Prozent weniger Naturfreunde. Nationalparkleiter Manfred Großmann meint, dass die Ursachenforschung hier schwierig sei. Allerdings vermutet er, dass das Wetter ein möglicher Grund für den Rückgang der Besucherzahlen ist. Im heißen Sommer habe es die Besucher offenbar eher ins Wasser als in den Wald gezogen. Außerdem hätten Feiertage ungünstig gelegen. Gut angenommen worden wären die neuen Führungen mit einem Ranger zu festen Terminen. Sie werden auch in diesem Jahr angeboten. Weiterhin wären viele Veranstaltungen zur Umweltbildung gut besucht gewesen. Damit habe der Nationalpark insgesamt rund 3.000 Schülerinnen und Schüler erreicht.

Wurzelhöhle soll neue Besucher bringen

Für mehr Besucher soll ab dem Frühjahr eine Wurzelhöhle sorgen. Sie wird dann an der Thiemsburg eröffnet. In der 200 Quadratmeter großen Wurzelhöhle soll die Welt unterhalb des Waldbodens erkundbar sein. Die 2,5 Millionen-Euro-Investition wurde vom Wirtschaftsministerium gefördert. Ein genauer Eröffnungstermin steht noch nicht fest. Für sich werben möchte der Hainich außerdem auf der Erfurter Ega ab März. Drei Monate lang soll der Nationalpark dann in einer der Halle vorgestellt werden.

Mehrere Menschen auf einem Turm
Ein Baumkronenpfad führt durch den Nationalpark. Bildrechte: Thomas Stephan

Verstärkung wurde zudem für das Hainich-Team angekündigt: Drei neue Mitarbeiter für Forschung, Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung kündigte der Leiter an. Bislang besteht das Team aus zwölf Mitarbeitern. Dafür muss sich das Wildkatzendorf noch etwas gedulden. Der für dieses Jahr angekündigte Bau eines Luchsgeheges wurde auf 2017 verschoben. Dabei ist der Luchs längst da. Zuletzt wurde er zu Weihnachten im Hainich gesichtet. Zudem wurden Risspuren beobachtet. Davor war ein Luchs 2014 im Hainich nachgewiesen worden. Der Nationalparkleiter geht davon aus, dass es nur eine Frage der Zeit sei, wann die Tiere auch in diesem Gebiet heimisch werden.

Zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2016, 19:47 Uhr

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6 Kommentare

15.01.2016 08:38 @3 6

Ja, Arbeit ist was Tolles. Sollten Sie auch mal probieren. Schließlich brauchen Muttis Lieblinge ne neue Villa.

14.01.2016 21:57 Gärtner 5

Der Hainich ist wunderschön und auch einen wiederholten Besuch wert. Ein Problem ist wohl auch eine schwache Vermarktung wie vielerorts in Ostdeutschland. Wer im Ruhrpott oder in Stuttgart oder Hamburg oder München hat wohl schon mal was vom Hainich gehört?

14.01.2016 20:13 Hans-Dieter Zinserling 4

Zum Besucherrückgang: Bedenken Sie bei den Gründen auch, dass man nicht jedes Jahr dahin fährt und dass die Preise, besonders in der Gastronomie, nicht sehr Familienfreundlich sind.

14.01.2016 18:10 Thüringer 3

Neeee schuld sind die Flüchtlinge. Und Frau Merkel. Auf keinen Fall die im letzten Jahr herrschenden 35 Grad. Aber an denen sind wieder die Flüchtlinge schuld. Und Frau Merkel.
Geld wofür denn? Schon mal im Hainich gewesen @1.)? Echt, da kann man den ganzen Tag sein ohne Geld auszugeben. Und sei froh dass du zwischen den kostenlosen Hainich Spaziergängen arbeiten darfst!
Lest ihr eigentlich auch noch durch bevor ihr postet?

14.01.2016 16:58 V2Knut 2

Wir haben doch einen Sündenbock für alles! PEGIDA!

14.01.2016 16:42 Tja.. 1

woran das wohl liegt? Zu wenig Geld (Danke, Mutti!) und zu wenig Zeit (muss ja arbeiten).