Initiative gegen Hassverbrechen : Länder wollen härtere Strafen für Extremisten
Sachsen-Anhalt will sich dafür einsetzen, dass politisch motivierte Taten härter bestraft werden. Justizministerin Angela Kolb sagte am Dienstag, das Kabinett habe einstimmig eine entsprechende Bundesratsinitiative auf den Weg gebracht.
Nach Angaben der Justizministerin wird Sachsen-Anhalt das Gesetz gemeinsam mit Thüringen, Hamburg und Bremen vorlegen. Auch Nordrhein-Westfalen will sich beteiligen. Kolb sagte, Ziel der Initiative sei es, fremdenfeindliche und rassistische Hintergründe einer Straftat bei der Höhe der Strafe ausdrücklich zu berücksichtigen. Gemäß des Strafgesetzbuches müsse das Gericht zwar heute schon die Umstände sowie Motive einer Tat abwägen. Künftig solle aber ausdrücklich im Gesetzestext aufgeführt werden, dass menschenverachtende, insbesondere rassistische oder fremdenfeindliche Beweggründe und Ziele eines Täters die Strafe verschärfen.
Linke: Geltendes Gesetz reicht aus
Sachsen-Anhalts Linke kritisierte die geplanten härten Strafen für sogenannte Hassverbrechen. Die innenpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, Gudrun Tiedge, sagte, das hätte in der Regel nur geringe oder gar keine Präventionswirkung. Das geltende Recht ermögliche es bereits, angemessen auf politisch motivierte Taten zu reagieren. Man müsse es auch nur mit aller Konsequenz anwenden.
Zweiter Anlauf für Initiative
Sachsen-Anhalt hatte mit Mecklenburg-Vorpommern bereits 2007 eine entsprechende Gesetzesinitiative im Bundesrat gestartet und auch eine Bundesratsmehrheit dafür bekommen. Die Bundesregierung hatte die Gesetzesvorlage nach der Wahl 2009 jedoch nicht mehr beraten.
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