Thüringen

DDR-Unrecht : Thüringen hilft ehemaligen DDR-Heimkindern

Bisher 900 ehemalige DDR-Heimkinder haben beim Freistaat Thüringen Entschädigung wegen Kindesmissbrauchs, Gewalt oder Zwangsarbeit beantragt. Nach Angaben von Sozialministerin Heike Taubert sind die möglichen Entschädigungs-Zahlungen auf 10.000 Euro begrenzt. Mit dem Geld sollen etwa medizinische Leistungen oder nichtabgeführte Sozialbeiträge für Arbeitsleistungen bezahlt werden.

Heike Taubert
Sozialministerin Heike Taubert

Das Geld stammt aus dem neuen Fond "Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990", auf den sich Bund und Ost-Länder im März geeinigt hatten. Thüringen wird in den kommenden Jahren rund 3,3 Millionen Euro in den Fond einzahlen. Einen entsprechenden Beschluss fasste die Landesregierung am Dienstag. Insgesamt stellen der Bund und die Ost-Länder 40 Millionen Euro für die ehemaligen DDR-Heimkinder zur Verfügung. Das Geld soll ab dem 1. Juli ausgezahlt werden.

Nach Angaben der Sozialministerin wird Thüringen auch eine Beratungsstelle einrichten. Dort sollen drei Mitarbeiter die teils schon betagten Opfer bei der Aufarbeitung ihrer Biografie unterstützten, über mögliche Leistungen beraten und mit ihnen eine Vereinbarung über angemessene und geeignete Leistungen abschließen. Taubert sagte, dass alle DDR-Heimkinder Anträge stellen könnten. Die finanzielle Entschädigung erfolge aus "politischer Verantwortung". Zugleich räumte sie ein, dass der Schritt mehr als 20 Jahre nach der Wende sehr spät komme.

Schätzungen zufolge lebten rund 495.000 Kinder und Jugendliche in DDR-Heimen. Verlässliche Zahlen gibt es nicht.

Spezialkinderheime (SK) und Jugendwerkhöfe (JW) zu DDR-Zeiten

Zuletzt aktualisiert: 22. Mai 2012, 17:00 Uhr

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