Thüringer DDR-Heimkinder : Ansturm auf Hilfsfonds
In Thüringen haben in den vergangenen Wochen rund 1.000 frühere DDR-Heimkinder einen Antrag auf Hilfsleistungen gestellt. Das Sozialministerium ist nach eigenen Angaben von der Antragsflut überrascht. Gründe für die Anträge seien Kindesmissbrauch, Gewalt und Zwangsarbeit. Den misshandelten Heimkindern soll mit therapeutische Behandlungen, Beratungen und Rentenersatzleistungen geholfen werden.
Dafür steht ein insgesamt 40 Millionen Euro umfassender Fonds "Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990" zur Verfügung. Der Fonds wird vom Bund und den ostdeutschen Ländern gemeinsam getragen. Thüringen zahlt 3,26 Millionen Euro ein. Der Fonds hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Die Auszahlung beginnt am 1. Juli. Monatliche Barzahlungen sind vorerst ausgeschlossen. Die Zahl der DDR-Heimkinder wird auf 495.000 geschätzt. Verlässliche Zahlen gibt es nicht.
In Thüringen steht derzeit für die Beratung ehemaliger DDR-Heimkinder lediglich ein Mitarbeiter in Suhl bereit. Die Beratungsstelle soll nach Angaben des Sozialministeriums künftig um weitere zwei Mitarbeiter aufgestockt und nach Erfurt verlagert werden.
