Sturmtief über Thüringen Kaum Schäden durch "Herwart" - Bahnverkehr zeitweise gestoppt

Die Sturmtiefs "Grischa" und später "Herwart" sind am Wochenende auch über Thüringen hinweggezogen - mit teils sehr starken Böen. Größere Schäden richtete das Unwetter nach bisherigen Informationen nicht an - hier und da stürzten Bäume und Zäune um, auch an Dächern gab es Schäden. So waren in Südthüringen zwischen Steinach und Steinheid mehrere Autofahrer zwischen umgestürzten Bäumen eingeschlossen. Auch ein Zug konnte in der Gegend nicht weiterfahren, weil umgestürzte Bäume das Gleis blockierten. Auch in Nordthüringen, vor allem im Kyffhäuserkreis, waren mehrere Straßen wegen umgestürzter Bäume zeitweise gesperrt.

Zugverkehr zeitweise eingestellt

Die größten Auswirkungen hatte "Herwart" auf den Zugverkehr: Die Deutsche Bahn AG stellte am Sonntagmorgen in weiten Teilen Mitteldeutschlands - auch in Thüringen - zeitweise den Verkehr ein. Im Kyffhäuserkreis gerieten fünf alte Güterwaggons in Bewegung und rollten auf die Landstraße zwischen Ebeleben und Wiedermuth und kippten dort um. Sie können erst am Montag geborgen werden, weshalb die Straße in dem Abschnitt bis dahin gesperrt bleibt.

Unwetterschäden Sturmtief "Grischa" und seine Spuren in Nordthüringen

Auf einer Straße liegt ein umgestürzter Baum.
Vereinzelt stürzten Bäume um und blockierten Straßen. Bildrechte: MDR/Thomas Kalusa
Auf einer Straße liegt ein umgestürzter Baum.
Vereinzelt stürzten Bäume um und blockierten Straßen. Bildrechte: MDR/Thomas Kalusa
Auf einer Straßenbaustelle ist der Bauzaun umgekippt.
Umgewehter Bauzaun Bildrechte: MDR/Thomas Kalusa
Unter einem Dach hängt ein Schild mit der Aufschrift Fahrgastinformation. Darunter steht in Leuchtschrift das Wort Unwetter.
Die Deutsche Bahn AG stellte den Zugverkehr in einigen Thüringer Regionen zeitweise ein. Bildrechte: MDR/Thomas Kalusa
In einem Bahnhof stehen zwei Züge.
Wartende Züge in einem Nordthüringer Bahnhof Bildrechte: MDR/Thomas Kalusa
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Glück im Unglück hatte ein Touristenpaar in Eisenach. Laut Polizei fuhr das Paar am Morgen in einem Wohnmobil hinauf auf die Wartburg, als ein Baum genau auf die Fahrerkabine stürzte. Die aus Rheinland-Pfalz stammenden Touristen blieben unverletzt. Die Feuerwehr musste den Baum aus dem Wohnmobil herausschneiden.

Im Saale-Orla-Kreis war am Sonntagmorgen etwa jeder zweite Haushalt ohne Strom, nachdem Leitungen durch herumfliegende Äste zerstört worden waren. Auch der Kreis Saalfeld-Rudolstadt war nach Angaben des Thüringer Stromnetzbetreibers TEN großflächig betroffen, außerdem mehrere Orte im Raum Hildburghausen und am Großen Inselsberg. Insgesamt waren am Morgen rund 12.000 Haushalte vom Stromnetz abgeschnitten, am Mittag waren es noch rund 3.000. Bis zum Sonntagabend waren laut TEN wieder alle Kunden am Netz angeschlossen.

Orkanartige Böen

Laut Deutschem Wetterdienst zog das Sturmtief von Schweden über Deutschland nach Polen. Gewarnt wurde vor orkanartigen Böen von bis zu 115 Kilometern pro Stunde voraus. Teilweise könnten auch 120 Kilometer pro Stunde erreicht werden. Außerdem soll es immer wieder regnen und gewittern. Die Unwetterwarnung wurde am Sonntagvormittag dann wieder aufgehoben. Vor allem in Norddeutschland wütete am Sonntag noch das Tief "Herwart", laut DWD ein "Randtief" von "Grischa".

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 29. Oktober 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Oktober 2017, 18:04 Uhr

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