Thüringen

Hochwasser in Thüringen : +++ Entspannung am Samstagabend +++ Gera-Pegel gesunken +++ Kaum Probleme durch Überlauf der Heydatalsperre erwartet +++

In Thüringen hat sich die Hochwasserlage am Samstagsbend vorsichtig entspannt. Bei Walschleben, nördlich von Erfurt lief zwar am Nachmittag ein Damm der Gera an mehreren Stellen über. Da sich der Dammbruch auf der ortsabgewandten Seite ereignete, ergoss sich das Wasser aber vor allem auf angrenzende Felder. Dort mussten einige kleinere Anwesen, Gewerbeflächen und ein Wohnheim geräumt werden. Die Orte Walschleben und Elxleben waren aber nicht bedroht. Durch den Dammüberlauf fiel der Pegel der Gera zusätzlich ab. Auch das Abklingen des Regens am Nachmittag ließ die Pegel sinken. Es blieb bei örtlichen Überflutungen.

MDR THÜRINGEN JOURNAL

Hochwasserlage in Thüringen weiter dramatisch

01.06.2013, 19:00 Uhr | 08:52 min

In der Nacht zum Samstag und den gesamten Tag über hatten rund 200 Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Einwohner der angrenzenden Ortschaften Sandsäcke gestapelt und versucht, einen Dammbruch zu verhindern. Dabei wurden sie von einem Hubschrauber unterstützt. Innenminister Jörg Geibert machte sich am Samstagnachmittag selbst ein Bild von der Lage vor Ort. Nach seinen Angaben hatten sich dort teilweise dramatische Szenen abgespielt: Bürger versuchten selbst, den gefährdeten Damm zu sichern. Die Polizei versuchte, sie davon abzuhalten, weil Lebensgefahr bestand.

Auch im Osten Thüringen sanken die Pegel der Saale und der Weißen Elster. Dennoch bleibt die Lage insgesamt kritisch. Am Samstagabend galt an zehn Pegeln in Thüringen die höchste Hochwasseralarmstufe drei: an der Werra in Frankenroda und Vacha, der Saale in Rudolstadt, Rothenstein und Camburg, der Ilm in Mellingen und Niedertrebra, der Loquitz in Kaulsdorf, der Gera in Erfurt-Möbisburg und der Unstrut in Oldisleben. Angespannt bieb die Lage auch in Stadtroda bei Jena. In Schmalkalden mussten Straßen wegen Überflutung gesperrt werden.

Bildergalerie: Bilder vom Hochwasser in Thüringen (1. Juni)

Hochwasser Caaschwitz Hochwasser Caaschwitz Hochwasser Caaschwitz

Akute Hochwassergefahr hat die Einsatzkräfte überall in Thüringen beschäftigt. [Bilder]


Überlauf der Talsperre Heyda - kaum zusätzliche Gefahren erwartet

Probleme hatte im Tagesverlauf auch das Flüßchens Wipfra bereitet. Es transportierte so viel Wasser aus dem Thüringer Wald in die Talsperre Heyda bei Ilmenau, dass der Pegel dort kontinuierlich anstieg und auch weiter steigt. Für den späten Abend wird erwartet, dass an der Talsperre der Überlaufpegel erreicht ist. Dann ergießen sich rund drei Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den Unterlauf der Wipfra. Dort ist der Pegel im Tagesverlauf aber so weit abgesunken, dass keine Gefahr droht. Auch für die Gera, in die die Wipfra mündet, bringt das Wasser nach Angaben der Einsatzzentrale des Ilmkreises keine zusätzliche Gefahr.

Viele Helfer im ganzen Land

In ganz Thüringen waren den Samstag über tausende Feuerwehrleute, Kräfte des technischen Hilfswerkes und freiwillige Helfer im Einsatz. Viele von ihnen helfen seit Tagen beim Sichern von Dämmen und bei der Evakuierung von einzelnen Überschwemmungsgebieten. In den besonders betroffenen Regionen, wie Erfurt, den Kreisen Sömmerda und Greiz, dem Ilmkreis und dem Saale-Holzland-Kreis halfen auch viele Feuerwehren benachbarter Gemeinden den Wehren der Hochwasser-Orte. Die Verantwortlichen dankten den Helfern für ihren Einsatz und für ihre oft vorbildliche Zusammenarbeit.

Neuer Dauerregen für Ostthüringen erwartet

In der Nacht wird nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ein neues Regengebiet erwartet. Vor allem in Ostthüringen soll es dabei stark regnen. Für den Rest des Landes sind Schauer vorhergesagt. An der Gera verlagert sich das Problem inzwischen zum Rückhaltebecken in Straußfurt. Nach Angaben der Einsatzzentrale des Kreises Sömmerda ist das Becken bis Sonntagnachmittag so stark gefüllt, dass es überzulaufen droht. Die Einsatzkräfte und die Einsatzzentralen bleiben deshalb in Alarmbereitschaft.

Zuletzt aktualisiert: 01. Juni 2013, 22:05 Uhr

9. Verdana:
Hoffentlich wird den Menschen in Ostthüringen und anderen Thüringer orten geholfen mit finanziellen Mitteln wenn sie ihr Haus und Grundstück auf Grund der Überflutung nicht mehr beterten können. Diese hochwasser hat großen Schaden angerichtet finanziell und materiell. Der THW und die Bundeswehr sind jetzt gefragt den menschen zu helfen.
02.06.2013
20:36 Uhr
8. Steffi:
Das mit Hochwasser ist ja schlimm. Im Jenaer Ernst- Abbe Sportfeld hat die Saale schon alles überflucht. So Bilder kenne ich gar nicht. Wenn das so weiter geht das die Saale auch noch sie Alt Stadt überflucht. das hoffe ich nicht. Wir an der Unstrut bei haben kein Hochwasser. Wie kommt sowas?
02.06.2013
13:47 Uhr
7. ANGELA SETTMACHER:
Wohin kann man sich wenden, wenn man helfen möchte ? Was sollte man mitbringen?
02.06.2013
09:44 Uhr
6. schoenner:
Wo ist die Bundeswehr? Wurde die übers Wochenende nach Hause geschickt?
01.06.2013
19:27 Uhr
5. Johann Schengber:
Ich bitte auch um genaue Informationen, wo freiwillige benötigt werden und was mitzubrigen ist.
01.06.2013
18:51 Uhr
4. vinhatica:
der Artikel enthält leider keine Informationen, wo sich Freiwillige melden und was sie mitbringen sollen, bzw. ob sie vor Ort z. B. Gummistiefel bekommen.
01.06.2013
18:15 Uhr
3. MDR.de Redaktion:
@Klartexter: In Thüringen ist 3 die höchste Hochwasserwarnstufe. In den anderen Ländern die 4.
01.06.2013
16:59 Uhr
2. Helfer:
Bitte geben Sie eine Telfonnummer an, unter der man seine Hilfe anbieten kann. Danke!
01.06.2013
16:45 Uhr
1. Klartexter:
Die höchste Hochwasserwarnstufe ist nicht 3, sondern 4! Bei der sog. Hochwasserabwehr besteht Gefahr für Leib oder Leben von Mensch, Tier, Anlagen oder Gebäude.
01.06.2013
13:47 Uhr

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