Listenhunde-Gesetz Rasseliste steht in Thüringen vor Aus

Die Rasseliste zur Einstufung gefährlicher Hunde steht in Thüringen vor dem Aus. Nach einer Anhörung im Innenausschuss des Thüringer Landtages sprachen sich am Donnerstag die Regierungsfraktionen von SPD, Grünen, Linke und CDU für die Streichung der Rasseliste aus. Rot-Rot-Grün will stattdessen erreichen, dass die Gefährlichkeit von Hunden an deren Verhalten gemessen wird.

Auch die oppositionelle CDU hält die Rasseliste inzwischen für ungeeignet und verwies darauf, dass die bisher in Thüringen bekannt gewordenen schweren Hundeangriffe fast nie von Hunden ausgingen, die auf der Rasseliste stehen. Unstimmigkeit gibt es unter den Fraktionen noch über die Frage, ob für alle Hundehalter ein Sachkundenachweis Pflicht wird - wie die CDU favorisiert - oder nur für die Halter auffällig gewordener Hunde.

Seit 2011 gibt es in Thüringen ein Gesetz zum Schutz vor Tiergefahren - auch "Kampfhundegesetz" genannt. Auf der Rasseliste stehen American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Pitbull Terrier und Staffordshire Bullterrier. Für ihre Haltung gelten bisher strenge Auflagen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 21. September 2017 | 16:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. September 2017, 18:40 Uhr

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24 Kommentare

22.09.2017 17:42 Pia 24

Also ich bin Hundetrainerin und habe mich auf aggressiv auffällig gewordene Hunde spezialisiert. Ich habe viel mit Hunden zu tun die vor Ordnungsamt und Veterinäramt einen angeordneten Verhaltens Test ablegen müssen, in all den Jahren habe ich tatsächlich eine Pitbull Hündin aus einem Tierheim trainiert, diese ist allerdings gequält worden und hatte völlig das Vertrauen in den Menschen verloren,die Prüfung hat sie mit Bravour bestanden. Ebenfalls habe ich aber sehr viele andere Rassen die nicht auf einer Liste stehen, die auffällig geworden sind aufgrund falscher Erziehung. Ich bin dafür dass man vor dem Kauf eines Hundes eine Sachkunde ablegen muss diese sollte auch nicht nur drei Fragen enthalten. Die Rasseliste an sich ist völliger Quatsch, das Ende der Leine führt das Tier.

22.09.2017 17:41 Querdenker 23

Hundesteuer: Es gibt in Thüringen mittlerweile nur noch etwa 600 Listenhunde. Demgegenüber stehen etwa 145.000 „normale“ Hunde (2016) in Thüringen. Geld bekommt man also vor allem, wenn die Steuern für die „normalen“ Hunde erhöht werden. Die Listenhunde fallen steuerlich kaum ins Gewicht, auch wenn diese für den Hundebesitzer höher sind. Die Änderung der Rassenliste dient bestimmt *auch* mit zur Steuererhöhung. Geld ist sehr oft ein Grund für Änderungen und so sicher auch in dem Fall. Mit der Einführung vom Listenhunde-Gesetz wurde die Hundesteuer öfter mit begründet und nun wird eine weitere Änderung dazu dienen, mehr Geld einzunehmen. Bis die unverantwortliche Zuchtbranche wieder genug „Kampfschmuser“ unter die Leute gebracht haben und es dann wieder vermehrt zu Vorfällen kommt. Dann beginnt der Änderungs- und Steuererhöhungskreis ggf. von neuem. Mit einer neuen Landesregierung dann natürlich.

American Staffordshire-Terrier
Bildrechte: IMAGO

"Listenhunde" in Thüringen

"Listenhunde" in Thüringen

* Pitbull-Terrier
* American Staffordshire-Terrier
* Staffordshire-Bullterrier
* Bullterrier
* sowie deren Kreuzungen untereinander oder mit anderen Hunden

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