Chor der Oper Halle
Chor der Oper Halle Bildrechte: Gert Kiermeyer

Führungswechsel in Halle, Nordhausen und Chemnitz Abschied von Mitteldeutschland

von Bettina Volksdorf, MDR KULTUR-Opernredakteurin

Chor der Oper Halle
Chor der Oper Halle Bildrechte: Gert Kiermeyer

Wenn ein Intendant sein Theater verlässt, dann meistens, weil er neue künstlerische Herausforderungen sucht oder weil er mit politischen Weichenstellungen und deren Konsequenzen nicht einverstanden ist. Zum Ende dieser Spielzeit verabschieden sich Lars Tietje (Theater Nordhausen) und Frank Beermann (Oper Chemnitz) wegen neuer Herausforderungen, Axel Köhler (Oper Halle) verlässt sein Haus, weil er mit den Etat-Kürzungen der Stadt nicht einverstanden ist.

Sie tun dies in der Gewissheit, künstlerisch viel, wenngleich nicht alles erreicht zu haben, was sie sich bei Amtsantritt vorgenommen hatten. Was bleibt, sind Produktionen, die als Erinnerung in Kopf und Herz vieler Theatermacher und Besucher verankert sind wie Eötvös' "Love and other Demons" am Opernhaus Chemnitz, der "Ring des Nibelungen" am Opernhaus Halle oder die drei "Faust"-Produktionen, mit denen das  Theater Nordhausen diese Spielzeit eröffnete; hinzu kommen Produktionen, die auf CD bzw. DVD verewigt wurden, wie die Chemnitzer Wiederentdeckung von Otto Nicolais "Il Templario" (CD), die Musik aus Sonderhausen, die das Loh-Orchester auf seiner neusten CD "Ein großes Wunder" unter Leitung von Markus L. Frank verewigte oder Händels Admeto (DVD), präsentiert vom Händelfestspielorchester Halle und Howard Arman.

Sowohl Beermann, Köhler als auch Tietje haben mit viel Energie, Kreativität und hohem kommunikativem Einsatz versucht, im Team das jeweils beste künstlerische Ergebnis zu erzielen. Alle drei verlassen "ihr Theater" nun mit einer Fülle an guten, mitunter auch weniger glückvollen Erfahrungen, freuen sich auf neue Aufgaben. Wie sagt der Volksmund: Ohne Abschied kein Wiedersehen!

Diese Männer verabschieden sich

Axel Köhler
Axel Köhler, Intendant der Oper Halle Er stammt aus dem Erzgebirge, genauer gesagt aus Schwarzenberg und wurde 1960 geboren. Er studierte an der Musikhochschule "Carl Maria von Weber" in Dresden Violinpädagogik und ließ sich als Opernsänger ausbilden, sang u.a. am Royal Opera House in London und veröffentlichte Solo-Cds. Zudem ist Axel Köhler Regisseur. 2009 wurde er Intendant an der Oper Halle, wo seine Inszenierung von Richard Strass' "Arabella" viel Zuspruch fand. Jetzt verlässt er Halle, weil er mit den Etat-Kürzungen seitens der Stadt nicht einverstanden ist. Zukünftig will er freiberuflich als Regisseur arbeiten. Seine Nachfolge tritt Florian Lutz an. Bildrechte: Oper Halle
Axel Köhler
Axel Köhler, Intendant der Oper Halle Er stammt aus dem Erzgebirge, genauer gesagt aus Schwarzenberg und wurde 1960 geboren. Er studierte an der Musikhochschule "Carl Maria von Weber" in Dresden Violinpädagogik und ließ sich als Opernsänger ausbilden, sang u.a. am Royal Opera House in London und veröffentlichte Solo-Cds. Zudem ist Axel Köhler Regisseur. 2009 wurde er Intendant an der Oper Halle, wo seine Inszenierung von Richard Strass' "Arabella" viel Zuspruch fand. Jetzt verlässt er Halle, weil er mit den Etat-Kürzungen seitens der Stadt nicht einverstanden ist. Zukünftig will er freiberuflich als Regisseur arbeiten. Seine Nachfolge tritt Florian Lutz an. Bildrechte: Oper Halle
Generalmusikdirektor der Oper Chemnitz und Dirigent Frank Beermann.
Frank Beermann, Generalmusikdirektor der Oper Chemnitz Frank Beermann wurde 1965 in Hagen geboren und war seit 2007 Generalmusikdirektor an der Oper Chemnitz. Er brachte zahlreiche selten aufgeführte Stücke auf die Bühne, u.a. Prokofjews "Die Liebe zu den drei Orangen", die mit dem Theaterpreis "Der Faust" ausgezeichnet wurde, oder "Die Heimkehr des Verbrannten" von Otto Nicolai. 2009 erhielt Beermann den Musikpreis Echo Klassik für eine CD-Aufnahme der Klavierkonzerte von Felix Mendelssohn Martholdy. Nun wird er - nach Angaben einer Sprecherin - freischaffend weiterarbeiten. Sein Nachfolger steht noch nicht fest. Bildrechte: Neda Navaee
Lars Tietje, Intendant und Geschäftsführer Theater Nordhausen / Loh-Orchester Sondershausen GmbH, ab 2017 Intendant des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin
Lars Tietje, Intendant und Geschäftsführer des Theaters Nordhausen Tietje wurde 1967 in Celle geboren. Nach zwölfjähriger Amtszeit hört er nun als Intendant und Geschäftsführer des Theaters Nordhausen und der Loh-Orchester Sondershausen GmbH auf. Ab kommendem Jahr arbeitet er als Intendant des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin. Bildrechte: Silke Winkler
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Zuletzt aktualisiert: 03. Juli 2016, 19:25 Uhr