Landgericht Erfurt : Lange Haftstrafe für Internet-Betrug
Wegen Internet-Betrugs muss ein 29-jähriger Mann für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Erfurt verurteilte den Mann am Montag wegen gewerbsmäßigen Betrugs.
Dabei werteten die Richter das Geständnis des Angeklagten als strafmildernd. Der Mann hatte im Prozess eingeräumt, zwischen November 2009 und Januar 2010 insgesamt 672 Kunden geprellt zu haben. Er habe im Internet einen Online-Shop eingerichtet und gegen Vorkasse Elektroartikel angeboten, ohne jemals welche zu besitzen. Insgesamt habe er so 172.000 Euro eingenommen. Sein Ziel sei es gewesen, schnelles Geld im Weihnachtsgeschäft zu machen und sich dann ins Ausland abzusetzen. Der Angeklagte war im Juli 2010 in Rumänien verhaftet worden.
Richter sehen erhebliche kriminelle Energie
Zu Lasten des Angeklagten werteten die Erfurter Richter dessen "erhebliche kriminelle Energie". So habe er seinen Onlineshop auf "professionelle Weise" eingerichtet. Und das, obgleich er erst wenige Tage zuvor zu einer Bewährungsstrafe wegen Betruges verurteilt worden sei. Zudem habe er gezielt das Weihnachtsgeschäft ausgenutzt, der Schaden habe in zahlreichen einzelnen Fällen jeweils 1.000 Euro betragen. In einem Fall habe eine Familie nach dem Bestellen und Bezahlen der vermeintlichen Weihnachtsgeschenke kein Geld mehr gehabt, um ihrer Tochter neue Weihnachtsgeschenke zu kaufen.
Das Gericht berücksichtigte aber auch den "Leichtsinn, der sich im Kundenverhalten breitgemacht habe". Auch das Versprechen des Angeklagten, die Gläubiger zu entschädigen, würdigte die Kammer positiv. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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