MDR THÜRINGEN-Sommerinterview Höcke: "Kampfkandidatur um Bundesvorsitz schadet Partei nicht"

Thüringens AfD-Chef Björn Höcke hat sich im MDR THÜRINGEN-Sommerinterview zur Personaldebatte in der Partei geäußert: Seiner Ansicht nach schadet es der AfD nicht, wenn die beiden Co-Chefs um die Führung wetteifern. Höcke äußerte sich auch dazu, dass sein Name seit einiger Zeit als "Bernd Höcke" verballhornt wird.

Der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke verteidigt das traditionelle Familienbild seiner Partei. Im MDR THÜRINGEN-Sommerinterview sagte er, dass Kinder, die mit Vater und Mutter gemeinsam aufwachsen, bessere Chancen auf eine optimale Entwicklung hätten. "Die traditionelle Familie ist das favorisierte Modell des Zusammenlebens für uns." Gleichzeitig erkenne er an, dass es in der heutigen Zeit auch viele Alleinerziehende gebe. "Die müssen auch unterstützt werden", so Höcke. Wie diese Unterstützung aussehen könnte, ließ er im Gespräch offen.

Björn Höcke und Susann Reichenbach beim MDR THÜRINGEN-Sommerinterview.
Susann Reichenbach und Björn Höcke beim MDR THÜRINGEN-Sommerinterview. Bildrechte: MDR/Ludwig Kendzia

Angriffe persönlich motiviert

Zum Rücktritt der bisherigen stellvertretenden Landesvorsitzenden Steffi Brönner äußerte sich Höcke zurückhaltend. "Ihr Rücktritt hat mich überrascht und verwundert." Brönner hatte erklärt, Höcke sei ein "verwirrter Geschichtsromantiker". Dazu sagte Höcke, diese Aussagen seien persönlich motiviert: "Frau Brönner hätte jederzeit die Möglichkeit der Aussprache mit mir gehabt, die hat sie nicht genutzt". Zu dem weiteren Vorwurf Brönners, die Thüringer AfD-Landtagsfraktion beschäftige einen Grafiker mit einer rechtsextremen Vergangenheit, wollte sich Höcke nicht äußern: "Ich habe den Sachverhalt ausführlich und abschließend erörtert."

Auch zu dem Vorwurf, er habe unter dem Synonym "Landolf Ladig" Artikel auf rechtsextremistischen Onlineseiten publiziert, sagte Höcke nichts. Im Zusammenhang mit diesen und anderen Vorwürfen läuft gegen Höcke ein Parteiausschlussverfahren, das der Bundesvorstand der AfD angestrengt hat.

Kein Konflikt durch Kampfkandidatur

In der aktuellen Auseinandersetzung zwischen den beiden AfD-Bundesvorsitzenden Frauke Petry und Jörg Meuthen sieht Höcke keinen Konflikt. Meuthen hatte angekündigt, beim Parteitag im Dezember gegen Petry antreten zu wollen. "Das ist sein gutes Recht", so Höcke. Er sehe nicht, das Meuthens Vorstoß, gegen seine Noch-Co-Vorsitzende zu kandidieren, "der Partei schade". Allerdings räumte Höcke ein, dass es beim Aufbau der AfD in den vergangenen vier Jahren "Überforderungen" gegeben habe. Daraus entstünden Konflikte. "Man lernt in diesen Jahren, mit wem man gut zusammen arbeiten kann und mit wem nicht", sagte der AfD-Politiker.

Dass er satirisch seit einiger Zeit "Bernd" statt "Björn" genannt werde, nehme ihn nicht wirklich mit. Aber es sei eine Verballhornung, die er natürlich irgendwo bedauere, sagte Höcke.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN JOURNAL | 23.07.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 25. Juli 2017, 09:35 Uhr

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135 Kommentare

27.07.2017 09:33 Mediator an Anonymous (131) 135

Sorry, aber du bist unglaubwürdig!
Du UNTERSTELLST, dass mit Micha nicht respektvoll diskutiert wirst, diffamierst aber gleichzeitig die Leute die ihm mit Argumenten Kontra geben als "Guttis" mit "rotrotgrünem Gedankengut" und behauptest, dass diese in einer "rosaroten, heilen Welt" leben und die Realität verweigern. und verweigern vehement die Realität.
Ich finde es immer wieder interessant, wenn Leute wie du ihre inhaltslosen Sprechblasen absondern, in denen es keine Fakten und Argumente sondern nur Vorurteile und Feindbilder gibt. Wer seine Aussagen jedoch nicht auf Fakten abstützen muss, der kann so ziemlich alles behaupten.
Nehmen wir die NRW Wahl die Micha angeführt hat:
Bei 8 Mio abgegebener Stimmen sind 2204 fehlerhaft ausgezählte Stimmen alles andere als ein Skandal, vor allem wenn man berücksichtigt, dass diese von 110.000 ehrenamtl. Helfern gezählt wurden.
Leute wie du und Micha verweigern die Realität, weil sie sich Fakten verweigern und von Skandalisierungen leben.

27.07.2017 09:24 Konrad 134

Herr Höcke braucht auch nichts zu sagen, denn es ist doch klar ersichtlich, dass er in die AfD eingetreten ist bzw. sie in Thüringen mitgegründet hat, um sie "national" auszurichten. Seine Mimik und Gestik bei der Teilnahme an der, durch "nationale Kräfte" am 13.Februar 2010 in Dresden organisierten ,Veranstaltung zum Gedenken der Luftangriffe spricht Bände.

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