Thüringen

Bad Liebenstein : Kita-Streit geht in die nächste Runde

Eltern, Behörden, und Kinder - sie alle haben sich am Montag in Bad Liebenstein getroffen, um die Zukunft der örtlichen Kindertagesstätte zu klären. Die Sendung "Hier ab vier" hatte bereits darüber berichtet. Doch der Streit geht in die nächste Runde.

Kindergartenkinder in einer Kita
Kindergartenkinder auf einem Spielplatz.

Mangelnder Brandschutz des jetzigen Kita-Gebäudes sorgt dafür, dass die Kinder ihre alten Räume bis zum September verlassen müssen. Nach Berichten des Internetportals insüdthüringen.de war eine neue Bleibe bereits gefunden: ein dreigeschossiges Haus an der Esplanade, das auch das Medizinische Versorgungszentrum beherbergt.

Doch es gibt mindestens zwei gravierende Probleme: Die zukünftige Kita befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kurpark. Einen Spielplatz sucht man dort vergeblich, weil Eingriffe in das denkmalgeschützte Gesamtkonzept des historischen Kurparks nur unter bestimmten Auflagen erlaubt sind. Aber erst, wenn der Spielplatz erlaubt wird, gibt wiederum das Land weitere Fördermittel frei, um die Kita fertigzustellen.

Kleine Kinder - kleine Spielgeräte?

Der stellvertende Bürgermeister Frank Eberlein sagte "Hier ab vier", dass eine abgespeckte Lösung des Spielplatzproblems angedacht sei. So sollen zum Beispiel nur kleinere Spielgeräte bis zu einer Höhe von 60 Zentimetern aufgestellt werden, keineswegs eine Schaukel oder eine Kletterwand, damit sich der Spielplatz optisch in die Landschaft angliedert. Diese Vorschläge stoßen bei den Eltern allerdings auf Unverständnis. "Was soll ein Einjähriger mit einer Sitzgruppe? Ein Kind kann sich nicht dem Gelände anpassen, das Gelände muss sich dem Kind anpassen", sagt eine Mutter. Eine weitere versteht nicht, wie Gelder in ein Sanierungskonzept gesteckt werden, ohne dass der für eine Kita zwingend notwendige Spielplatz angedacht sei. "Die Kinder spielen nun mal, die können doch nicht stumm am Geländer herumstehen", sagt sie.

Bürgermeisterin Hildebrandt schlägt einen Kompromiss vor: der Spielplatz wird hinter das Haus verlegt. In nächster Zeit soll dann direkt am Gebäude ein spezieller Kleinkinderspielplatz für die Krippenkinder entstehen. Dem Kompromiss stimmt auch das Denkmalamt zu.

Aber noch anderes macht den Eltern Sorge: Dass das Gebäude nicht ebenerdig angelegt ist, sondern die Kinder im Dachgeschoß untergebracht werden sollen. "Jeden Morgen 60 Stufen zu erklimmen, weil die Fahrstühle für Patienten des Medizinischen Versorgungszentrums vorbehalten seien, ist unzumutbar", gibt eine Mutter zu bedenken. Viel Zeit bleibt den Verantwortlichen aber nicht mehr, da die Kleinen zum September ihr altes Gebäude räumen müssen.

Zuletzt aktualisiert: 20. August 2012, 21:04 Uhr

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