Kommunalwahlen

Bemerkenswertes zur Kommunalwahl : Schnelle Wahlhelfer und eine Bürgermeister-Lotterie

Die Gemeinde Nirmsdorf im Landkreis Weimarer Land hat am Sonntag einen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. Sie meldete als erste Kommune das Ergebnis der Kommunalwahl an das Landesamt für Statistik. Schon drei Minuten nach Schließung der Wahllokale lag ihr Ergebnis im Landesamt vor, wie Thüringens Landeswahlleiter Günter Krombholz am Montag mitteilte. Nur wenige Sekunden später traf das Wahlergebnis von Kleinbockedra im Saale-Holzland-Kreis bei den Statistikern ein. Allerdings hatten die beiden Dörfer gewisse Vorteile: Zum einen mussten die Wähler nur ihre Stimmen für die Landratswahl abgeben und keinen Bürgermeister wählen, außerdem war die Zahl der auszuzählenden Stimmen sehr überschaubar. In Nirmsdorf gaben 50 der 78 wahlberechtigten Einwohner ihre Stimmen ab, in Kleinbockedra waren es 20 der 30 Wahlberechtigten.

Eisenberg war als letzte Kommune fertig

Am längsten dauerte die Auszählung der Stimmergebnisse am Sonntag in der Kreisstadt des Saale-Holzland-Kreises Eisenberg. Hier konnten die Ergebnisse nach Angaben von Krombholz erst um 21:44 Uhr an das Statistikamt gemeldet werden. Grund war die lange Dauer der Auszählung im Stadtbezirk Kursdorf, der einen sehr hohen Anteil an Briefwählern hatte.

Jonaswalde: Kein Kandidat und 17 Favoriten

Fast wie eine Lotterie war die Bürgermeister-Wahl auch in Jonaswalde im Kreis Altenburger Land. Hier kandidierte der inzwischen 74-jährige Amtsinhaber Rolf Matthes nach mehr als 40 Jahren Bürgermeister-Tätigkeit nicht mehr für das Amt. Doch so recht wollte niemand seine Nachfolge antreten - auf den Wahlzetteln fanden die Wähler am Sonntag keinen Kandidaten. Entsprechend dem Wahlrecht durfte jeder einen Kandidaten eigener Wahl auf den Zettel schreiben und diesem seine Stimme geben. Das taten 148 der 259 Wahlberechtigten im Ort. Auf den schließlich gültigen 105 Stimmzetteln fanden sich insgesamt 17 Namen. Da keiner der Vorgeschlagenen die absolute Mehrheit bekam, müssen der Erst- und der Zweitplatzierte am 6. Mai in die Stichwahl. Ob damit dann die Bürgermeister-Frage in Jonaswalde entschieden sein wird, ist unklar. Denn der Gewinner muss die Wahl auch annehmen.

Das höchste Wahlergebnis bei den Wahlen am Sonntag erzielte der Einzelbewerber um den Bürgermeister-Posten in Rositz im Altenburger Land, Steffen Stange. Er erhielt 99,9 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen. Lediglich eine der 1.265 Stimmen ging an seinen Konkurrenten.

Bad Berka: Wiederauflage der Lotterie von 2006?

In Bad Berka im Landkreis Weimarer Land kommt es bei der Bürgermeister-Wahl zur Wiederauflage der Stichwahl von 2006. Der Kandidat der Freien Wähler, Volker Schaedel, lag hier mit 49,1 Prozent der Stimmen vor dem Amtsinhaber Thomas Liebetrau, der auf 40,4 Prozent kam. Schon vor sechs Jahren hatten sich beide in der Stichwahl gegenübergestanden und jeweils 1.459 Stimmen erhalten. Wegen der Stimmengleichheit entschied das Los, das auf Liebetrau fiel. Er war damit der erste Thüringer Bürgermeister, der per Losentscheid ins Amt kam.

Zuletzt aktualisiert: 23. April 2012, 19:33 Uhr

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