Kommunale Stichwahlen : Absage an einige rot-rote Wahlbündnisse
In den kommunalen Stichwahlen kommen in vier Wahlkreisen mögliche rot-rote Wahlempfehlungen nicht zustande. Nach einer Umfrage des MDR THÜRINGEN konnten sich die beiden Parteien im Kreis Altenburger Land, im Kyffhäuserkreis und in den Städten Jena und Eisenach nicht einigen. Die Parteibasis von SPD und Linken stellt sich damit gegen eine Wahlempfehlung der Landesvorstände.
Zur Stichwahl offenbaren sich Zwiste
In Jena begründen die Linken ihre Absage mit "schlechten Erfahrungen" mit dem Amtsinhaber und SPD-Bewerber um das Oberbürgermeisteramt Albrecht Schröter. Die im ersten Wahlgang ausgeschiedene Linken-Kandidatin Gudrun Lukin sagte dem MDR THÜRINGEN, die SPD habe schon früher Zusagen nicht eingehalten. Aufgrund dieser Erfahrungen sehe man von einer Wahlempfehlung ab. Auch im Kyffhäuserkreis gab die Linke der SPD einen Korb. Als Grund wurde die Kooperation von SPD und CDU im Kreistag genannt. Im Altenburger Land ist es die SPD, die auf eine Empfehlung verzichtet. Mit Sieghardt Rydzewski tritt ein Ex-Sozialdemokrat hier gegen Michaele Sojka von den Linken an.
Die Eisenacher SPD-Basis äußerte sich erst am Sonntag zu ihrer Wahlempfehlung. Demnach will sie die Kandidatin der Linken, Katja Wolf, wegen mangelnder inhaltlicher Übereinstimmungen nicht unterstützen. Stattdessen sprachen sich die Sozialdemokraten für eine Wahlempfehlung zugunsten des CDU-Bewerbers Raymond Walk aus. Wolf hatte dem MDR THÜRINGEN zuvor gesagt, sie könne auf die Unterstützung von Andreas Bausewein, Justizminister Holger Poppenhäger und des ehemaligen SPD-Landeschefs Richard Dewes bauen, die in den letzten Wahlkampftagen mit ihr in Eisenach auftreten würden.
Landesvorstände akzeptieren Abweichler
Die Landesvorstände von Linken und SPD sehen die Situation gelassen. Linken-Chef Knut Korschewsky sagte dem MDR THÜRINGEN, die Parteibasis habe in diesen Fragen das letzte Wort. Die gemeinsame Erklärung der beiden Parteiführungen vom Mittwoch sei ein "Signal, dass wir solche gegenseitigen Wahlempfehlungen ausdrücklich begrüßen - aber mehr als eine Empfehlung haben wir nicht ausgesprochen." SPD-Landesgeschäftsführer René Lindenberg äußerte sich ähnlich.
Gegenseitige Wahlempfehlungen gibt es in Gera, Weimar, dem Landkreis Nordhausen, Schmalkalden-Meiningen und dem Ilmkreis. Die Nordhäuser SPD ruft nach Worten ihrer Kreisvorsitzenden Dagmar Becker sogar zur Wahl der Linken-Kandidatin auf, ohne eine entsprechende Gegenleistung für den SPD-Kandidaten in der Stadt Nordhausen erhalten zu haben. Im Ilmkreis kann die Linken-Bewerberin Petra Enders auf Hilfe ihrer Konkurrentinnen aus dem ersten Wahlgang setzen. Sowohl die bündnisgrüne Madeleine Henfling als auch Eleonore Mühlbauer von der SPD wollen sie unterstützen. "Das ist halt Wahlkampf auf weibliche Art", sagte die SPD-Kreischefin Mühlbauer dem MDR THÜRINGEN.
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