Thüringen

Hohe Stromkosten : Kommunen sparen bei Straßenbeleuchtung

Die Strassenbeleuchtung ist am 29.10.2012 auf einer Brücke im Saalfelder Ortsteil Remschütz (Thüringen) eingeschaltet.

Immer mehr Thüringer Städte und Gemeinden sparen bei der Straßenbeleuchtung. Der Grund: Die Straßenbeleuchtung macht nach Schätzungen der Thüringer Energie- und Greentech-Agentur (Thega) mehr als ein Drittel des kommunalen Stromverbrauchs aus. Die Städte und Gemeinden bekommen den Anstieg der Strompreise wegen des Ausbaus der Erneuerbaren Energien genauso zu spüren wie Verbraucher.

So rechnet die Stadt Suhl, die 2012 rund 457.000 Euro für den Strom für die Straßenbeleuchtung ausgegeben hat, für 2013 mit einem Kostenanstieg um 70.000 Euro. In Saalfeld wird mit einem Anstieg um mehr als 40.000 Euro gerechnet. Gera erwartet allein für Schulen, Verwaltungs-, Sport-, Kultur- und Feuerwehrgebäude Mehrkosten bei Strom von etwa 80.000 Euro.

"Zappenduster" in Suhler Stadtrandstraßen

Viele Kommunen dimmen daher nachts ihre Straßenlampen, damit sie weniger Strom verbrauchen. Andere schalten die Leuchten ganz ab oder setzen auf Energiespar-Lampen. So wird in Sonneberg in vielen Straßen jede zweite Lampe ausgeknipst. Suhl hat die Straßenbeleuchtung seit Sommer zunächst für ein Jahr befristet in etlichen Straßenzüge mit "Außerortscharakter" abgestellt.

Auch in drei Saalfelder Wohngebieten gehen 22:30 Uhr die Lichter auf Straßen und Gehwegen aus. Dort können die Anwohner jedoch per Anruf die Laternen für eine Viertelstunde anknipsen. "Dial4Light" heißt das Projekt, das im Herbst auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet und dann jährlich etwa 100.000 Euro Stromkosten eingesparen helfen soll.

LED-Leuchten mit begrenzter Lebensdauer

Zum Stromsparen setzt Jena bei Ampeln und Straßenlampen auf LED-Technik. Bisher seien 150 LED-Leuchten im Einsatz auf Geh- und Radwegen sowie Anliegerstraßen, erklärte Klaus Fritsch vom Kommunalservice Jena. Mit LED könne bei Ampeln etwa 30 Prozent Strom gespart werden und auch der Wartungsaufwand sei geringer. "Bei der Straßenbeleuchtung ist LED aber kein Allheilmittel", räumt Fritsch ein. Die Lebensdauer sei begrenzt - so seien bei einigen Lampen der ersten Generation schon nach wenigen Jahren Elektronikbauteile kaputt gegangen, die nicht mehr repariert werden konnten.

Ein gebranntes Kind in Sachen LED ist die Stadt Suhl. Dort war 2008 die Beleuchtung des Waffenmuseums auf diese Technik umgestellt worden. Doch schon nach wenigen Jahren musste die gesamte Beleuchtung wieder ersetzt werden, weil die Leuchtkraft stark nachgelassen hatte.

Zuletzt aktualisiert: 26. Januar 2013, 14:33 Uhr

1. Martina:
Wenn es keine ordentliche Beleuchtung mehr auf den Straßen gibt, werden dem Verbrechen Tür und Tor geöffnet. Es muß eine andere Lösung gefunden werden.
27.01.2013
09:56 Uhr

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