Betreuung von Krebspatienten : Fachleute beklagen Mangel an Beratungsstellen
Die Thüringer Krebsgesellschaft beklagt einen Mangel an psychosozialen Beratungsstellen im Land. Geschäftsführerin Brigitte Möhler sagte dem MDR THÜRINGEN, zehn Anlaufstellen im ganzen Land seien zu wenig. Vor allem in Südthüringen fänden Krebskranke außerhalb von Kliniken kaum Hilfe und Beratung. Die Region sei ein "fast weißer Fleck". In anderen Bundesländern gebe es dagegen ein deutlich besseres Beratungsnetz. So gibt es zum Beispiel in Sachsen laut Sozialministerium 33 Stellen, an denen Krebskranke und ihre Angehörigen beraten und betreut werden.
Auch der Leiter des Tumorzentrums der Universität Jena, Andreas Hochhaus, verweist auf die Bedeutung der psychosozialen Beratungsstellen. Bei der Diagnose Krebs falle jeder in ein Loch, sagte Hochhaus dem MDR. Es gebe viele Fragen, die nicht sofort in der Klinik beantwortet werden könnten - dafür sei dann Hilfe von Sozialarbeitern und Psychologen nötig. Hochhaus forderte außerdem die sechs Thüringer Tumorzentren auf, enger als bisher zusammenzuarbeiten.
In Thüringen leben nach Angaben des Gesundheitsministeriums derzeit mehr als 43.000 Männer und rund 59.000 Frauen, bei denen im Laufe ihres Lebens Krebs diagnostiziert wurde. Dabei erkrankten Frauen am häufigsten an Brustkrebs, Männern an Prostatakrebs.
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