Die Ernestiner - Eine Dynastie prägt Europa

Protagonisten

Christian Richter, Kurfürst Ernst von Sachsen, um 1625
Kurfürst Ernst von Sachsen, Gemälde von Christian Richter, um 1625, Stiftung Schloss Friedenstein Gotha Bildrechte: Stiftung Schloss Friedenstein Gotha

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Wissen

Ernst II. - der letzte Regent im Herzogtum Sachsen-Altenburg
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Geteiltes Erbe

Aufteilung des Erbes Wettinische und Ernestinische Landesteilungen

Bis ins 19. Jahrhundert wird die Geschichte der Ernestiner von innerdynastischen Landesteilungen geprägt. Auf dem Höhepunkt der Kleinstaaterei gibt es in Thüringen allein zehn ernestinische Herrschaften.

Wettinische Territorien nach der Leipziger Teilung 1485
Leipziger Teilung 1485 Mit der Leipziger Teilung 1485 teilen Kurfürst Ernst von Sachsen und sein Bruder Herzog Albrecht die wettinischen Territorien untereinander auf. Ernst, Stammvater der Ernestiner, erhält zusätzlich zum Kurkreis um Wittenberg den Großteil der Landgrafschaft Thüringen, das Vogtland sowie Teile des Pleißen- und Osterlandes. Albrecht, der Stammvater der Albertiner, erhält die Mark Meißen sowie Gebiete um Leipzig und im Norden der Landgrafschaft Thüringen. Bildrechte: Torsten Lämmerhirt
Wettinische Territorien nach der Leipziger Teilung 1485
Leipziger Teilung 1485 Mit der Leipziger Teilung 1485 teilen Kurfürst Ernst von Sachsen und sein Bruder Herzog Albrecht die wettinischen Territorien untereinander auf. Ernst, Stammvater der Ernestiner, erhält zusätzlich zum Kurkreis um Wittenberg den Großteil der Landgrafschaft Thüringen, das Vogtland sowie Teile des Pleißen- und Osterlandes. Albrecht, der Stammvater der Albertiner, erhält die Mark Meißen sowie Gebiete um Leipzig und im Norden der Landgrafschaft Thüringen. Bildrechte: Torsten Lämmerhirt
Wettinische Territorien nach der Wittenberger Kapitulation 1547
Wittenberger Kapitulation 1547 Nach der Schlacht bei Mühlberg 1547 verliert Kurfürst Johann Friedrich I., der Großmütige, mit der "Wittenberger Kapitulation" für sich und alle Ernestiner die Kurwürde und die Kurlande um Wittenberg. Neuer Kurfürst wird der Albertiner Moritz von Sachsen. Das übrige Herrschaftsgebiet Johann Friedrichs schrumpft um fast die Hälfte. Das Oster- und Pleißenland um Altenburg wird ebenfalls - zumindest vorübergehend - albertinisch. Das Vogtland geht zunächst an das Königreich Böhmen. 1554 geben die Albertiner zumindest Altenburg und kleinere Gebiete im Norden der alten Landgrafschaft Thüringen wieder an die Ernestiner zurück. Bildrechte: Torsten Lämmerhirt
Ernestinische Landesteilung 1572
Erfurter Teilung 1572 Der Sohn von Johann Friedrich I., Herzog Johann Friedrich II., der Mittlere, will sich nicht mit dem Verlust der Kurwürde für die Ernestiner abfinden. Er verstrickt sich in Händel, die ihm die Reichsacht und lebenslange Gefangenschaft einbringen. Auf Betreiben von Kaiser Maximilian II. sowie des sächsischen Kurfürsten August wird sein Herzogtum 1572 geteilt. Johann Friedrichs II. Bruder, Johann Wilhelm, erhält das Herzogtum Sachsen-Weimar. Den minderjährigen Söhnen des gefangenen Herzogs, Johann Casimir und Johann Ernst, werden Eisenach, Gotha und Coburg als Fürstentum zugesprochen. Durch Teilung entstehen hier 1596 die Fürstentümer Sachsen-Coburg und Sachsen-Eisenach. Nach dem Aussterben der Linie Sachsen-Coburg entsteht 1633 Sachsen-Coburg-Eisenach. Bildrechte: Torsten Lämmerhirt
Ernestinische Landesteilung 1640-41
Ernestinische Landesteilung 1640/41 1638 stirbt die Linie Sachsen-Coburg-Eisenach aus. Das Gebiet fällt zu einem Drittel an das 1573 von Sachsen-Weimar abgespaltene Herzogtum Sachsen-Altenburg. Zwei Drittel von Sachsen-Coburg-Eisenach gehen an Sachsen-Weimar, das damit wieder einen bedeutenden Territorialzuwachs erfährt. Allerdings teilt Herzog Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar 1640 das Land mit zwei noch lebenden Brüdern. So entsteht zusätzlich zu dem unter Herzog Wilhelm weiter bestehenden Sachsen-Weimar das Herzogtum Sachsen-Gotha unter Herzog Ernst I. sowie das Fürstentum Sachsen-Eisenach unter Herzog Albrecht. Bereits 1644 stirbt letzterer allerdings ohne Nachkommen, weshalb sein Fürstentum jeweils zur Hälfte an Sachsen-Weimar und Sachsen-Gotha fällt. Bildrechte: Torsten Lämmerhirt
Ernestinische Landesteilung 1672
Ernestinische Landesteilung 1672 1672 stirbt die Linie Sachsen-Altenburg aus. Das Herzogtum fällt zu drei Vierteln an Sachsen-Gotha unter Ernst I., den Frommen, dessen neues Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg damit zum größten Flächenstaat Thüringens wird. Das übrige Viertel fällt an das Herzogtum Sachsen-Weimar. Der hier regierende Herzog Johann-Ernst II. behält bei der Landesteilung 1672 Sachsen-Weimar für sich. Für seinen jüngeren Bruder Johann-Georg I. wird erneut ein Fürstentum Sachsen-Eisenach herausgelöst. Für den noch jüngeren Bruder Bernhard wird ein Fürstentum Sachsen-Jena geschaffen. Bildrechte: Torsten Lämmerhirt
Ernestinische Landesteilung 1680
Ernestinische Landesteilung 1680/81 1680/81 erreicht die ernestinische Kleinstaaterei ihren Höhepunkt. Fünf Jahre nach dem Tod von Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha-Altenburg wird der größte Flächenstaat Thüringens unter seinen sieben Söhnen aufgeteilt. Der älteste, Friedrich I., behält Sachsen-Gotha-Altenburg. Der zweitälteste, Albrecht, wird Herzog von Sachsen-Coburg. Der drittälteste Bruder, Berhard I., wird Herzog von Sachsen-Meiningen. Die jüngeren Brüder Heinrich, Christian, Ernst und Johann-Ernst erhalten die weniger privilegierten Herzogtümer Sachsen-Römhild (bis 1710), Sachsen-Eisenberg (bis 1707), Sachsen-Hildburghausen (bis 1826) sowie das Fürstentum Sachsen-Saalfeld (bis 1735). Zusammen mit den bereits bestehenden Herzogtümern Sachsen-Weimar und Sachsen-Jena (bis 1690) sowie dem Fürstentum Sachsen-Eisenach existieren damit zehn ernestinische Kleinstaaten. Bildrechte: Torsten Lämmerhirt
Ernestinische Landesteilung 1826
Ernestinische Landesteilung 1826 Im Jahr 1826 erfahren die ernestinischen Lande eine letzte innerdynastische Neugliederung. Ein Jahr zuvor hatte das Aussterben des Hauses Sachsen-Gotha-Altenburg für Erbstreitigkeiten unter den Ernestinern gesorgt. 1826 werden die ernestinischen Herzogtümer durch einen Schiedsspruch von König Friedrich August I. von Sachsen umfassend neugegliedert: So erhält das seit 1735 existierende Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld gegen Gebietsabtretungen an Sachsen-Meiningen den Hauptteil des Gothaer Landesteils von Sachsen-Gotha-Altenburg. Das neue Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha entsteht. Der Altenburger Landesteil von Sachsen-Gotha-Altenburg mit den Kreisen Altenburg und Eisenberg geht an den bisherigen Herzog von Sachsen-Hildburghausen. Bildrechte: Torsten Lämmerhirt
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Homepage der Ausstellung

In Bildern

Exponate einer einzigartigen Schau

Petersburger oder Jekaterinburger Steinschleiferei, Schreibzeug des Großherzogs Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach und Johann Wolfgang von Goethes, um 1815
Petersburger oder Jekaterinburger Steinschleiferei, Schreibzeug des Großherzogs Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach und Johann Wolfgang von Goethes, um 1815 Bildrechte: MDR/Klassik Stiftung Weimar
Petersburger oder Jekaterinburger Steinschleiferei, Schreibzeug des Großherzogs Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach und Johann Wolfgang von Goethes, um 1815
Petersburger oder Jekaterinburger Steinschleiferei, Schreibzeug des Großherzogs Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach und Johann Wolfgang von Goethes, um 1815 Bildrechte: MDR/Klassik Stiftung Weimar
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"Die Ernestiner" im Neuen Museum Weimar

Das Neue Museum in Weimar
Die letzten Vorbereitungen für die Eröffnung der Landesausstellung laufen Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Das Neue Museum in Weimar
Die letzten Vorbereitungen für die Eröffnung der Landesausstellung laufen Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Kuratorin Karin Kolb erklärt Besuchern die multimediale Ausstellung
Die Ausstellung ist multimedial - neben den Exponaten gibt es Videos, Audiobeiträge und Lichtinstallationen. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Ein silberner Pfeilschwanzkrebs aus Metall
Ein Pfeilschwanzkrebs aus der wissenschaftlichen Sammlung der Ernestiner. Das Herzogshaus unterstützte seit dem 16. Jahrhundert Forscher und Wissenschaftler. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Ein mit Gold verzierter Thron
Insignien der fürstlichen Macht, wie dieser Thron, sind im Neuen Museum Weimar zu besichtigen. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Japanische Schriftrollen hängen an der Wand
Großherzog Carl Alexander war Schirmherr des Allgemeinen Evangelisch-Protestantischen Missionsvereins in Weimar. 1885 reiste Wilfried Spinner als erster Missionar nach Japan. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Eine historische Karte im Schaukasten
In der Schau sind auch wertvolle Leihgaben aus dem Ausland zu sehen - wie diese "Karte des heiligen Landes" aus Jerusalem. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Eine Frau mit schwarzen Haaren
Karin Kolb ist die Kuratorin für den Weimarer Teil der Landesausstellung. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
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"Die Ernestiner" auf Schloss Friedenstein

Schloss Gotha
Schloss Friedenstein berherbergt die Themenbereiche "Land" und "Familie". Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Schloss Gotha
Schloss Friedenstein berherbergt die Themenbereiche "Land" und "Familie". Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Gotha Ausstellung
Die Architektur der Ausstellung in Gotha wurde von der Agentur KOCMOC aus Leipzig entworfen. Den Weimarer Teil gestaltete whitebox GbR aus Dresden. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Ein Thron mit abgewetztem grünen Samt
Auch in Gotha stellen Herrschaftssymbole, wie dieser Thron, die einstige Macht der Ernestiner dar. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Ernestiner-Landesausstellung
Martin Eberle, Direktor der Stiftung Schloss Friedenstein, präsentiert die Ausstellung im Schloss und im Herzoglichen Museum. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Besucher in der Ernestiner-Landesausstellung
Kuratorin Friedegund Freitag hat den Gothaer Teil der Landesausstellung mit entwickelt. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Besucher stehen vor einer Leinwand
Friedegund Freitag (rechts) präsentiert ein Foto vom Familientreffen 1894 in Coburg - in der Mitte die britische Königin Victoria, die mit Prinz Albert einen Ernestiner heiratete. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Ein goldener Kelch in einer Vitrine
Dieser Kelch aus dem 15. Jahrhundert war ursprünglich eine Grabbeigabe in Magdeburg. Während des Dreißigjährigen Krieges gelangte der Kelch als Kriegsbeute nach Schweden - jetzt ist er als Leihgabe wieder zurück in Deutschland. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
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Bilder von der Ausstellungseröffnung in Weimar und Gotha

Eröffnung der Ernestiner Landesausstellung in Weimar und Gotha
Die Gäste warten im Regen vor der Weimarer Stadtkirche St. Peter und Paul. An den Eingängen stehen Soldaten des Magdeburger Jägerbataillons No. 4 in Tradition e.V. Sömmerda. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Eröffnung der Ernestiner Landesausstellung in Weimar und Gotha
Die Gäste warten im Regen vor der Weimarer Stadtkirche St. Peter und Paul. An den Eingängen stehen Soldaten des Magdeburger Jägerbataillons No. 4 in Tradition e.V. Sömmerda. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Eröffnung der Ernestiner Landesausstellung in Weimar und Gotha
Um die Wartezeit zu versüßen, werden Pralinen verteilt, verziert mit dem gekrönten Ernestiner-E. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Eröffnung der Ernestiner Landesausstellung in Weimar und Gotha
Während des Festaktes in der Weimarer Stadtkirche spielt das Ensemble Hofmusik Stücke von Johann Sebastian Bach, Heinrich Schütz und eine Komposition von Prinz Johann Ernst zu Sachsen-Weimar (1696-1715). Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Eröffnung der Ernestiner Landesausstellung in Weimar und Gotha
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und Kulturstaatsministerin Monika Grütters lassen sich vom Generaldirektor Museen der Klassik-Stiftung Weimar, Wolfgang Holler, die Exponate der Schau erklären. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Eröffnung der Ernestiner Landesausstellung in Weimar und Gotha
Auch ein abgetrennter Finger ist im Neuen Museum ausgestellt. Er gehörte ... Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Eröffnung der Ernestiner Landesausstellung in Weimar und Gotha
.... zu Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar. Um seine Person entwickelte sich ein Heldenkult. So wurde sein Zeigefinger, den er bei einer Schlacht verlor, im Weimarer Schloss ausgestellt. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Eröffnung der Ernestiner Landesausstellung in Weimar und Gotha
Auch Leonie Prinzessin von Sachsen-Weimar-Eisenach (rechts im Bild), Tochter von Michael Prinz, besichtigt die Ausstellung im Neuen Museum. Sie wird einmal den Sitz ihres Vaters im Stifungsrat der Klassik-Stiftung einnehmen. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Eröffnung der Ernestiner Landesausstellung in Weimar und Gotha
Der Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch ist sichtlich stolz, dass seine Stadt auch endlich eine Landesausstellung präsentieren darf. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Eröffnung der Ernestiner Landesausstellung in Weimar und Gotha
Michael Prinz und seine royale Familie beobachten die Parade des Magdeburger Jägerbatallions. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Eröffnung der Ernestiner Landesausstellung in Weimar und Gotha
Zur Feier des Tages werden sogar Salutschüsse abgefeuert. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Eröffnung der Ernestiner Landesausstellung in Weimar und Gotha
Die Gäste der Kulturnacht strömen durch die Ausstellung im Schloss, hier der Themenbereich Familie. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Eröffnung der Ernestiner Landesausstellung in Weimar und Gotha
Das Schloss ganz im Zeichen der Ernestiner-Landesausstellung Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Eröffnung der Ernestiner Landesausstellung in Weimar und Gotha
Auch das Herzogliche Museum erstrahlt zur Kulturnacht. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
Eröffnung der Ernestiner Landesausstellung in Weimar und Gotha
Der historische Abend klingt zeitgemäß aus: Mit Rap aus Gotha. Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn
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