Thüringerin des Monats Bärbel Berkholz
Bärbel Berkholz vom Geschichtsverein Wasserschloss Dobitschen Bildrechte: MDR/Hannah Reith

Thüringer des Monats Die Gewinnerin im August

Bärbel Berkholz aus Dobitschen im Altenburger Land ist unsere Thüringerin des Monats August. Als Vorsitzende des Geschichtsvereins Wasserschloss Dobitschen setzt sie sich mit zahlreichen Initiativen für den Erhalt des barocken Kulturdenkmals ein.

Thüringerin des Monats Bärbel Berkholz
Bärbel Berkholz vom Geschichtsverein Wasserschloss Dobitschen Bildrechte: MDR/Hannah Reith

Seit mehr als 20 Jahren erforscht Bärbel Berkholz aus Dobitschen engagiert und mit viel Herzblut die Geschichte des kleinen Ortes und hat dazu extra einen Geschichtsverein gegründet. Die 75-Jährige hat es zu ihrer Lebensaufgabe gemacht, die gesammelten Erkenntnisse zum Leben im Ort und zu wichtigen Persönlichkeiten wie dem Musiker Johann Friedrich Agricola und der Dichterin Erika von Watzdorf-Bachoff aufzuschreiben und an nachfolgende Generationen weiterzugeben. Die frühere Geschichtslehrerin sagt mit einem Schmunzeln im Gesicht:

Große Weltgeschichte ist auch hier passiert. Wenn man das im Unterricht mit Beispielen aus dem Ort belegen kann, dann merken sich die Kinder das hoffentlich länger.

1993 hat Bärbel Berkholz den Geschichtsverein Dobitschen gegründet - mit damals zwölf Mitgliedern. So viele sind es jetzt auch, zwischenzeitlich waren es einmal bis zu 26. Was fehlt, ist leider der Nachwuchs. Dafür sind im Verein enge Freundschaften gewachsen, die Familien helfen dort, wo besonders viel Arbeit anfällt. Zum Beispiel beim Gestalten des Geschichtskabinettes.

Der Bürgermeister hatte dem Verein zwei leerstehende Wohnungen kostenlos angeboten, um dort die vielen Gegenstände unterzubringen, die die Dorfbewohner zur Verfügung gestellt hatten: Möbel, Haushaltsgegenstände, Handwerkszeug und alte Fotos. "Nichts Besonderes", sagt Bärbel Berkholz, "aber alles aus dem Ort." Die Räume dafür musste der Verein erst von Schutt und Müll befreien und dann renovieren. Ein Jahr hat das gedauert. Heute sieht alles aus wie ein schmuckes kleines Museum. Zum Tag des offenen Denkmals und jederzeit nach Absprache mit dem Verein können die Räume besichtigt werden.

Eigentlich sollte der Verein sein Domizil im alten Wasserschloss des Ortes bekommen. Das große barocke und denkmalgeschützte Gutshaus ist allerdings 1997 an eine Berliner Immobiliengesellschaft verkauft worden, die es verfallen lässt. Der Anblick ist für Bärbel Berkholz nur schwer zu ertragen, aber alle Initiativen des Vereins zum Erhalt des Schlosses stießen bisher auf undurchdringliche Mauern.

Um so größer die Freude zum diesjährigen Dorffest: die Vereinsvorsitzende mit den weißen Haaren freut sich über die Auszeichnung von MDR THÜRINGEN und der Thüringer Ehrenamtsstiftung als „Thüringerin des Monats“ und strahlt. Diese Auszeichnung gelte natürlich allen, die mithelfen im Geschichtsverein, sagt sie. Selbstverständlich will Bärbel Berkholz auch in den kommenden Jahren noch weiter die Geschichte des Ortes und seiner Persönlichkeiten aufschreiben und weitergeben – und sich für das Wasserschloss einsetzen. Sie weiß auch schon genau, was mit den 500 Euro Preisgeld geschehen soll. Damit will der Geschichtsverein demnächst wieder ein Konzert zu Ehren des berühmtesten Dobitscheners, des Musikers Johann Friedrich Agricola organisieren.

Zuletzt aktualisiert: 29. November 2016, 12:53 Uhr