Überprüfung im Landtag CDU-Abgeordneter: Stasi blieb erfolglos

Der CDU-Landtagsabgeordnete Herbert Wirkner aus Rudolstadt hat im Zusammenhang mit Stasi-Kontakten erneut seine Unschuld beteuert. Die Stasi habe in den 1970er-Jahren zweimal versucht, ihn anzuwerben, sagte er am Dienstag. Beide Male seien die Kontakte seitens der Stasi jedoch erfolglos beendet worden. Das würden Auszüge aus Stasi-Akten belegen, die Wirkner am Dienstag im Thüringer Landtag vorstellte.

Vier Treffen, dann war zunächst Schluss

Mann mit Schnurrbart an Tisch.
Herbert Wirkner Bildrechte: MDR/Peter Sommer

"Ausgesprochen geeignet für die Mitarbeit" - zu diesem Urteil kommt ein sogenannter "Aufklärungsplan" der Stasi aus dem Jahr 1975. Tatsächlich trafen sich Stasi-Offiziere im Februar mit Wirkner - in einem Wald, wie er behauptet. Wirkner selbst hat laut Akten seine Mitarbeit prinzipiell zugesichert, es folgten drei weitere Treffen. Im September des Folgejahres attestiert ein Abschlussbericht Wirkner allerdings fehlenden Willen zur Mitarbeit - die Kontakte wurden eingestellt, ohne dass der damals 26-jährige Leiter der Rudolstädter Bauaufsichtsbehörde je eine Unterschrift als Inoffizieller Mitarbeiter geleistet hätte. Eine Verpflichtungserklärung gibt es also nicht.

Zweiter Anlauf zwei Jahre später

Laut Aktenlage gab es einen zweiten Anwerbeversuch im Mai 1977 - hier war bereits nach zwei Kontaktgesprächen Schluss. Allerdings: Wirkner verfasste zwei Berichte, unter anderem mit Kurz-Einschätzungen von Kollegen. Beide Berichte habe er in Absprache und mit Wissen der Betroffenen verfasst, aber nicht weitergegeben, sagte Wirkner. Der Abschlussbericht der Stasi attestiert ihm "mangelnde Bereitschaft" und "negative Einstellung".

Der Landtag wollte nach einem Bericht der Zeitung "Freies Wort" von Wirkner Erklärungen bei der routinemäßigen Stasi-Überprüfung. CDU-Landes- und Fraktionschef Mike Mohring bezeichnete es als irritierend, dass aus einem geheim tagenden Gremium des Landtages etwas nach außen gedrungen sei, schrieb Mohring in einem Brief an die Mitglieder des Landesvorstandes. In diesem informiert er auch, dass Wirkner für die Dauer der Überprüfung sein Amt als Sprecher der Fraktion für die Opfer des SED-Regimes ruhen lasse.
Nach Informationen von MDR THÜRINGEN hat Wirkner für die Überprüfung durch das Landtagsgremium den CDU-Landtagsabgebordneten Wolfgang Fiedler als "Person seines Vertrauens" benannt. Diese Entscheidung sei im vollen Bewusstsein getroffen worden, dass Fiedler einer der konsequentesten Kritiker von Stasi-Verstrickung sei.

Die Landtagsverwaltung wollte sich mit Verweis auf die gesetzlich vorgeschriebene Geheimhaltung nicht äußern.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN JOURNAL | 10.01.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2017, 07:30 Uhr

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9 Kommentare

12.01.2017 12:50 Realist2014 9

Interessant, wie schlimm manche Menschen plötzlich unbewiesene Stasi-Vorwürfe finden, wenn sie sich gegen Konservative und nicht gegen Ex- SEDler und "demokratische" Sozialisten richten. Bei der Linken kann man auch als nachweislicher Stasi-Spitzel groß Karriere machen, siehe Herr Kuschel. Sollten bei dem Wirkner sich die Vorwürfe nachweisen lassen, dann ist seine Karriere in der CDU hingegen mit Sicherheit zu Ende. Aber noch gilt die Unschuldsvermutung! Falsche Vorwürfe und anonyme Anzeigen gegen nichtlinke Politiker in Thüringen häufen sich ja seit einigen Jahren. Besonders auch in Wahlkampfzeiten...

11.01.2017 22:28 Rasselbock 8

Fiedler und Wirkner, ein interessantes Duo und spannend ist es auch: Wer von beiden ist der Bock, wer der Gärtner :-) ?